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Gedichte über das Internet - Seite 7


Hier im Internet

Liebe Leute groß und klein
kommt noch alle heut online
Hier haben wir die größte Hetz
In dieser Welt des Internets
Hier im Internet, Hier im Internet

Hier siehst du alles, was dir gefällt
Nur das Internet. Trägt das Etikett
Es kennt die Wahrheiten über diese Welt
Lass dich fall'n in das Netz
In dieser Welt des Internets

Ich bin dein Vogel und zwitscher dir was
In hundertvierzig Zeichen Längenmaß
Hast du nur zehn Freunde im Leben gar
Ich biete dir eine Freundesschar
Hier im Internet zählt die Quantität
Internet, Internet, Internet, Internet

Hier bist du nicht allein
Jeder tippt hier seine Meinung rein
Ob als Blog, oder Video Log
Erklären sie dir wie es ihnen geht
Hier sind wir alle gleich, ob arm oder reich
Wir sind lieb und auch furchtbar nett
Hier im Internet
Surfst du von früh bis spät

Sei doch nicht stur
Geh zur Tastatur
Schreibe, was dich bedrückt
oder was dich froh entzückt
Wir schreiben dir auch immer zurück
Über die Chats, Über die Chats
In dieser Welt des Internets

Ich biete dir Singles aus der Nachbarschaft
Für eine lebenslange Partnerschaft
Ich biete dir Gelegenheitssex
Ich biete dir für'n paar Bitcoinchecks
Wirst du noch heut zum großen Star
Ist es hier nicht wirklich wunderbar
Hier im Internet, Hier im Internet
Internet, Internet, Internet, Internet,
Internet, Internet

In dieser Pseudowelt
Geht es nur um Macht und Geld
Hier schreibst du dein eigenes Gesetz
In dieser Welt des Internets

Suchst du noch
oder googelst du schon
wir erobern bald das Lexikon
Das dann jeder weiß, was lol und adden heißt
Das dann jeder den Andere versteht
Hier im Internet, Hier im Internet

Sei doch nicht scheu
wir bleiben dir treu
Zeig uns deinen großen Intellekt
und surfe jetzt ohne ein Brett
Hier im Internet, Hier im Internet
Internet, Internet, Internet, Internet
Komme nun endlich heim
Stimm' mit uns in's Liedchen ein
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Kränkungsrituale und Stigmatisierungsformen im Netz

Kränkungsrituale und Stigmatisierungsformen im Netz

Die primitivste und die einfachste Art:
Einen User im Forum zu sperren!
Diese Entscheidung ist zwar manchmal hart,
Doch sie zeigt die Macht von Damen und Herren.

Fakenews, Beleidigungen, Obszönitäten
Verlangen manchmal nach dieser Härte.
Würde sich dabei ein Forum verspäten,
Wäre es offen ein Unrechtsgefährte.

Mitunter werden dann Gute gemobbt,
Wo Neid und Missgunst regieren,
Die Humanität im Mainstream leider floppt
Und Menschen sich zum Mobben verführen.

Will man einen Schreiber nun brandmarken,
Wird man das Schreiben ihm nicht verbieten:
Er soll schreiben und ja nichts wegsargen,
Das Sperren wird dabei gerne vermieden.

Denn jetzt redet man seine Werke schlecht,
Ohne Gnade, kann sumpfend so waten.
Selbst ist man dabei meist ungerecht,
Doch dies wird dem Mobber kein Schaden.

Hat man den User damit nicht vertrieben,
Sucht man im Netz nach Kumpanen,
Kann die Untat so auf andere schieben
Und zur Dauerkritik sie anmahnen.

Sowie ein Beitrag vom User erscheint,
Wird sofort einer darüber erstellt,
Damit niemand lobt oder gar beweint,
Was von ihm ins Netz gestellt.

Kann man ihn immer noch nicht vertreiben,
Den man inzwischen doch stigmatisiert,
Muss man sich neuer Strategie verschreiben:
Niemand lese mehr, was da sprachlich geführt.

Man löscht bei ihm deshalb alle Klickzahlen,
So dass jeder naive Leser denkt,
Das Opfer wär' uninteressant, ohne Zahlen,
Also längst in den Hades gelenkt.

So hofft man endlich den zu vertreiben,
Der dafür natürlich gar nichts kann,
Um ihm das Posten auf Dauer zu verleiten,
Er abhaut, der ungeliebte, anstrengende Mann!

Merke: Das Netz ist nicht so human,
Wie soziale Netzwerke es glauben machen.
Nicht über allem schweben Taube und Schwan –
Und oft ist es nichts, als ein Würdeverlachen.

Doch längst weht im Netz ein anderer Wind,
Weil viele das nicht mitmachen,
Wo nur noch Mobber und Geister sind
Als Ausbund von Teufels Rachen.


©Hans Hartmut Karg
2019

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