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Gedichte über Zweisamkeit - Seite 7


Woge der Lust

Ich hatte nicht vor,
dich so derart zu begehren...
auch nicht das,
dass es das heraufbeschwor,
mich nach dir so zu verzehren ...

Ich habe mich nicht hingesetzt
und erwartet,
dass mein Körper mich verrät,
dass nur durch
deine Worte
mein Denken aussetzt ...
und so ausartet,
dass alles völlig
in Erregung gerät.

Trotz deiner Abwesenheit
verweilst du in mir ständig ..
es schmerzt von Zeit zu Zeit,
meine Lust ist so unbändig ...
die Abstände eine Geringfügigkeit,
mein inwendiges Verlangen steigt
nun auch auswendig...

Es tropft ... und der Stoff weiß es,
dieser Zeuge der langsamen,
verheerenden Woge der Lust ...
dieses Anschwellen, bis zu heiß alles,
dieses hinaufkriechende Anbahnen,
dieser begehrliche feuchte Durst...

Ich wälze mich hin und her,
und der Stoff seufzt an mir ..
nass befleckt von der Wahrheit,
die ich nie laut auszusprechen wage...
Nicht nur Erregung, nein, viel mehr...
diese Art von Hunger nach dir ..
diese geballte, gepresste Klarheit,
wonach im Dunkeln niemand fragte ...

Du hast mich nicht einmal berührt,
du hast nur ein Wort geschrieben
als wüsstest du es wie sooft ...
Von deinen Gedanken geführt,
von deiner Telepathie getrieben -
deine Tasten gleiten
unter meinen Stoff...

Dein Name erzittert in meinem Mund,
bevor du meinen ausgesprochen hast,
inmitten meiner Hüften tobt ein Sturm...
Der Drang, der Druck ist ungesund,
bleibt er weiter so eng eingefasst,
ein Reflex streckt
den Wurm zum Turm ...

Ich ließ den Stoff es aushalten,
du weißt ganz genau,
wie wir uns begehren,
wie es um mich steht...
lässt diesen Moment gewähren,
in dem auch du verstehst,
zergehst,
flehst ...
berührt zu werden...

Ich warte...
ich poche...
ich ruiniere den Stoff...
und wenn du endlich nah
zu mir kommst,
was ich mir so sehr erhoff'...
nah genug, um zu erkennen,
wie ich nach dir ausharre
nach dir horche...
nach dir giere...
nach dir brenne ...

Du wirst schnell erraten,
wirkst angefasst,
bis du es tief in dir spürst,
dass du einen Ort betreten hast,
den du nie wieder
sauber verlassen wirst...
nicht deine Lippen...
nicht dein Atem ...

© meteor 2025
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Entzweit - vereint

Traurig schaut mein kleiner Junge ,
sorgevoll in mein Gesicht ,
Vati was ist nur geschehen ,
liebt die Mutti nicht mehr Dich ?

Warum teilen wir nicht mehr gemeinsam ,
Leben , Wohnung , Freud und Leid ,
Hat die Zeit Euch so verändert ,
Warum seit Ihr nur entzweit ?

Warum muß ich mich entscheiden ,
wo ich möchte gerne sein ,
hatten wir nicht schöne Zeiten ,
alle drei bei uns daheim ?

Mutti sagt , das sei so besser ,
das jeder alleine geht ,
sagt , viel Zeit ist hingegangen ,
auseinander sich gelebt .

Neue Wege will sie gehen ,
neues Glück in neuer Zeit ,
nur mit mir und nicht mit Vati ,
Trennungsschmerz ist löngst verheilt .

Ach mein Sohn du siehst mich wortlos ,
das nicht einfach für mich ist ,
dir es jetzt so zu erklären ,
das das Leben grausam ist .

Ich gebs zu , ja klar auch ich hab ,
nicht alles immer recht gemacht ,
Hab mich gestürzt in Berge voll Arbeit ,
doch dabei steht`s an Euch gedacht .

War besessen von dem Glauben ,
Wohlstand sei zugleich auch Glück ,
so versucht ich Geld zu machen ,
und zog mich immer mehr zurück .

Doch ganz egal was ich geschaffen ,
wie ich geschaffen bis in die Nacht ,
es reichte nie für große Träume ,
kleines Glück hat`s nur gebracht .

Doch auch kleine Träume reichten ,
Dir und mir zum Glücklich sein ,
nur du und ich , wir beide ,
Vater und Sohn , glücklich vereint .

Ganz stille sitzt er gegenüber ,
streichelt zärtlich meine Hand ,
schaut mir traurig in die Augen ,
die Augen feucht , ne Träne ran .

Egal , sagt er ganz still und zitternd ,
auch wenn die Familie so zerbricht ,
du bist auf Ewigkeit mein Vati ,
nen lieberen gibt`s für mich nicht .

Ich will kein Geld , ich will nicht reich sein ,
nein alles dieses will ich nicht ,
ich will und brauche meinen Vati ,
den gibt`s für allen Reichtum nicht .

Ich nehm ihn fest in meine Arme ,
verberge meine Tränen nicht ,
schön´re Worte für die Liebe ,
giebts für einen Vater nicht .
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