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Gedichte über Humor - Seite 380


Klonen3: Die Klon-Frau - das wohl missglückte Experiment

Ich vergaß doch nun völlig zu erwähnen, dass so ein Klon,
frisch gefertigt, so dumm ist wie einer Kartoffel ihr Sohn.
Das Hirn ist zwar, wie der Körper ja auch, stofflich vorhanden,
jedoch sind dort keine eigenen Gedanken entstanden.

So erfand ich den Gedanken-Brenner, für mehr Geist und Wissen,
denn ich will wirklich nicht mit einer dummen Frau reden müssen.
Hab alle meine Gedanken auf einem PC gespeichert,
damit wird dann das Gehirn meiner Geliebten angereichert.

Der Start-Button ist gedrückt, der Dupliziervorgang jetzt beginnt,
Blitze hinter getönten Scheiben, SIE so ihre Form gewinnt.
Zum Schluss wird mit spitzem Elektronenstrahl das Hirn beschrieben.
Die Tür geht auf, nun kann ich sie für mich ganz alleine lieben.

Lächelnd steht sie da, wunderschön, völlig nackt und unbekleidet,
hübsch schlank, mit ach so großem Busen, von jeder Frau beneidet.
Mit aufgeregtem Blick ich langsam tiefer nach unten vorrück,
sehe schockiert, dort in ihrer Mitte - ein männlich derbes Stück.

Wie konnte es dazu kommen, wie ist dies Unglück bloß passiert?
Wurde zufällig ein Teil Männer-DNA mitintegriert?
Was soll ich jetzt machen? Wer mag mir einen guten Rat schreiben?
Sie trotzdem innig lieben, mit ihr und ihm zusammenbleiben?

Dann steht sie vor mir, knöpft mir neckisch lächelnd Hemd und Hose auf.
Schnell hat sie mich ganz entkleidet, mich so geschaffen, wie sie auch.
Soll ich mich trauen, sie beherzt in ihrer Mitte anfassen,
oder wär es falsch, zu befremdlich, sollt ich es lieber lassen?

Sie schlüpft rasch in die verstreut auf dem Boden liegenden Sachen,
muss aber doch herzhaft über die zu großen Schuhe lachen,
nimmt den Haustürschlüssel und aus dem Portmonee die Giro-Card,
dreht sich barfüßig schwungvoll um und sie ganz freudestrahlend sagt:
„Ich brauch ein paar neue Klamotten, wenn ich ab jetzt bei dir wohn.
Und guck nicht so dumm, natürlich weiß ich deine Pin-Nummer schon.“


Belix Bahei
belixbahei@hotmail.com
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Schlemmerei

Schlemmerei

Jahrzehntelang aß er nur Schnitzel
Und trank dazu das viele Bier,
Fand für die Veggies nur Gewitzel,
Hatte für Pommes viel Gespür.

Wollt' er sich mit der Welt versöhnen,
Haute ein großes Steak er rein.
So glaubte er sich zu verwöhnen
Und war nicht mehr so ganz allein.

Er lachte Kräuterweiblein aus:
Salat war etwas für die Tiere!
Sein Auto fuhr er ständig aus,
Damit zu Fleischtempeln es führe.

Doch dann kam jene Diagnose,
Bei der fiel er aus allen Wolken:
Krebs an der allerschönsten Rose,
Dem Rat der Ärzte musst' er folgen!

Dabei hatte er gern genossen
Das Leben voller Schlemmerei,
Aß Bestes, aber keine Sprossen,
War Sklave seiner Völlerei.

Je fetter und je roher Wurst,
Desto mehr musst' er davon essen.
Er trank dann gerne übern Durst,
Denn alles war ja aufgegessen!

Dabei ist er kein dummer Mann
Und kann noch sinnvoll reagieren:
Wenn man nachdenkt und anders kann,
Muss man sich nicht den Schlund verführen!

So schenkt den Grill er seinen Freunden,
Pfannen und Platten müssen weichen,
Gefrierfächer sie leer ausräumen –
Er lässt sich jetzt Naturkost reichen...

Ganz fleischlos überrascht' er nun
Verwandte, weil's jetzt Pasta gibt
Mit Kräutern, manchmal auch ein Huhn
Und weil er wieder Suppen liebt.

Die kennt er ja vom Elternhaus,
Denn arm ist er dort aufgewachsen.
Erst Reichtum treibt zum Schlemmen raus –
Mit Braten und mit fetten Haxen.

Kartoffeln, Lauch und viel Karotten
Sind jetzt die Herrn der Mittagsspeisen.
Gelegentlich isst er auch Sprotten,
Muss nicht mehr hin zum Schlemmen reisen.

Knoblauch, Zwiebeln, Artischocken
Zieht er sich nun im eigenen Garten,
Isst gerne auch feine Grießnocken –
Sein Körper nimmt das dankbar an!

Misteltabletten wirft er ein,
Trinkt Grünen Tee und Birkensaft
Und kommt wieder ins Leben rein,
Wird bald gesund, hat wieder Kraft.


©Hans Hartmut Karg
2020

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