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Gedichte über Zweisamkeit - Seite 2




Küss mich im Regen ...

regendurchtränkte, windgepeitschte Nacht
Elektrizität schneidet durch den grauen Himmel
wie Blitze glitzern Deine Augen mit Donnermacht
Gischt aufgewühlter Wellen
die am Vorgebirge zerschellen

küss mich sanft im Regen
lass mich der Deine sein
ich tropftrommle Dich in mein Leben
mein Herz kehrt fest bei Dir ein

sturmgepeitschter, orkanartiger Naturtrutz
wilde Winde biegen starke Stämme wie Halme
herumstreunende Tiere warten im Schutz
Nebelschleier zieht hoch über ferne Hügel
empfängt Tropfen ohne Flügel

küss mich - JETZT! - im Regen
mach mich verrückt wie Du über mich fließt
wild und frei unsere Sinne schweben
bin das Kribbeln, das Deinen Rücken hochschießt
Wasser perlt von Dir wie Wein
berauscht mich, läd mich zu Dir ein

mitternachtsschwarzer Wolkenbruch
eindringliche Lippen über Deinen schweben
eng umklammernder Silhouettenverruch
tropfnasse Leiber sich im Feuer bewegen
ausgestreckte Fingerspitzen auf fiebriger Haut
bahnen Rinnen, Begierde wird laut

hör nicht auf, mich im Regen zu küssen!
hör nicht auf, bis ich mich beschwere
küss mich weiter mit zehengekrümmten Füßen
dieses Herzgefühl ich immer begehre
dieser Hunger nach Dir wird nie vergehen
bleibe auf ewig mit Dir hier so stehen

Himmelsschleusen aufgesprengt!
Flut von pulsierend blasenbildenden Küssen
alle Sinne in Liebkosungen ertränkt
zerspringen Hand in Hand in tiefen Pfützen
Funkenflug, wenn wir uns berühren
Schmetterlinge, die wir ständig spüren...

immer dann, wenn
ich Dich einfach im Regen küsse...
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Entzweit - vereint

Traurig schaut mein kleiner Junge ,
sorgevoll in mein Gesicht ,
Vati was ist nur geschehen ,
liebt die Mutti nicht mehr Dich ?

Warum teilen wir nicht mehr gemeinsam ,
Leben , Wohnung , Freud und Leid ,
Hat die Zeit Euch so verändert ,
Warum seit Ihr nur entzweit ?

Warum muß ich mich entscheiden ,
wo ich möchte gerne sein ,
hatten wir nicht schöne Zeiten ,
alle drei bei uns daheim ?

Mutti sagt , das sei so besser ,
das jeder alleine geht ,
sagt , viel Zeit ist hingegangen ,
auseinander sich gelebt .

Neue Wege will sie gehen ,
neues Glück in neuer Zeit ,
nur mit mir und nicht mit Vati ,
Trennungsschmerz ist löngst verheilt .

Ach mein Sohn du siehst mich wortlos ,
das nicht einfach für mich ist ,
dir es jetzt so zu erklären ,
das das Leben grausam ist .

Ich gebs zu , ja klar auch ich hab ,
nicht alles immer recht gemacht ,
Hab mich gestürzt in Berge voll Arbeit ,
doch dabei steht`s an Euch gedacht .

War besessen von dem Glauben ,
Wohlstand sei zugleich auch Glück ,
so versucht ich Geld zu machen ,
und zog mich immer mehr zurück .

Doch ganz egal was ich geschaffen ,
wie ich geschaffen bis in die Nacht ,
es reichte nie für große Träume ,
kleines Glück hat`s nur gebracht .

Doch auch kleine Träume reichten ,
Dir und mir zum Glücklich sein ,
nur du und ich , wir beide ,
Vater und Sohn , glücklich vereint .

Ganz stille sitzt er gegenüber ,
streichelt zärtlich meine Hand ,
schaut mir traurig in die Augen ,
die Augen feucht , ne Träne ran .

Egal , sagt er ganz still und zitternd ,
auch wenn die Familie so zerbricht ,
du bist auf Ewigkeit mein Vati ,
nen lieberen gibt`s für mich nicht .

Ich will kein Geld , ich will nicht reich sein ,
nein alles dieses will ich nicht ,
ich will und brauche meinen Vati ,
den gibt`s für allen Reichtum nicht .

Ich nehm ihn fest in meine Arme ,
verberge meine Tränen nicht ,
schön´re Worte für die Liebe ,
giebts für einen Vater nicht .
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