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Gedichte über das Leben - Seite 819


Mathematik

Die Mathematik, der wahrsten Augen, der Welt.
Mit dem ersten Blick sieht er die Worte. Mit
dem zweiten Blick die Liebe. Mit dem dritten
Blick den Engel. Und die Worte sagen, rede
mit ihr. Und die Liebe sagt, küsse sie. Und
der Engel sagt, bleibe bei ihr. Drei Blicke.
Und der eine Mensch der Alles ist. Und die
Welt tanzt. Und das Leben lächelt. Und die
Liebe lebt. Drei Blicke. Und der eine Mensch
der alles ist. Und das Denken ist der Himmel.
Und Er löst die richtige Aufgabe.



Die Mathematik, der klügsten Augen, der Welt.
Mit dem ersten Blick, sieht Er das Wissen.
Mit dem zweiten Blick, die Kunst. Mit dem
dritten Blick, die Wahrheit. Und das Wissen
sagt, gehe zu Ihr. Und die Kunst sagt, lade
sie ein. Und die Wahrheit sagt, zeige was
Du fühlst. Drei Blicke. Und der eine Mensch
der Alles ist. Und das Wissen lebt. Und die
Kunst lächelt. Und die Wahrheit träumt. Drei
Blicke. Und der eine Mensch der alles ist.
Und die Freiheit ist der Himmel. Und er löst
die richtige Aufgabe!



Die Mathematik, der mutigsten Augen, der Welt.
Sie erzählen, von Tagen, mit Dir. Sie reisen
an das Meer. Und Du bist die Küste an der sie
leben. Sie denken die Zeit neu. Und Du bist,
die Freiheit die sie sehen. Sie wollen die
Wahrheit. Und Du bist die Liebe die sie finden.
Schritte die zu Sternen werden. Hände die den
Tagen nichts graues lassen. Sätze mit denen
die Stille träumt. Und Eins und Eins. Das ist das
Paradies und Du. Und die Kunst ist der
Himmel. Und er löst die richtige Aufgabe.


© Klaus Lutz


Pa. Am 7.1.2010 um 1;10 Uhr zuerst auf.
www.e-stories.de veröffentlicht!
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Die Geburtstagsrunde

Immer wenn bei uns Geburtstag ist,
man den Rückblick nicht vergisst.
Erst ist es nur das letzte Jahr,
von dem man erwähnt, was war.

Geburten, Hochzeit, Sterbefälle,
Hausneubauten an dieser Stelle.
Als letztes aus dem eignen Leben
die Erben sich die Hände geben.

Dann stehen die Eltern im Mittelpunkt,
weil es bei ihnen einst gefunkt.
Sie bestimmten lange mein Leben,
und das der Geschwister daneben.

Mancher findet mit der Zeit
zwischen Verwandten Ähnlichkeit.
Der Opa vererbt der Enkelin
neben den Augen auch das Kinn.

Und Martha die uralte Base
hatte damals die gleiche Nase.
Nur Onkel Heinrich findet das dämlich,
er sieht etwas seinem Nachbarn ähnlich.

Wir sind es von jeher gewöhnt,
dass sich jetzt alles übertönt.
Drum fangen wir schließlich dann
mit Elend, Flucht, Vertreibung an.

Alte Fotos werden herum gereicht,
die schon abgegriffen und gebleicht.
Erinnerungen machen die Runde
über manch gute und schlechte Stunde.

Automatisch wird das Thema übergeleitet
und der nächste Urlaub vorbereitet.
Bei Bier und Wein mit Schnaps und Weinbrand
diskutiert man über jedes Urlaubsland.

Terror, Erdbeben und Wetterunsicherheiten
dabei manches Problem bereiten.
Da der Zinssatz stetig fällt,
fehlt das obligatorische Urlaubsgeld.

Der Zeiger läuft, die Zeit vergeht,
der erste Gast im Mantel steht.
Die andern finden es auch genug
und rüsten sich alle in einem Zug.

Während die Besucher und Gäste gehen,
bleiben wir an der Haustür stehen.
Jeder denkt trotz Weinen und Lachen:
„Wie oft werden wir das noch machen?“

15.01.2017 © W.R.Guthmann
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