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Gedichte Über Bereicherung - Seite 69


Eine frische Hörerfahrung

Hin und wieder erlebe ich gerne
die klassische Musik der Moderne
und erfreue mich an den klingenden Possen
meiner begabteren Zeitgenossen.
Siebzig Menschen, die mit Instrumenten was machen,
lassen es auf der Bühne erheblich krachen.
Sie mischen unverdrossen diverse Klänge
zu einem ungeahnten Gemenge.
Durch die Art, wie der Mann ganz vorne agiert,
erweist er sich als hochtalentiert:
im Einsatzgeben voll und ganz,
aber auch im Ausdruckstanz.
Nicht immer kann man es deutlich seh‘n:
Wer dirigiert hier eigentlich wen?
Führt der Mann vorn die Regie und lässt er
auf seinen Wink spielen das Orchester?
Oder lässt selbiges ihn im Großen und Ganzen
doch eher nach seinen Pfeifen tanzen?
Damit er seine Tanzfläche nicht verlässt,
tanzt er auf einem kleinen Podest.
Das ist rückwärtig mit einer Reling versehen.
So kann nichts Gefährliches geschehen.
Es wäre ja auch ziemlich dumm,
tanzte er rückwärts ins Publikum.
Das ist alles sehr lustig. Ich frage mich nur,
wie sie wohl aussieht, die Partitur.
Durchs Fernglas erspäh‘ ich darin eine Masse
Kringelabdrücke der Kaffeetasse,
die in der Musik nicht weiter stören.
Sie sind ja nicht leicht herauszuhören,
Aber da, wo sie sich verdichten,
erzählen sie Phantasiegeschichten.
Gegen Ende befinden sich in der Partitur wilde
Formen, Schleifen und Gebilde.
Da schrammelt tutti ein jeder herum
in einem sehr lauten ad libitum.

Die Musiker versuchen, würdig zu gucken,
nur Manchmal sieht man Mundwinkel zucken.
Doch klassische gute Erziehung hält Wort.
Sie setzen ganz ernsthaft die Arbeit fort,
und ganz zum Schluss erzeugen sie
eine synchrone Schlussharmonie.
Erstaunlicherweise lässt sich Klangfilz eindämmen
und punktgenau zum Schluss noch kämmen.
Der Schluss im Chaos wurde gerad’ noch vereitelt.
Er gibt sich stattdessen brav seitengescheitelt.

Die Lautstärke des Ganzen war manchmal gewaltsam,
das Gesamtkunstwerk aber sehr unterhaltsam.
Es gibt keinen Zweifel: Dieses Konzert
ist das Zuhören und Zugucken allemal wert.
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Traurigkeit ist nicht für immer

Ein paar Scherben wie von zerbrochenen Glas so
fühle ich den stechenden
Schmerz in meinem Herzen...
Die Erinnerung hat sich darin
eingebrannt in jeder einzelne Faser des Körpers bis zur Seele...
Sie ist so lebendig spüre noch deinen heißen Atem auf meiner
Haut...
Du warst mir so unheimlich vertraut...
Das Herz bis zum Halse schlug
Damit nicht genug
Deine leidenschaftliche Liebe mich zu Boden presste....
Mich willen- und wehrlos ja ausgeliefert hatte...
Gepackt in weicher Watte....
Eingehüllt mit tiefen emotionalen Fantasien und Träumen liebevoll verknüpft bis zum Höhenflug der Glückseligkeit...
abgehoben...
Auf Wolke 7....
Was zählte warst immer nur du....
Jetzt kam der ,,hässliche" Aufprall
mit Donnerknall auf den Boden
der ,,nackten" Tatsachen ...
Der Realität zurück...
Fege jetzt die Scherben unseres
Glückes zusammen...
Schicke sie mit dem Wind damit
sie hoffentlich bald vergessen sind...
Auch in den Träumen und Gedanken...
Tränen werden versiegen....
Werde auch die Sehnsucht besiegen
mich in neuen Zeiten verlieren...
Neue Träume träumen....
Hoffnungsvoll mich meinen eigenen
Wohlbefinden widmen....
Somit guten Mutes neue Zeiten bestreiten ....
Alles zur rechten Zeit
jetzt und hier
Ja ich bin bereit dazu....
Es wird mit jedem Atemzug
Mit jedem neuen Schritt besser...
Der Liebesentzug war ein aufgearbeiteter Selbstbetrug da
ich der vergangenen Zeiten hinterher
lief während meine Seele vergeblich
nach dir ihrem Seelentrost rief...
Ja noch sitzt der Schmerz tief....
aber er wird vergehen....
Nix ist für immer ....
Neuland erwartet mich schon....


© K.J

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