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Gedichte Über Leidenschaft - Seite 41


Seelenverwindung

Lecke jedes Wort
von meinen Lippen,
lass sie deine Kehle
hinuntergleiten.
Versuche, deine Zunge
ihnen nachzuschicken,
bis sie am Gaumen
muss zurückbleiben.

Wie Kleinode aus Früchten,
dunkle, harte Süßigkeit,
die zu Creme zerfließt,
zu karamellisierten Sehnsüchten,
eine heilende Flüssigkeit,
die sich in deine Herzkammern ergießt
und in sahnigen Schlägen durch
deine Zellen zwingt,
was die Tiefe meiner Wildnis
durch dich dringt.

Meine fesselnden Silben werden
sich um deine Syntax winden,
schaumige Mischung aus
gebutterter Seide und Witz,
Dialoge von Herz zu Herz,
die ins Sternenzelt münden,
während die Nacht des Himmels
endlos aufblitzt.

Wir verdrehen unsere Zungen
zu stöhnenden Artikulationen,
zu lustvollen Versen,
von uns dürstend verschlungen,
die von eisigen Schauersensationen
über Leidenschaftstraversen
zu einem Lavastrom über gleiten.

Wir füttern einander mit Wünschen,
mit den intimsten Träumen im Kopf,
unser Speichel wie Honig,
der vom zarten Schein
der Morgendämmerung tropft,
während wir uns öffnen,
und das nicht wenig,
wie hungrige Vogelbabys gebärden,
die darum betteln, hoffen,
um jeden Preis genährt zu werden.

Hier, in diesem Urwald der Sprache,
findet dein Atem ein Zuhause
auf meinen Geschmacksknospen,
meine Zunge in deiner Wange,
das Echo deiner Urlaute am Auskosten,
zwischen den Turbulenzen unserer
explodierenden Ozeane.

Wenn sich zwei Seelen so finden,
sich verbal ineinander verbal verketten,
ihre Tiefen zusammen ergründen,
endlos abgetaucht, sich gegenseitig erretten,
besteht zwischen ihnen eine einmalige Bindung,
in sich verflochten und verwoben,
eine universelle quantenverschränkte
Seelenverwindung.

© meteor 2025
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Woge der Lust

Ich hatte nicht vor,
dich so derart zu begehren...
auch nicht das,
dass es das heraufbeschwor,
mich nach dir so zu verzehren ...

Ich habe mich nicht hingesetzt
und erwartet,
dass mein Körper mich verrät,
dass nur durch
deine Worte
mein Denken aussetzt ...
und so ausartet,
dass alles völlig
in Erregung gerät.

Trotz deiner Abwesenheit
verweilst du in mir ständig ..
es schmerzt von Zeit zu Zeit,
meine Lust ist so unbändig ...
die Abstände eine Geringfügigkeit,
mein inwendiges Verlangen steigt
nun auch auswendig...

Es tropft ... und der Stoff weiß es,
dieser Zeuge der langsamen,
verheerenden Woge der Lust ...
dieses Anschwellen, bis zu heiß alles,
dieses hinaufkriechende Anbahnen,
dieser begehrliche feuchte Durst...

Ich wälze mich hin und her,
und der Stoff seufzt an mir ..
nass befleckt von der Wahrheit,
die ich nie laut auszusprechen wage...
Nicht nur Erregung, nein, viel mehr...
diese Art von Hunger nach dir ..
diese geballte, gepresste Klarheit,
wonach im Dunkeln niemand fragte ...

Du hast mich nicht einmal berührt,
du hast nur ein Wort geschrieben
als wüsstest du es wie sooft ...
Von deinen Gedanken geführt,
von deiner Telepathie getrieben -
deine Tasten gleiten
unter meinen Stoff...

Dein Name erzittert in meinem Mund,
bevor du meinen ausgesprochen hast,
inmitten meiner Hüften tobt ein Sturm...
Der Drang, der Druck ist ungesund,
bleibt er weiter so eng eingefasst,
ein Reflex streckt
den Wurm zum Turm ...

Ich ließ den Stoff es aushalten,
du weißt ganz genau,
wie wir uns begehren,
wie es um mich steht...
lässt diesen Moment gewähren,
in dem auch du verstehst,
zergehst,
flehst ...
berührt zu werden...

Ich warte...
ich poche...
ich ruiniere den Stoff...
und wenn du endlich nah
zu mir kommst,
was ich mir so sehr erhoff'...
nah genug, um zu erkennen,
wie ich nach dir ausharre
nach dir horche...
nach dir giere...
nach dir brenne ...

Du wirst schnell erraten,
wirkst angefasst,
bis du es tief in dir spürst,
dass du einen Ort betreten hast,
den du nie wieder
sauber verlassen wirst...
nicht deine Lippen...
nicht dein Atem ...

© meteor 2025
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Der Bestseller...

Dieses Mal sollte es gelingen,
diese Zeilen mussten es bringen.
Viele Jahre schrieb er schon,
nichts war gelungen davon
was einen Verleger in Wallung brächte,
schrieb Tag für Tag und auch die Nächte.

Er wusste, einmal war es so weit,
lange war er schon für den Erfolg bereit.
Er schrieb sich die Finger wund,
vergaß das Essen, lebte ungesund.
Bald sind alle Seiten vollgeschrieben,
die Leser werden es lieben.

Sie spüren die Energie, den Schweiß,
den er hineingesteckt, den Fleiß.
Von Leidenschaft, Liebe und Hass,
schrieb so, dass es ihn fast zerfraß,
mit Betrug, Mord und Verderben,
hat er die Blätter vollgeschrieben.

Eine Flasche Wein noch, auch ohne Glas,
er schrieb und schrieb ohne Unterlass
war besessen von dem einen Gedanken,
nichts konnte ihn mehr aufhalten
ein Werk so zu verfassen,
so andere Schriftsteller erblassen.

Bald, -bald ist es geschafft,
da fehlte nur noch eine Kleinigkeit,
er grübelte und trank den Wein,
nur er konnte noch helfen, allein.
Die Gedanken flogen nur so herbei,
er schrieb die letzte Seite, es war vorbei.

Er nahm die Seiten zusammen,
die Hürde war endlich genommen,
schwebte in einem Zwischenraum,
umhüllt nur von dem einen Traum.
Am Morgen man ihn auf seinem Stuhl vorfand,
mit einem Lächeln und den Seiten in der Hand.

Sein Traum, ein Bestseller zu sein,
wurde wahr, in der ganzen Welt sogar,
die Verleger rissen sich um ihn,
bedauerten zu tiefst, was gescheh'n
er hatte um sein Leben geschrieben,
ein Werk, das bis heute in den Köpfen geblieben.


26.05.2025 © Soso
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