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Gedichte zur Beziehung - Seite 110


Die andere Frau

Scheiße, ich hab mir geschworen, mich nie wieder in dich zu verlieben
Mich nicht in dir zu verlieren
Aber dann bist du einfach du und ich bin immernoch ich
Alles was du sagst und tust berührt mich
Wir verstehen uns ohne Worte
Haben die gleichen Gedanken

Und dann ist da sie
Sie ist warm, wunderschön, liebevoll
Ich mag sie, sie mag mich
Macht mir Komplimente, ist für mich da
Und trotzdem will ich ihr weh tun, sie mit Absicht verletzten
Ihr alles wegnehmen
Ich will ihr Leben leben und ihre Seite des Bettes nutzen

Immer suche ich nach dem gleichen Glück
Ich will, das was ihr habt
Und dann fall ich auf die Fresse
Immer und immer wieder
Jeder vor dir und Jeder nach dir ist und war nur Ersatz
Die Liebe nicht stark genug, die Verbindung brüchig
Und so kehre ich immer wieder zurück
Ins gleiche Loch, in den gleichen Schmerz
Ich liebe dich so sehr, es frisst mich von Innen auf

Und trotz des Schmerzes und der Dunkelheit
Ich weiche nicht von deiner Seite
Ich bleibe bei dir, auch wenn es mich zerreißt
Denn dir nahe zu sein hält mich am Leben
Ohne dich zu leben wäre Folter
Mit dir wird jeder Tag heller, jede Nacht wärmer
Jedes Lied schöner

Sogar deine Makel sind perfekt
Keiner kann dir das Wasser reichen
Ach was sag ich, keiner traut sich dich anzugreifen
So stark, so mächtig
Jeder Moment mit dir ist so wertvoll
Und immer wenn wir schwanken,
wenn der Boden uns unter den Füßen entgleitet
Dann packt mich die Angst
Kann ich dich verlieren?
Wenn du zu Boden gehst, liege ich nicht auch?

Sagen kann ich dir das alles nicht
Denn du bist du und ich bin ich
Und ob verliebt oder nicht, wir haben keine Chance
Der Wunsch dich vorher gekannt zu haben
Ihr zuvor gekommen zu sein, wird mich immer begleiten
Und so schau ich zu, wie ihr das Leben lebt, das ich mir wünsche
Ich stehe am Spielfeldrand und applaudiere euch
Ihr habt es geschafft


Und dann der Gedanke, der mich am Leben hält, in einem anderen Leben bist du vielleicht immernoch du und ich, ich bin vielleicht endlich sie.
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Märchen

Die Zeit, Sie, mit der Brust genährt,
zart Ihrem grenzenlosem Sein, die Stirn geküsst,
Auf weite Reise sich die Zeit begibt.
Der Ewigkeiten Samen aufgeleckt,
Dem Leben auf den Mund gesetzt.
Und in den weichen Schoss, die Sonne ihre Tränen gießt,
Und auf die jungfräuliche Haut, der Mond sein kläglich Witz berührt.
Unendlichkeit erwacht, des Nicht-Sein Schlafs.
Und mit ihr Sterne:
Du
Ich
In voller Blüte Pracht.
Ins Sein wir uns verstehn´
Ich, schüchtern rote Melodie,
jung, strebend,
umschlinge dich.
Du wohlig warmer Klang von blauem Licht.
Erfüllt, bin Ich, belebt.
Belebt ,Du bist, erfüllt.
Zeitlos im frühen Jetzt.
Und jetzt?
Was jetzt?
Was dann?
Was Sein?
Die Frage „Was Sein wir? Wozu? Aus welchem Grund?“
Erklimmt bedrohlich, nah,
die feinen Züge unsres‘ Da-Seins.
Die Antwort drängt sich zwickend, brennend,
zwischen unser weilend Leib des Eins-Sein.
Nun ist die Antwort da, sie lautet Freiheit.
Gezwungen weisheit zu erblicken,
Das Strenge Sein der Wahrheit zu ertragen.
Und spüren,
Ewigkeit ist kein Geschenk der Götter,
Nein, auch prüfung ist es nicht,
Nein quälend Bürde ist es eher,
zerreißen wird es bald und schmerzhaft,
der Liebe melancholisches Gemüt auf Dauer.
So! Überwältigend zu lieben,
Wie Ich dich?
Du mich?
Ist alles, nur ertragbar nicht auf ewig.
„Lass uns entfliehen Stern,
der grausen, unendlichen Zukunft,
dem Schmerz der Existenz, und -“
„-Ja Stern, - Der bittersüßen Liebe.“
Was Vollkommenheit, Schönheit, Wunder schien,
Was sollte, war, wird, ist,
Als grenzenlose Strafe,
Als unvollkommen sich entpuppt
Zu spät.
„Nein!
komm, wir wagen es, auf Wiedersehn zu sagen.“
Der ewig Freiheit Sein beenden?
Dem trosten Leid entfliehen?
Zusammen untergehn‘ ?
Das Feuer gegenseitig löschen?
„Ja!
Mach‘s gut.
Für immer.“
Genommen seid Ihr,
der Sehnsucht Qual ihr ward verfallen.
Die eine blasse Hand zur trüben andern,
voll trauter Zärtlichkeit und Wonne zueinander hingestreckt.
Um nun letztendlich doch, dem Sein Vergänglichkeit gehörn‘ .
Die Mutter weint, ein Fluss der ruht
Ein Meer so rein,
Ertrinkt sie in Sich tiefer Traurigkeit.
Gezogen wird sie ihrer Einsamkeit.
Auf Ewig, denn der Name, Zeit, wahrt Ewigkeit.
Die Wärme Ihres Kindes Da-Sein nun erlischt,
Welk ist der bald verjährte Sprössling.
Die wehmütige Illusion :
Das wir-sein Liebe.
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