Du sagst,
du liebst die Sonne.
Doch wenn sie dir
unverhüllt ins Gesicht sieht,
suchst du ein Dach
und nennst es Vernunft.
Du sagst,
du liebst den Wind.
Doch du liebst ihn nur,
solange er
in den Blättern anderer Bäume wohnt.
Du sagst,
du liebst den Regen.
Doch beim ersten Tropfen
spannst du zwischen dir
und dem Himmel
eine schwarze Haut.
Du sagst,
du liebst den Mond.
Doch sobald sein Licht
die Schatten in deinem Zimmer
sichtbar macht,
ziehst du die Vorhänge zu.
Du sagst,
du liebst die Sterne.
Aber du hebst den Blick nur,
wenn einer fällt
und dir dafür
einen Wunsch verspricht.
Vielleicht liebst du
an all diesen Dingen
nur ihre Namen:
Sonne.
Wind.
Regen.
Mond.
Sterne.
Schöne Wörter,
solange sie nichts berühren,
nichts verändern,
nichts von dir verlangen.
Und nun
legst du auch die Liebe
zu den schönen Wörtern.
Verstehst du jetzt,
warum ich Angst bekomme,
wenn du sagst:
»Ich liebe dich«?