Du brichst das Fundament in Stücke,
das uns durch uns're Jahre trug.
Und jede einst geschlagene Brücke
wird nachträglich zu Lug und Trug.
Was schön war, wird von dir vergiftet,
weil du das Heute grausam färbst.
Und Bilder, die du neu gestiftet,
sind Dolche, die du mir vererbst.
Ich schau' zurück und zweifel leise:
War einstmals alles nur ein Schein?
Du raubst mir so, auf diese Weise,
das Recht, im Herzen ganz zu sein.
Da ist kein Duft, kein schönes Schweigen,
wenn du den Wert von einst zerfrisst.
Nur Scherben, die mir deutlich zeigen,
wie fremd du mir geworden bist.
Es bleibt, wenn du es jetzt zerstörst,
nur ein Blick zurück in kaltem Licht.
Die Wahrheit, dass du nicht mehr hörst,
und die Erinnerung, die nun zerbricht.
© Birgit Klingebeil
[2026]