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Gedichte über das Schicksal - Seite 187


Was sie sagt

Was sie sagt, klingt traurig,
resigniert und fast schon verzweifelt,
als habe sie sich bereits aufgegeben.
Hey, Du darfst Dich nicht aufgeben,
denke ich. Ich spüre meine eigene
Traurigkeit in mir aufsteigen,
weiß nicht recht, was ich sagen soll.
Fühle mich hilflos, auch eine Art
Verzweiflung, ich möchte ihr helfen,
aber wie, am Telefon...
Ich denke schwere Gedanken.
Tod, Krebs, Aids, irgendetwas sehr
Bedrückendes, etwas, das mir Angst
macht. Oder ist es die Vergangenheit,
die sie aufwühlt? Viel Trauriges, was
sich wieder in ihr Leben drängt?
Ich habe Angst, dass ich es ausgelöst
habe. Es tut mir weh, sie so zu spüren,
mich zu spüren als Auslöser, und
trotzdem..., es hilft nichts, sie muss
da durch und ich auch...
Ich muss tief Luft holen... und
noch einmal, – und wieder schießt
mir diese blöde Frage in den Kopf:
Warum muss immer alles so schwer
sein? Warum dürfen sie und ich
es nicht auch mal einfach
haben? Warum? Warum nicht?
Ein Wort drängt sich in meinen Kopf:
Ungerecht, das ist alles ungerecht,
doch, es ist so, und ich spüre, dass
ich das denke, um mit meiner
Hilflosigkeit zurechtzukommen,
mich besser zu fühlen, obwohl es
nicht so ist..., und ich denke wieder
an sie, wie ihr es jetzt geht,
was ich ihr sagen möchte, sie
festhalten und umarmen möchte,
ich habe sie sehr lieb, sie ist eine
tolle Frau, die auch so wunderbar
kämpfen kann, wie ich auch,
und dennoch wünsche ich
mir manchmal, nicht immer
kämpfen zu müssen...
...auch für sie...



Für Marie, der ich verdanke, diese Zeilen
habe schreiben zu können


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Meine Tränen

Ich höre Dir zu, lange,
und bin erschüttert,
was Du erzählst, macht mich traurig,
und ich frage mich:
Wo sind Deine Tränen?
Kann es nicht fassen,
was passiert ist, ist schlimm
Weiß nicht, woher Du die Kraft nimmst,
das alles zu bewältigen
Kann ich das überhaupt so nennen?
Habe eher das Gefühl, Du versuchst,
in einem reißenden Strudel Deinen
Kopf über Wasser zu halten, nicht zu
ertrinken, zwischen salzigen Tropfen,
und ich frage mich wieder:
Wo sind Deine Tränen?
Fühle mich hilflos und das macht
mir Angst,
fühle Phantasien in mir aufsteigen,
von denen ich nicht weiß, wie ich ihnen
begegnen soll, meine Zukunft ängstigt mich,
und Deine erst recht!
Mein Kind schreit nach Hilfe!
Wo seid ihr? Wo sind sie?
Wo sind Deine Tränen?
Sarkasmus hält fest, was er verspricht:
Gefühle, die wehtun
Wogen des Schmerzes klatschen über
mir zusammen, ich muss schlucken
und immer wieder tief durchatmen
Erstickungsgefühle verraten mir,
wie nahe ich mir bin,
und ich frage mich:
Wo sind Deine Tränen?
Ich höre Dir zu und höre mich
nicht mehr
Zeit vergeht – langsam –
verstehe ich, dass Du mich
zu mir geführt hast:
Bin nah bei Dir und nah bei mir
Schmerzensschreie klingen wieder nach
oben, Zeugen vergangener Zeiten
werden wach und machen bewusst,
was gut vergraben liegt:
Mein Kind schreit laut in die Welt
hinaus: Wo seid ihr? Wo sind sie?
Und ich frage mich:
Wo sind meine Tränen?
Im Glanze meines Inneren werden erst
sie eines Tages strahlen und ich dann
vielleicht auch…


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