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Gedichte über das Leben - Seite 3375


Fasching in München. die fünfte Jahreszeit

Die fünfte Jahreszeit
Ob nun die Rheinische mit Köln, Mainz, Düsseldorf
Die Schwäbisch - Alemannische oder der Münchner Fasching. Gefeiert wird überall. Prunksitzungen, Tanzsäle, Umzüge.
Ich selbst ziehe den Münchener Fasching - allen anderen vor.-Fasching in München
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Viel Heiterkeit beim Faschingsballe
Die Decke, Wände reich geschmückt
Gut angefüllt ist schon die Halle
Und mancher Gast spielt schon verrückt.
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Von der Decke blinken Lampen
das Konfetti in der Hand
lautes Lachen, Singen, Stampfen
zu Laternen buntem Band.
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Kostümiert die Gäste alle
Überall nun Mummenschanz
Reichlich Lärm, Radau im Saale
Bei Musik vereint beim Tanz.
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Damen, Mädchen keck gekleidet
Zeigen Fraulichkeit - freizügig an
Männer - machohaft verkleidet
Sind davon recht angetan.
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Heiße, kecke freche Blicke
Von den Männern gehen aus
Wunsch zum Herzen, Kosen, Küssen
Mancher scheint im Liebesrausch.
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Wein, Sekt, Bier in Massen fließen
Alle Schüchternheit vorbei
Fantasien üppig sprießen
Und man fühlt sich Vogelfrei.
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Bis in den Morgen geht das Treiben
Jubel - Trubel - Heiterkeit
Faschings - herrlich, heitere Zeiten
Zu Aschermittwoch es noch weit.
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Peter Leitheim: Buchautor
www.leitheim-gedichte.de
Gedichte, Märchen, Sagen,
sowie Gebete, Kurzgeschichten
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Reutlinger Autorenpool
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Das Erbe kann warten.. [Teil 9]

Frau Scherz startet entspannt in diesen Morgen. Nicht mit Drama, sondern mit Haltung. Kaffee in der Hand, positive Energie im Bauch, als hätte sie über Nacht heimlich mit dem Optimismus gekuschelt. Für sie ist jeder Tag ein Geschenk, manchmal hübsch verpackt, manchmal mit Beipackzettel, Warnhinweisen und dem dezenten Hinweis: „Überwindung erforderlich.“

Das Erste nach dem Aufstehen: die lila Gardinen zurückziehen, Fenster auf. „Hereinspaziert, Winterluft“, denkt sie, fast singend. Sie liebt diese Polarluft, diesen klaren, metallischen Geschmack, der die Lungen einmal gründlich durchspült und den Kopf sortiert. In der Nacht hatte ein starker Sonnensturm die Erde getroffen, ein geomagnetisches Ereignis, das geladene Teilchen tief in die Atmosphäre schleuderte. Sie kollidierten mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen, regten sie an, und ließen sie leuchten. Polarlichter.
Nicht nur über Norwegen oder Island, sondern sichtbar bis nach Deutschland. Am 19. Januar 2026. Kurz, intensiv, flüchtig. Schönheit auf Zeit. Wie ein kosmisches Schulterzucken: Schaut her, ich kann auch anders.

Dann greift sie zur Fernbedienung. Altmodisch, ja. Aber sie steht dazu. ARD, ZDF, Morgenmagazin. MOMA.
Eine Gewohnheit wie Zähneputzen, nur mit mehr emotionalem Kariesrisiko. Und wie jeden Morgen trifft es sie. Nicht subtil. Sondern frontal. Themenauswahl wie ein Faustschlag in die Magengrube. Wieder dieses Gefühl: Bin ich die Einzige, die das so empfindet? Sie merkt, wie sich etwas in ihr zusammenzieht. Dieses leise, zähe Runterziehen. Sie schaltet ab. Abrupt. Entschlossen.

„Das tue ich mir nicht an“, murmelt sie. Niemand hört es.
Niemand außer der schwarz-weißen Katze, die aussieht, als hätte sie das politische System längst durchschaut und sich bewusst für Desinteresse entschieden. Niemand wird je genau wissen wollen, wie sich Frau Scherz in ihrem kleinen Alltag fühlt. Sie lebt seit Jahren im Single-Status, Fluch und Segen, wobei der Segen inzwischen deutlich in Führung liegt. Beziehungskonferenzen, emotionale PowerPoint-Präsentationen und Psychogramme? Nein danke. Sie bevorzugt klare Gedanken und ungeteilte Decken.

Doch dann diese Schlagzeile. Und jetzt wird Frau Scherz wirklich wach.
Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert die Höhe des Krankenstandes.
14,5 Krankentage. Fast drei Wochen. „Ist das wirklich notwendig?"

Frau Scherz schüttelt den Kopf. Nicht leicht. Nicht amüsiert. Sondern verächtlich. Was ist das für eine Führungspersönlichkeit, die Krankheit zur moralischen Verfehlung erklärt? Die Zahlen sieht, aber die Menschen dahinter nicht. 14,8 Krankheitstage im Jahr 2024, sagt das Statistische Bundesamt. Ein Anstieg, ja. Aber auch eine bessere Erfassung durch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Mehr Daten, weniger Dunkelziffern. Das ist Statistik, keine Faulheits-Epidemie. Atemwegserkrankungen als Haupttreiber. Überraschung. In einer Welt nach Pandemie, mit verdichteter Arbeit, Personalmangel, Dauerstress und permanenter Erreichbarkeit.

Doch statt über Prävention zu sprechen, über Arbeitsbedingungen, über Fürsorge, über strukturelle Überlastung, wird die Moralkeule geschwungen. Telefonische Krankschreibung? Verdächtig.
Beschäftigte? Potenziell bequem. Der Subtext ist klar: Ihr seid das Problem.

Frau Scherz denkt: Wie elegant man Verantwortung nach unten delegieren kann. Wie geschickt man systemische Erschöpfung individualisiert. Wie leicht man Menschen gegeneinander ausspielt – die „Fleißigen“ gegen die „Kranken“, die „Leistungsbereiten“ gegen die „Verdächtigen“.

Dabei sagen Studien etwas ganz anderes. Keine Hinweise auf systematischen Missbrauch. Drei von vier Menschen halten die telefonische Krankschreibung für sinnvoll. Weniger Ansteckung, weniger Wartezimmer, mehr Vernunft. Aber Vernunft hat selten Lobbyisten.

Stattdessen dieses Mantra: Wir müssen mehr arbeiten. Ja, sagt Frau Scherz, vielleicht. Aber vor allem müssen wir besser arbeiten. Gesünder. Menschlicher. Mit verlässlicher Kinderbetreuung, mit realistischen Arbeitszeiten, mit Führungskräften, die verstehen, dass Produktivität kein moralischer Zustand ist.

Was hier passiert, ist kein wirtschaftlicher Diskurs. Es ist ein Angriff auf Würde. Ein moralisches Auseinandernehmen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, als wären sie Zahnräder mit schlechtem Wartungszustand. Und es ist gefährlich, weil es das Misstrauen normalisiert.

Frau Scherz steht am Fenster, atmet die kalte Luft ein.
Sie denkt an die Polarlichter. An diese stille, gewaltige Energie, die niemand kontrolliert, niemand sanktioniert, niemand infrage stellt.
Und sie denkt: Vielleicht ist genau das der Punkt. Der Mensch ist kein Systemfehler. Er ist ein Teil der Natur. Verletzlich. Endlich. Keine Maschine.

Ihr Fazit ist klar, auch wenn sie es nur für sich formuliert: Eine Gesellschaft, die Krankheit moralisiert, ist selbst krank. Eine Politik, die Belastung ignoriert und Disziplin predigt, verliert den Kontakt zur Realität. Und Führung ohne Empathie ist keine Führung, sie ist Verwaltung von Kälte.

Frau Scherz nimmt einen letzten Schluck Kaffee.
Sie lächelt schief. Schelmisch. Und denkt: Vielleicht sollten wir nicht, fragen, warum Menschen krank sind sondern warum wir ein System verteidigen, das sie krank macht.


© Marcel Strömer
[Magdeburg, 20.01.2026]
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Die Waage des täglichen Lebens!

www.gedichte-leitheim.de
Historie, Kunst, Literatur, Geschichte - Beiträge.
Gedicht - Nr. 1233 von 1488 Gedichten

Auf goldenen Schalen ausgebracht
was Freude Kummer oft gemacht.
Wollt wissen war es gut das Leben?
War`s unrecht da viel Leid zugegen?
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Auf linker Seite eingebracht
all das was recht viel Leid gemacht.
Auf rechter Schale aufgelegt
was Freude und mein Herz bewegt.
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Nach welcher Seite schlägt es aus?
Was kommt am Ende dann heraus.
Hat solches Wiegen wirklich Sinn
in welcher Schale liegt was drin?
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mehrfach war heftig Hagelschlag
und Bitterkälte - viele Tag.
Auf rechter Seite Sonnenschein
und Sommerregen frisch und rein.
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Sehr schwer sehr lang das Lagerleben
wo Hunger Armut stets zugegen.
Auch Jauchen, Hochzeit, Kindersegen
zwei Töchter die mir Gott geben.
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Oft Tränen, Kummer - Tag und Nacht
manch Schicksalsschlag mit zugedacht.
Im Dichten – Malen, fand ich Glück
im Garten hatte gut Geschick
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Der Vater viel zu früh gestorben
an Geld oft wenig - viel Krankheit Sorgen.
Erfolge groß im Sport - Tochter gehabt
die Jüngste viel Hilfe mir gebracht.
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Die Frau recht krank schon lange Zeit
Ich selber- auch dies keine Freud.
Hab warme Stube, Rente gut
und auch zum Essen ich genug.
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Viel Unrecht Leid mir man angetan
man lies mich kommen nie voran.
Doch auch Erfolge ich gehabt
Im Leben allerlei vollbracht.
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Die Waage aber schlug nie aus
egal wo was - ich legte drauf.
Was ist im Leben Freude – Leid
Und was ist gute - schlechte Zeit?
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Es ist nicht Geld - Nicht Macht - Nicht Rum
Das Glück das ruht allein - im guten Tun.
Betrachtet man die Welt die Große
Da ist viel Leid - viel Schicksalslose.
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Es ist bei vielen Glück und Segen
Doch es ist viel was wir nicht sehen!
Was bei uns Kummer für andere schon Glück
Die Welt - das Leben - ist verrückt.
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Was Glück, was Unglück, seltsam Spiel
Der Mensch der möchte meist zu viel.
Sehr vielen geht es wirklich schlecht
was ist im Leben denn gerecht?
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In unserer Welt oft große Not
gar viele sterben da kein Brot.
So viele auf der Straße leben
gar vielen Kindheit - nie gegeben.
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Ums nackte Leben viele kämpfen
In Kriegen Leid geschieht den Menschen.
Auf dieser Erde viel Gewalt
Krankheit und Seuchen anderthalb.
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Ein mancher taub ein anderer stumm
mal ohne Glieder - schiech und krumm
gelähmt, mit reichlich Atemnot
bei vielen alles aus dem Lot.
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Peter Leitheim: Gedichte
Deutsche Gedichte Bibliothek.
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Der Blinden ihr trauriges Lied 1800- 1900

Blindenschulen in den Jahren 1800 – 1900
Historien - Gedicht.
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Gedicht - Nr. 1237
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Wohl denen die Gesund, die, Sehen, Hören Riechen und Fühlen können.
In früheren Zeiten weggesperrt, führten sie ein karges, freudloses, hartes Leben
mit oft schwerer Arbeit unter strenger Zucht - ohne Freude und Hoffnung.
Blinden - Schulen
Der Tag begann mit einem Gebet und einem Lied der Hoffnung.
Dann folgte strenge Zucht- ein karges Essen – harte Arbeit - Unterwerfung.
Ein Leben ohne Freude – Liebe – Zärtlichkeit - Hoffnung
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Der Blinden ihr trauriges Lied täglich neu gesungen.
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Ein neuer Tag beginnt sein Lauf
Mit Sonnenlicht das oben auf
Für Menschen Wärme, Licht gebracht
Doch für die Blinden bleibt es Nacht!
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Sie können nicht die Welt beschau ‘n
Nicht Blüten und nicht grüne Auen
Die Fauna, Flora sehen sie nicht
Und auch kein freundlich` Angesicht.
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Doch fühlen sie wie Sonne warm
Und wenn sie jemand nimmt in Arm.
Sie hören auch den Vogelsang
Im Herzen drinnen bleibt es bang.
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Früh morgens ganz rasch es in den Saal
Als Gottesgruß ein frommer Choral.
Dort stehen sie in Reih und Glied
Voll Inbrunst singend Morgenlied
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Dort preisen sie den Herrn und Gott
In laut Gesang an dunklem Ort.
Sie bitten um ihr Augen Licht
Auf das der Herr ihr Dunkel bricht.
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Peter Leitheim
Mensch - Humanist
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