keine Frage der Worte

Ein Gedicht von Marie Mehrfeld
dein Lächeln am Morgen, es flatterte
sorglos im frühen Licht, und wenn
du schlafend auf Reisen gingst dicht

neben mir Haut an Haut und so ganz
ohne mich, lächeltest du anders, fremd
warst du mir dann, fremd war ich dir;

Regen der Nacht, regne auf alles zu
Dunkle und auf die dumpfe Angst,
dass sie sich auflöst in Wasser, das

sich Bahn bricht zum großen Fluss
der Unterwelt, der die Trauergedanken
tragen wird auf dem Weg zum Hades;

verlieren sich unsere Sehnsüchte von
Augenblick zu Augenblick und hinter
tränenschwer geschlossenen Lidern,

verlieren sich die viel zu großen Worte
unausgesprochen zwischen Tagtraum
und Dämmerung, schaffe ich summend

eine schweigende Sprache auf dem Weg
zu dir, der das Ziel ist, denn wir wissen,
unsere Liebe war keine Frage der Worte

M.M.

Informationen zum Gedicht: keine Frage der Worte

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16.06.2026
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