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Gedichte über Liebe - Seite 624


Wo hörst du auf, wo fange ich an?

Auf einem Strand lieben wir uns im Sand,
die Sonne bedeckt uns bei unserem Spiel,
eine riesige Sinnflut reißt uns vom Land,
zieht uns hinein in ihren Ozean aus Gefühl.

Wir treiben in einem Meer von Sinneswellen,
sind untereinander über Lustknoten verknüpft,
sind zu Wassertropfen gewordene Tierzellen,
in deren Oberflächenspannung eingeschlüpft.

Unsere Gedanken laufen über enge Sinnesfäden,
ein Bewusstsein kontrolliert unseren Fluss,
stürmische Gehirnströme verursachen Schäden,
Sinnüberflutungen münden in Hochgenuss.

Die Reichweite deiner Berührungen so zu spüren,
gleicht der des Sonnenlichts in einer dunklen Realität.
Unsere Sinnlichkeit besteht aus reinen Ungetümen,
jedes droht mit einem Rausch purer Intimität.

Die feuchtwarme Beschaffenheit deiner Lippen
lässt feine Nuancen unserer Küsse verschwimmen,
deine Wölbungen erscheinen in Form von Klippen,
an jeder davon möchten meine Tropfen kollabieren.

Sanftes Zittern jedes Mal, wenn ein Tropfen zerspringt,
seine Sinnfunken andere von uns in sich aufnehmen,
die Spannung unserer Oberfläche neu abgestimmt,
Grenzen zerbröckeln, weil wir sie weiter ausdehnen.

Welle für Welle, in der wir gemeinsam ausgleiten,
ist eine Umarmung, die uns unendlich umschließt,
tief unter die Meeresoberfläche wir uns ausweiten,
einen Ozean ohne Grund man endlos genießt.

Von uns durchnässt, durchströmen unsere Tropfen,
unsere Aderfäden sind an ihren Enden ausgefranst,
wie Quallen unsere Herzen elektrostatisch klopfen,
in sich ertränkte Seelen ergänzen sich im Wellentanz.

Unsere Sinneskurven liegen eng aufeinander,
in Gefühlsinterferenzen überlagern wir auf uns,
wie zwei Zitteraale schwingen wir ineinander,
Reizblitze durchzucken uns in bizarrer Kunst.

Nach zeitlosem sinnigen Hochspannungsanbahnen,
bauschen wir uns zu einer Erregungsamplitude auf,
in unseren Tropfen zieht sich alles zusammen,
in einer Flutwelle drücken wir zur Oberfläche hinaus.

Meterhoch aufgebäumter hochenergetischer Wall,
ein explodierender Geysir in eruptiver Fontäne,
vom Wellenkamm ab bahnt sich dann der Schwall
als Tsunami seinen Weg Richtung der Strände.

Am Sandufer angebrandet, die Remetamorphosen,
flüssige Lippen und Zungen noch eng vermischt,
die Lungen geflutet von reanimierenden Luftdosen,
Zellen bleiben zurück aus der Wellenrauschgischt.

Unsere nassen Körper entspannt im Sand liegen,
betrachte dich entlang der Brandung deiner Küste,
bin deine ausklingende zarte Flut am Wiegen,
schreien laut auf nach dieser Reise der Lüste.

Wo hörst du auf, wo fange ich an?
Die Antwort heißt
"gemeinsam"

© meteor 2025
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Regenlust

die ganze Nacht schon prasselt Regen...
stell mir vor, wir zwei liegen im Freien
noch warm genug im Spätsommer eben
lassen uns abduschen ohne dreckig zu sein

nichts ist unrein oder verboten im Wasser
das lebensspendende Elexier in der Wüste
wie sehr wir es genießen, werden nasser
Schweiß und Küsse vermischen die Gelüste

auf Haut fallendes Wasser wird zu Perlen
die meine Hände auf dir verfolgen
die über deinen Körper rinnen, sich mehren
sanfter Wasserfilm umhüllt im Wollen

dein weißes Hemd macht es unmöglich
deine Leidenschaft zu verbergen
deine harten Knospen drücken vorzüglich
gegen den straffen Stoff über zwei Bergen

dein Seidenrock klebt durchtränkt
auf völlig durchnässten Schenkeln
jede Faser trieft auf uns vermengt
unentwegtes sinnliches Denken

unter zwei Körpern sammelt sich ein See
sind wie Inseln in einem Meer der Lust
entfernen alles, was trennende Barriere
Kleidung, Ängste und Hemmungswust

nur noch mit Regen bekleidet
einzige Zeugin unseres Umgarnen
die sich mit uns am Augenblick weidet
hält uns fest in ihren Armen

schmiegt unsere Leiber zusammen
so nah wie das Wasser an unsere Haut
unsere Lippen treffen sich im Verlangen
Zungen verwickeln sich angeraut

Wasser schlägt über unsere nackte Außenwand
im schwülen Rhythmus Hüften sich wiegen
zum Regenlied intimer Tanz Hand in Hand
Lust und Liebe im Tropfentakt uns verbiegen

Finger erkunden jeden Spalt
Nässe vereint sich mit dem Regen
Finger machen vor nichts Halt
offenbaren, was zuvor verlegen

Tropfen zart an Wimpern und Nase hängen
fallen sinnlich wellenförmig übers Gesicht
Wasser gleitet über Lippen am Drängen
bringt Tiefe, Farbton & Intensität ans Licht

knieend vor dir koste ich deinen Geschmack
Regen vermischt sich mit ihm zu dir
perlenförmig sauge ich ihn von dir ab
mein Mund findet deine Knospen vor mir

deine Seerose öffnet sich ganz
im Regen meiner Aufmerksamkeit
dein Körper setzt fort seinen Tanz
auf meiner Zunge Zügellosigkeit

ich stehe auf, um unsere Lippen zu vereinen
hebe dich hoch, langsam in dich versinken
ziehst mich tiefer in dich mit deinen Beinen
wie sie sich fest um meine Taille schlingen

ein Baumstamm hinter deinem Rücken
gegen ihn heb und senk ich dich drückend
Regen uns miteinander verschmilzt
zwei Seelen für die jetzt nur eines gilt

zu einer Einheit sind sie verbunden
in die Flut der Leidenschaft gestürzt
unglaublich eng in sich verwunden
mit einem atemlosen Höhepunkt gewürzt

schreiend löst sich aufgebaute Lust
stillt im tiefen Glücksschluck ihren Durst
in der kühlenden frischen Brandung
entspannt sich zärtliche Umarmung

© meteor 2025
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