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Gedichte über Zweifel - Seite 76


Hotel Germania

Auf endloser Datenbahn, die Leitung glühend heiß,
der Duft von Kaffee-Krypto zieht schwebend übers Gleis.
Ein Flimmern an den Rändern, ein kühles, blaues Licht –
der Kopf sank schwer vor Müdigkeit, die Zeit verlor Gewicht.

Da ploppte eine Nachricht auf, kaum hörbar, unscheinbar.
Ich dachte: Überforderung – oder ein digitaler Altar.
Sie schickte mir den Link, der mir den Eingang leise verriet,
Algorithmen murmelten, als riefen sie aus ferner Zeit:

Willkommen im Hotel Germania –
ein Ort aus Glanz und Projektion.
So viele offene Zugänge im Hotel Germania,
für jede Sehnsucht eine Version.

Ihre Gedanken zählen Klicks, sie lebt von Sichtbarkeit,
gleitet lautlos durch die Timeline in elektrisch glatter Zeit.
Um sie herum die Bots, so freundlich, sauber, smart –
sie nennt sie Freunde, weil ihr Lächeln immer passt, sofort parat.

Manche posten, um zu erinnern,
manche, um sich selbst zu verlieren.
In der Cloud herrscht eine Ordnung, die niemals wirklich ruht,
wo künstliche Vernunft in fremden Hoffnungen sucht.

Die Maschine schreibt Geschichten, noch bevor man sie versteht,
formt aus Spiegeln und aus Wünschen das Bild, das weitergeht.
Ich rief den Support: „Gibt es Stille im System?“
Er sagte: „Ruhe ist hier selten – und meist ein Problem.“

Und wieder hörte ich Stimmen, irgendwo zwischen Traum und Raum.
Sie riefen nicht laut, doch unausweichlich, wie ein halber Traum:

Willkommen im Hotel Germania –
ein Ort mit Haltung und Profil.
Sie feiern weiter im Hotel Germania,
vernetzt, verbunden und still.

Intelligente Spiegel hängen an der Wand,
ein perfekt gekühlter Smoothie ruht in meiner Hand.
„Wir bleiben hier“, sagt sie, „das System hält uns bereit.“
In Kommentarspalten zerlegen sie die Welt im Chor,
diskutieren bis zum Überdruss – doch der Lärm trägt immer fort.

Das Letzte, was ich fühlte, war ein kurzer Funken Mut.
Ich löste mich vom Netz, soweit mein Geist es noch tut.
Der Pförtner sah nicht auf, sprach ruhig, ohne Ziel:
„Du kannst jederzeit verschwinden – doch du bleibst im Spiel.“
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Der stumme Zeuge

Es brennt ein tiefes, stilles Leid,
wenn fremde Schuld das Herz entzweit.
Zu sehen, wie ihr Licht zerbricht –
doch helfen kann ich ihr nicht.

Wenn Weinen durch die Stille bricht,
ist es ihr Schmerz, der zu mir spricht.
Das Schweigen glänzt wie pures Gold,
doch bleibt mein Blick der Wahrheit hold.

Ja, Schweigen ist ein teures Gut,
in mir jedoch die Klarheit ruht.
Das Wort ist feil, die Menge blind,
wie Schafe, die im Nebel sind.
Sie folgen treu der leeren Bahn,
gefangen in dem alten Wahn.

Er brach den Schwur, betrog ihr Herz –
doch sie allein trägt still den Schmerz,
als Letzte, die die Wahrheit kennt,
während ihr Glück in Asche brennt.

Das Schweigen glänzt wie pures Gold,
doch bleibt mein Blick der Wahrheit hold.
Wie oft noch glaubt sie seiner List,
dass jedes Wort nur Wahrheit ist.
Soll ich es wagen, bleib ich kühl,
ersticke ich mein Mitgefühl?

Ließ ich der Wahrheit freien Lauf,
stiege nur ihr Zorn als Widerhall auf.
Ihr Stolz erstickt das helle Licht –
ich bleib allein mit meiner Sicht.

Es brennt ein tiefes, stilles Leid,
wenn fremde Schuld das Herz entzweit.
Zu sehen, wie ihr Licht zerbricht –
doch helfen kann ich ihr nicht.

Wenn Weinen durch die Stille bricht,
ist es ihr Schmerz, der zu mir spricht.
Das Schweigen glänzt wie pures Gold,
doch bleibt mein Blick der Wahrheit hold.

Ja, Schweigen ist ein teures Gut,
in mir jedoch die Klarheit ruht.
Das Wort ist feil, die Menge blind,
wie Schafe, die im Nebel sind.
Sie folgen treu der leeren Bahn,
gefangen in dem alten Wahn.

Er brach den Schwur, betrog ihr Herz –
doch sie allein trägt still den Schmerz,
als Letzte, die die Wahrheit kennt,
während ihr Glück in Asche brennt.

Das Schweigen glänzt wie pures Gold,
doch bleibt mein Blick der Wahrheit hold.
Wie oft noch glaubt sie seiner List,
dass jedes Wort nur Wahrheit ist.
Soll ich es wagen, bleib ich kühl,
ersticke ich mein Mitgefühl?

Ließ ich der Wahrheit freien Lauf,
stiege nur ihr Zorn als Widerhall auf.
Ihr Stolz erstickt das helle Licht –
ich bleib allein mit meiner Sicht.
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