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Gedichte über Lustiges - Seite 187


Der verratene Vater

Ein liebes junges Ehepaar,
das hat ein Kind seit einem Jahr.
Der Bub ist gut entwickelt und
so wie er aussieht kerngesund.

Er kann laut schreien, aber doch,
an ersten Worten fehlt es noch.
Und immer öfter wird gefragt,
ob er denn auch schon Mama sagt?

Doch dann ganz plötzlich bringt Klein-Klaus
ganz deutlich das Wort OPA raus.
Und danach war er wieder stumm, -
jedoch der Opa fiel tot um.

So ist es manchmal auf der Welt,
dass Freud und Leid zusammefällt.
Doch nach paar Tagen ists geschehn,
und auch die Oma musste gehn,

nachdem das Kind - Gott seis geklagt -
das Wörtchen OMA hat gesagt.
Man tröstete sich brav und bieder:
Zufälle gibt es immer wieder.

Doch hat man Angst und schöpft Verdacht,
sobald das Kind den Mund aufmacht.
Den Vater packt ein leiser Graus, -
heut früh kam deutlich PAPA raus.

Was ihn am meisten dabei stört,
die Frau, die hat es auch gehört,
sonst hätt' er Lust sich einzuschärfen:
"Naja, das sind wohl bloß die Nerven . . ."

Zwingt sich zu lächeln, wenn er spricht,
doch ganz tief drin, da lächelts nicht!
Er lässt erst mal das Auto stehn, -
"Ach, Buss zu fahrn, ist auch ganz schön.

Was soll das Selber-fahren nutzen?
Ich muss doch nicht die Luft verschmutzen!
Auf Arbeit meidet er Maschinen,
die lässt er andere bedienen.

Auch zu der Sitzung geht er nicht,
weil eine Stimme in ihm spricht:
Es gab schon oft in letzter Zeit
in Sitzungen gehörig Streit,

der Absatz sinkt, der Stress am Markt!
Bloß heute keinen Herzinfarkt!!!" -
Dann kommt auch noch der große Mist,
dass heute einer 50 ist!

"Ach bitte keinen Alkohol!
Ich fühl mich heut nicht richtig wohl!"
"Was ist denn das für eine Masche?
Du bist doch sonst nicht so 'ne Flasche!"

Heut scheint ihm alles ziemlich dumm, -
doch endlich ist der Tag herum.
Er geht zum Buss und staunt sodann, -
er kommt ganz heil im Wohnort an.

Erreicht sein Heim ganz ohne Not.
Er lebt! - (Ein Mann der Post ist tot---).
Den hat (beim Zustelln müsst ihr wissen)
ein böser großer Hund gebissen.

Die Ehe mit dem Kind im Haus
sah jetzt nicht mehr so astrein aus, ---
doch sprach der Mann, du lieber Gott,
halt lieber mal gehörnt, als tot!

Das Kind sprach künftig ganz normal
und es gab keinerlei Skandal,
so dass die Frau, der Mann, das Kind
im Grunde ganz zufrieden sind.
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Alkohol!

8 Uhr Früh sperrt der Wirt die Kneipe auf
Und für mich beginnt der vorgeschrieb’ne Tageslauf
Ganz harmlos fang ich nur mit einem Bierchen an
Obwohl ich weiß dass ich von nun an nicht mehr aufhörn kann

Dem ersten Bier gesellt sich ein zweites zu
Mit dem Wirt bin ich schon Jahrelang per Du
Und nach dem zehnten Bier fragt er mich ob ich’s noch vertragen kann
Ich sag’ klaro, ist ja logisch komm reich rüber Mann.

Doch Irgendwann endet dann der Bierkonsum
Und ich steige ganz discret auf Diquila um
Nach etlichen Gläschen Wein Likör Whisky und Rum
Bringt mich schlussendlich nur der Wodka um.

Und mein Blick wird zur fortgeschrittner Zeit
Völlig starr und es erscheint die Wirklichkeit
Abstrakt und wirr doppelt und bunt und in einem andern Licht
Ein halbleeres Glas vor mir doch befürchte ich dieses schaff ich nicht

Mit schwankendem Schritt Unkooridiniert und ohne Elan
Breche ich zu später Stund die Heimreise an
Ich weiß nicht wie und auf welchem Weg und ich weiß auch nicht mehr wann
Und doch komme ich irgendwie zu Hause an.

Der erste Weg ist geradewegs direkt aufs Klo
Was da passiert erwähn ich nicht das wisst ihr sowieso
Und ich denke mir das das im Leben nicht alles sein kann
Und ich schwöre mir das tust du dir nicht noch einmal an

Doch mit der Zeit verplasst die Erinnerung
Und mit Freunden fühlt man sich erst richtig jung
In guter Stimmung und Mit reichlich Alkohol endet dieser Moment
In einem totalen Desaster wie ihr euch bestimmt vorstelln könnt

Geschrieben 11 Dez 2009 als Lied – Originalmelodie leicht verändert
(schneller gesungen ,Anfangsmelodie erste Strophe wiederholend)
Drei Jahre lang - Juliane Werding
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