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Gedichte über Sonstiges - Seite 29


Ein beliebiger Tag.... (an einer Ampel)

Ein beliebiger Tag... (an einer Ampel)

Die Ampel zeigte rot,
die Fußgänger mussten warten,
hatten Zeit den Verkehr zu beobachten.
Zwei ältere Damen sich näherten,
sie kamen nicht allein,
hatten ihren Roll-Arthur dabei.
Es schien als hätten sie es eilig,
wollten gar nicht stehen bleiben,
gleich weiter über die Straße eilen.
Die Ampel noch ein kräftiges Rot anzeigte,
die Damen maulten. Rot viel zu lange sei,
die eine meinte.

Jetzt war es soweit, die Ampel zeigte Gelb,
die Damen preschten los, als gäbe es dafür Geld,
nur-, der Bordstein hier im Wege war,
wie sie dieses Hindernis überwinden,
war ihnen noch nicht ganz klar.
Grün war es nun mittlerweile,
kein Passant war mehr zu sehen,
hatten sich beeilt mit dem Hinübergehen.
Die Damen zerrten und zogen,
bis der Roll-Arthur sich fast verbogen.
Die Ampel nun total in dunkles Grün gehüllt,
es war nicht zu übersehen.
Konnte es den Damen gelingen,
vor gelb und rot noch über die Straße zu springen?

Waren sie doch gerade dabei;
"Rot, ...rot, die Ampel schrie... rot,
wenn du weitergehst, dann bist du tot“.
Die Geduld der Damen war nun verspielt,
eine holte Schwung mit dem Fuß,
der Ampel einen Tritt verpasste,
dass es nur so krachte,
sie die Ampel umfasste, rüttelte und schüttelte,
als wäre sie ein Apfelbaum;
….....was für ein Alptraum.

Die Ampel wechselte die Farbe vor Scham,
sie wurde rot.
Nun kamen die beiden Damen wirklich in Not,
es war schwierig für sie die Straße zu überqueren.
Es schien als wollten nur sie allein nach dort drüben ,
kein Fußgänger war zu sehen.
Die eine zu der anderen Dame sagte:
"Es ist nicht unser Tag heute,
glaube nach Hause zu gehen wäre gescheiter.
Morgen ist auch noch ein Tag,
dann kommen wir sicher weiter."



25.08.2022 © Soso
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Ehrenpreis ( veronica officinalis)

Ehrenpreis, du kleine Blaue,
überall wohin ich schaue
leuchtest du, du Himmelsstern,
jedes Menschlein hat dich gern.

Viele deiner starken Namen
aus dem Mittelalter kamen.
"Zittli", "Bunger", "Männertreu",
"Allerweltsheil", mir nicht neu.

Bist als Pflanze sehr bescheiden,
magst nicht zu viel Wasser leiden,
Boden kann sehr sauer sein,
keinen Dünger find'st du fein.

Wenn am Waldrand ich dich finde,
dein Blatt ganz genau ergründe,
und es ist Frühsommerszeit,
ja, dann ist auch Erntezeit.

Bis zu 30 Zentimeter
kannst du werden, und ein jeder
schmeckt's: balsamisch bitter fein,
oberirdisch muss es sein.

Samen sind wie kleine Tüten,
aus vier Blättern sind die Blüten,
hellblau, lila, selten weiß
in der Mitt' ein heller Kreis.

Fast vergessen bist du heute;
im Mittelalter viele Leute
haben dich sehr hoch verehrt
und dich "ettlich Tag" verzehrt,

wenn die "Pestilentz" will wagen
oder "Krätze, böser Schaden,
Spinnenbiss, eitrig Geschwür,
gut Gedächtnuß bringts hervür".

Reinigt es auch das "Geblut",
macht dem Traurigen frohen Mut,
"Heylt ober die Maßen fein"
"Leßt das Gifft nicht Meister sein".

Auch erwähnt wird die Vermutung
gegen Hexen und Verfluchung,
ein "fürtrefflich artzeney
gegen Wund und Schnitte sey".

Ist das Kraut in Wein gesotten
kannst auf jedes "Unheyl" spotten
nimmst "drey Loth dreymal am Tag",
dann böser "Unrath" dich nicht mag.

Heute sollten wir dich achten
denn du heilst mit zarten, sachten
Kräften uns ganz wunderbar
im Tee und Smoothie, ist doch klar.

Veronica, ein Superfood,
"thust allen Organen gut",
sehr empfehlsam: frischer Saft
gibt uns Wohlsein, gibt uns Kraft.

Ich bin dir sehr nah verbunden,
widmete dir viele Stunden
meiner Kindheit Himmelsstern.
Ja, ich hab dich Blümlein gern.

Zärtlich fühlen wir uns beide.
Und es ist mir eine Freude
dich in der erlauchten Runde
vorzustell'n in dieser Stunde.
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