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Gedichte über Angst - Seite 7


Als ich dich das erste Mal sah...

Ein Kompliment möchte ich dir schenken,
ich muss es tun - kann an sonst nichts denken,
irgendetwas an dir ist zauberhaft,
verleiht dir Anmut und Ausstrahlungskraft.

Es wird wohl dein charmantes Lächeln sein,
es haut mich um - steht dir ungemein,
auch deine galante Verhaltensweise,
ist so präsent, jedoch zart und leise.

Mit deiner Anmut öffnest du Herzen,
dein "Korb" beriete mir Seelenschmerzen,
doch dir mein Schwärmen nicht Preis zu geben,
würd' ich bereuen, mein ganzes Leben.

Man kann sich deinem Zauber entziehen,
allein durch schnelles Wegschauen, fliehen,
doch blickt man etwas zu lange - Ohnmacht!
Im Herzen werden Sehnsüchte entfacht.

Ich muß dir nun unbedingt gestehen,
ich hab' dich zu lange angesehen,
so bin ich deinem Zauber verfallen,
mein Herz schlägt ängstlich in des Sehnsuchts Krallen.

Wirst du mir erlauben mich zu wagen,
dich nach einem schönen Date zu fragen,
ein Abendessen könnte es ja sein,
erstes Kennenlernen bei Kerzenschein?!

Ich möchte mich mit dir nicht nur schmücken,
ich möchte mit dir morgens frühstücken,
möchte mit dir mein Leben verbringen,
erst mit Ehe-, dann mit Augenringen.

Doch wie sprech' ich dich an, mir fehlt der Mut,
wie mache ich es bloß richtig und gut?
Auf dem Eis bist du am Schlittschuhlaufen,
ich war zuvor Kräuterzucker kaufen.

Ich drehe um dich so meine Runden
und habe noch nicht den Mut gefunden,
dir meine Gefühle zu gestehen,
dann muss ich dich plötzlich fallen sehen.

Schnell möchte ich dir zu Hilfe eilen,
muss aber feststellen dass, zuweilen,
ein anderer dich auf die Beine stellt,
dem dein Zauber wohl auch sehr gut gefällt.

So redet ihr an der Eisbahnbande,
ich bin in der Mitte, ihr am Rande
und ich denke mir JETZT ODER NIEMALS
und schenk' dir Ricola für deinen Hals.

Mein Herz zerspringt vor Glück - kaum zu glauben,
du siehst mich an mit strahlenden Augen,
ich spüre es, auch du findest mich süß,
heute gibt's das Wort noch nicht - aber Çüş! (*)

Nach zwölf Jahren werden wir heiraten,
leben in einem Haus mit 'nem Garten,
nach weiteren zweiundzwanzig Jahren
und zweihundertzwanzig grauen Haaren,

haben wir zwei erwachsene Söhne,
wie soll's anders sein, besonders schöne
und wir haben auch immer noch uns zwei
und es ist auch noch lange nicht vorbei...

Bin noch verliebt über beide Ohren,
du hast an Zauberkraft nichts verloren,
du bist meine Zauberfee gewesen,
reitest auch heut' keinen Hexenbesen.
;o)

***

(*) Çüş - Jugendwort/Slang

„Çüş“ stammt aus der türkischen Sprache.
Es wird wie „tschüsch“ ausgesprochen.
Verbreitet hat es sich vor allem durch das Feature von Fler und Muhabbet „Çüş Junge“ – und wurde zum Slang.
Deutsche Synonyme sind „krass“, „heftig“, „boah“.



Thomas
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Spaziergang

und wieder dreh ich meine Runden
alleine in der Natur, hab mich gefunden
wann nur mag meine Seele gesunden?
zahlreich, tief sind ihre Wunden...

über Feldwege und durch dichte Wälder
meide Teerstraßen, große Menschenfelder
will niemanden jetzt um mich haben
die nur wieder die Ursachen erfragen
was dazu führte, zu all diesen Narben

mit den Jahren bin ich mir längst im Klaren
das menschliche Versagen schuld waren
Reue und Buße machen nicht ungeschehen
was über Kinderseelen ließ man ergehen

und noch heute gibt es dafür Fürsprecher
Prügelstrafe und Demütigung wären ok!
die Kindeserziehung gestattet Verbrecher
hilflos, wehrlos ... Unrecht tut jedem weh!

wieso wurden und werden Täter resozialisiert?
ihre Taten bequem als Krankheit kategorisiert!
Opfer mit "Wird schon wieder!" abserviert...
keinen kümmert, was aus ihnen später wird
was geschehen ist, ist "leider" mal passiert!
lieber werden Täter zu Opfern umdeklariert

was hat sie nur zu ihren Taten verleiten lassen?
wie konnten sie nur was sie lieben so hassen?
mussten sie eine schwere Kindheit ertragen?
mit ihren Narben ein Weiterleben allein wagen?
ihr zerstörtes Urvertrauen führte zum Versagen...

und so dreh ich wieder meine Runden
hab mir meine Fäuste fest angebunden
benutze sie nur gegen Unrecht in mir
grün und blau befleckt ist meine Seele
tränengefüllte Pfützen umgeben das Papier
auf dem ich mit Kerben die Tage zähle
und ich stehe, gehe, lebe weiter im Hier
verhindere, dass ich selber andere quäle
auch in mir versteckt sich dieses Tier
ich werde es bändigen, das versprech ich...

... mir!

© meteor 2025
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