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Gedichte über Angst - Seite 312


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Politmanometer

Die Politikverdrossenheit in diesem Land
heute sicher eine neue Fortsetzung fand.
Der Koalitionsvertrag ist unterschrieben,
kein Neuanfang wird vorangetrieben.

Selten wurde derart schnell offenkundig,
Wahlversprechen bereits jetzt gebrochen,
ein Mann blieb bisher alles schuldig,
was er in Phrasen zuvor groß gesprochen.

Jetzt jubeln schon alle Wirtschaftslobbys,
sehen wieder reiche Zeiten anbrechen,
ihre Politmarionetten mit teuren Hobbys,
doch mit 500 Mrd lässt sich alles abrechnen.

Statt energieintensive Unternehmen
zur eigenen Stromversorgung anzuleiten,
haben PV-Dachflächen und Windstellen,
ein Energiestromtarif hilft nur den Reichen.

Die Steuersenkung für die Gaststätten
werden diese, wie einst die Hotelketten,
in ihre eigene Taschen wieder stecken,
weiter schwarz Steuern für sich retten.

Das nur als klar erwartbare Beispiele,
wo Steuergeschenke gehen ans Klientel,
es spreizt sich durch die Unionsziele
die Schere zw. Arm und Reich graduell.

Und es ist zu befürchten, was absehbar,
langfristige politische Neuansätze gestoppt,
keine Legislaturperiode galt was richtig war,
alte Seilschaften sind da innovationsphob.

Die Welt verliert die Demokratieoasen,
autokratische Bestrebung selbst in den USA,
Angst geschürt von AfD-Sprechblasen,
gesichert rechtsextrem, trotzdem noch da!?

Wer gegen korrupte Strukturen protestiert,
hat sich bei AfD und BSW total verirrt!
AfD steht für Abschaffung der Demokratie,
bei Sarah Wagenknecht wählt man nur SIE.

Ja, man kann die Hoffnung schon verlieren,
weil die Politik will ohne das Volk regieren.
Es fehlt die Konsequenz bei Politversagen,
keiner muss da für Fehler die Folgen tragen.

Stattdessen bekommen sie andere Posten,
der Steuerzahler trägt alle Zusatzkosten,
niemand schreitet gegen Kumpelei ein,
keiner unter ihnen will Spaßverderber sein.

Und trotzdem ist Demokratie ein hohes Gut,
für sie zu streiten ist einfach unsere Pflicht!
In Zeiten von Umbruch und nackter Wut,
geht es im Kampf für Frieden ohne sie nicht...

© meteor 2025
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"Das Blatt wendet sich"

Parodie "Die Bürgschaft" (Friedrich Schiller)
-1-
Aus seinen Augen Tränen quellen,
und der Kamm beginnt ihm zu schwellen
und er nähert sich ihr mit fuchtelndem Stab,
es ziehet ihn die Stress-Spirale hinab,
hoch peitschen seines Zornes Wogen,
mit dem Stab holt er aus zum weiten Bogen,
gerät dabei fast an des Wahnsinns Rand,
mit irrlichterndem Blick sie anblicket,
sein Gewissen weder ruft noch schicket
ihm Vernunft - er ist außer Rand und Band,
keiner sagt: "Sieh zu, gewinn endlich Land!"
-2-
Die Frau sinkt auf die Knie und weint und fleht,
die Hände im Gebet erhoben:
"Gott hemme sein zorniges Toben!
Es eilen die Stunden, im Mittag steht
die Sonne, und bis sie niedergeht
lässt dieser Mann sich nicht erweichen,
Todesangst bringt mich zum Erbleichen."
-3-
Gott erhört ihr Gebet, lindert die Wut
und Welle auf Welle zerrinnet
und die Frau seinem Zorn entrinnet -
da packt sie der Zorn, sie fasst neuen Mut
und wirft sich hinein in die brausende Flut
und schwenkt mit gewaltigen Armen
den Stab, schlägt zu, kennt kein Erbarmen.
-4-
Verprügelter gewinnt Land, eilet fort,
sie danket dem rettenden Gotte,
da stürzet eine Hunderotte
hervor aus des Waldes schaurigem Ort,
den Pfad ihm sperrend, und schnaubet Mord
und hemmet des Flüchtenden Eile,
er Hunden droht mit schwenkender Keule.
-5-
"Was wollt ihr?", ruft er für Schrecken bleich.
"Ich habe nichts als mein Leben,
und werde euch mein Fleisch nicht geben!"
erschlägt mit der Keule den nächsten gleich
"Ich werd, s euch zeigen, zum Teufel mit euch!"
Und drei mit gewaltigen Streichen
erlegt er, die andern entweichen.
-6-
Und die Sonne versendet glühenden Brand,
und von der unendlichen Mühe
ermattet sinken die Kniee.
"Es hat mich gnädig meine Mördershand
vor den Bestien gerettet, der Rest gewinnt Land,
und soll bald verschmachtend verderben,
bissige Hunde sollen qualvoll sterben.
-7-
Und horch! da klinget es silberhell,
ganz nahe, wie rieselndes Rauschen
und stille hält er zu lauschen,
und sieh, die mutige Frau eilt herbei schnell,
springt auf ihn zu, es sprudelt ihr Herzensquell
und bückt sich zu ihm hernieder
und massieret ihm all seine Glieder.
-8-
Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün
und malt auf den glänzenden Matten
des Paares gigantische Schatten;
eng umschlungen sie durch die Wälder ziehn,
die Stunden wie ihm Flug vorüberfliehn,
da hört sie die Worte ihm sagen:

"Ich geb mich für immer geschlagen!"
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