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Gedichte über das Leben - Seite 85


Spaziergang

und wieder dreh ich meine Runden
alleine in der Natur, hab mich gefunden
wann nur mag meine Seele gesunden?
zahlreich, tief sind ihre Wunden...

über Feldwege und durch dichte Wälder
meide Teerstraßen, große Menschenfelder
will niemanden jetzt um mich haben
die nur wieder die Ursachen erfragen
was dazu führte, zu all diesen Narben

mit den Jahren bin ich mir längst im Klaren
das menschliche Versagen schuld waren
Reue und Buße machen nicht ungeschehen
was über Kinderseelen ließ man ergehen

und noch heute gibt es dafür Fürsprecher
Prügelstrafe und Demütigung wären ok!
die Kindeserziehung gestattet Verbrecher
hilflos, wehrlos ... Unrecht tut jedem weh!

wieso wurden und werden Täter resozialisiert?
ihre Taten bequem als Krankheit kategorisiert!
Opfer mit "Wird schon wieder!" abserviert...
keinen kümmert, was aus ihnen später wird
was geschehen ist, ist "leider" mal passiert!
lieber werden Täter zu Opfern umdeklariert

was hat sie nur zu ihren Taten verleiten lassen?
wie konnten sie nur was sie lieben so hassen?
mussten sie eine schwere Kindheit ertragen?
mit ihren Narben ein Weiterleben allein wagen?
ihr zerstörtes Urvertrauen führte zum Versagen...

und so dreh ich wieder meine Runden
hab mir meine Fäuste fest angebunden
benutze sie nur gegen Unrecht in mir
grün und blau befleckt ist meine Seele
tränengefüllte Pfützen umgeben das Papier
auf dem ich mit Kerben die Tage zähle
und ich stehe, gehe, lebe weiter im Hier
verhindere, dass ich selber andere quäle
auch in mir versteckt sich dieses Tier
ich werde es bändigen, das versprech ich...

... mir!

© meteor 2025
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Manche Dinge ...

Manche Dinge haben wir nicht in der Hand...
und wenn wir sie auch noch so sehr wollen,
sie entgleiten uns, wie feiner Wüstensand...
werden zu dem, was sie nie werden sollten.

Manchen unserer Ziele sind wir nachgerannt...
waren wie mit Scheuklappen auf sie fokusiert,
hielten getane Fehler an uns für uns gebannt,
achteten darauf, dass uns das nicht passiert!

Doch wir sind letztlich auch nur Menschen,
unser Erlebtes prägt unsere Werte und Denken,
müssen uns oft durch unser Leben kämpfen,
werden oft gezwungen, uns einzuschränken.

Es gibt zuviele Faktoren, die auf uns einwirken,
höhere Gewalt, die Folgen der Taten Anderer,
ein Schmetterlingsflügelschlag, ein Aufzirpen,
und was wir geplant haben ist durcheinander.

Wir können uns noch so gut vorbereitet haben,
fühlen uns kompetent, erfahren, ausgebildet,
wissen nicht, welchen Plänen andere nachjagen,
Zielkonflikte sind der riesigen Masse geschuldet.

Obwohl wir uns in unserer kleinen Welt wähnen,
Milliarden von Menschen sind um uns herum.
Das Zusammenleben in ständigen Kriegsszenen
macht Furcht, verzweifelt, ratlos und stumm.

...

Eigentlich drehten sich meine Gedanken anfangs,
um das, was mich im Kleinen so beschäftigt...
Meine Kinder, mein Leben, was mir macht Angst,
doch das wird beeinflusst vom Großen tatkräftig!

Kein Wunder, dass wir uns nach Frieden sehnen,
nach Freiheit für alle Menschen auf der Welt.
Wenigstens wollen wir selber es so ausleben,
in einer Demokratie, in der jeder gleichviel zählt.

Wir schaffen so unsere Wünsche und Träume,
treten für unsere Ideale und Ziele auch ein,
alarmiert von Mitmenschen in Blasenräumen,
verteidigen wir uns, riskieren, einsam zu sein.

Als wenn Krankheiten und Unfälle nicht reichten,
schaffen wir uns zusätzlich unnötiges Leid.
Die Machtgier besessener gieriger Oberreichen,
zerstört selbst Freunde, Familien, Zweisamkeit.

Manche Dinge haben wir nicht in der Hand...
zu dieser Erkenntnis braucht es nicht viel,
wozu jeder ist fähig in diesem Friedensland,
setzt nicht eure Freiheit und Rechte aufs Spiel.

Haltet doch einfach einmal kurz die Luft an,
hört nicht nur die Parolen der Unruhestifter!
Begreift auch ihre Ziele, ihren perfiden Plan,
ihr seid nur ihr Echo, sie die Friedensvergifter.

Die wenigen Dinge, die wir in der Hand haben,
nur zusammen können wir sie uns bewahren.
Doch dazu ist mehr soziale Gerechtigkeit nötig,
noch mehr Egoismus und Gier wirkt tödlich ...

Manche Dinge glauben wir in unserer Hand,
bis wir uns daran haben die Finger verbrannt...



© meteor 2025
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