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Gedichte über Humor - Seite 376


Was unsere Walküre von Männern hält

Ich bin ja eigentlich ein ganz normaler Mann,
aber eins, das wurmt mich, das find ich echt nicht nett.
Meine Kollegin, die Heike, sagt immer dann
zu mir, frech und völlig ungeniert: Bernadette!

Ich trage da hinten, an meinem Hinterkopf,
aus grauem Haar, so einen kleinen Pferdezopf.
Und diese Frau kann es einfach nicht sein lassen,
will immerzu an mein kleines Schwänzlein fassen.

Ich muss euch diese Frau wohl doch mal näher beschreiben,
an deren Art ja so viele arme Männer leiden.
Ja, sie ist frech und schnippisch in walkürenhafter Art,
hat pure Heimtücke mit holder Weiblichkeit gepaart.

Man könnte glauben „Walküre“ sei zu krass formuliert,
doch schaut sie einen böse an, einem das Blut gefriert.
Wenn sie schlechte Laune hat, schimpft und schreit, vor lauter Wut bellt,
dann ziehen dunkle Wolken auf in unserer heilen Welt.

Einer hat damals ungebührlich mit ihr gesprochen,
dem Kerl wurden kurzerhand ein paar Knochen gebrochen.
Sagt ein Mann mal, sie sei schön, macht ein nettes Kompliment,
sie ihm die Zunge rausreißt, ihn mit Worten niederbrennt.

Ach, ich muss noch so dies und das zu dieser Frau sagen.
Streit ist ihr völlig fremd, denn nie würd es einer wagen.
Und Männer, die ihr begegnen, in dunkler Straßenschlucht,
entscheiden sich für das Leben, für die spontane Flucht.

Verweist man sanft auf das Wohlverhalten der Geschlechter,
dann erntet man von ihr nur lautstarkes Hohngelächter.
Angstvoll hoppeln um sie herum die schüchternen Hasen,
die vorwitzig taten, holten sich blutige Nasen.

Trotzdem, was ich mir sehnlichst wünsch, um was ich flehend bitt,
viel würd ich geben für einen geilen Walküren-Ritt.
Auf ihren traumhaften Schwingen in den Himmel fliegen,
das ist etwas, dafür würde ich sie ewig lieben.

Und wenn es mit uns nur über Kreuz weitergehen kann,
machen wir Rollentausch, ich bin die Frau und Du der Mann.
Geschlechtermäßig kommen wir schon irgendwie über eins,
Du nennst mich weiterhin Bernadette und ich Dich dann: Karl-Heinz.


Belix Bahei
belixbahei@hotmail.com
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Der Dank (Ein Sketchgedicht)

Der Dank
(Szene: Ein Mann bringt den anderen mit dem Auto nach Hause)
A: So, wir sind da
B: Ja, das ist wahr
Danke, dass Sie mich nach Haus gebracht haben
Solch‘ Hilf‘ kriegt man sonst nie von fremden Knaben
A: Ach, das ist doch nicht der Rede wert
B: Nein, das ist wirklich was, was Sie ehrt
Es war ja schlussendlich ein Umweg für Sie
A: Ach, das ist ein Katz`nsprung für mei` Karossarie
B: Aber den Sprung muss man dennoch erstmal machen
Gehört dieser auch zu den angeblich einfachen
Ich möchte mich gerne dafür revanchieren
A: Ich möcht‘ kein weit‘res Wort darüber verlieren
Ich habe Sie mitgenommen, ohne etwas zu erwarten
Sie brauchen wirklich keine Gegenleistung zu starten
An manchen Tagen - ohne irgendwelche Zwecke
Fahre ich doch auch diese gemütliche Strecke
Wenn ich nach Haus‘ fahr‘
B: Ist das wirklich wahr?
A: Ja, es ist so
B: Dann bin ich froh
Dass es für Sie kein echter Umweg ist
A: Ja, so wie man es halt subjektiv misst
B: Dann war es ja wirklich eine Kleinigkeit
A: Das sage ich doch schon die ganze Zeit
B: Dann ist es ja wirklich nicht der Rede wert
A: Ja, das habe ich ja Ihnen schon erklärt
B: Wie konnt‘ ich aus a Mücke an Elefant‘n machen
Jetzt muss ich selber über das hier lauthals lachen
A: Wie meinen Sie das hier und jetzt?
B: Sie haben‘s ja richtig eing’schätzt
Dass ich mich so in brünstig bedankt habe
Ist doch eine irrelevante Gabe
Für so eine unbedeutende Bagatelle
A: Jetzt machen Sie nicht so auf die Schnelle
Warum sollten Sie sich nicht dafür bedanken
B: Sie wiesen mich doch in die Schranken
A: Ja, aber ich brachte sie schlussendlich nach Haus
B: Jedoch für Sie kam es ja auf dasselbe hinaus
Da es für Sie ja auf der Strecke lag
A: Aber für Sie war es ein freudiger Handschlag
Dass Ihnen meine Angebote entgegen wehten
Sonst wären sie zu Fuß den Heimweg angetreten
B: Was?! Ich kann es einfach nicht fassen
Sie hätten mich zu Fuß heimgehen lassen
A: Nein, das hätte ich doch niemals gemacht
Deshalb fand ich den Dank nicht unangebracht
B: Warum lehnten Sie ihn dann ab?
A: Der Satz ist doch Papperlapapp
Das machte ich doch überhaupt nicht
B: Doch, dass ist klar wie das Straßenlicht
Sie sagte, dass es nicht der Rede wert sei
A: Das sagt man doch nur so einfach nebenbei
B: Sie haben meinen Dank regelrecht torpediert
A:Das ist aber jetzt sehr übertrieben deklariert
Ich habe nur auf normale Bescheidenheit gezielt
Und meine Geste des Heimbringens herab gespielt
B: Ach, Sie haben doch nur beschrieben, was es war
Eine Bagatelle, eine Nichtigkeit, das ist doch ganz klar
A: Das ist aber jetzt eine Frechheit!
B: Ich nehme mir auch noch die Zeit
Für diese Lappalie mich zu bedanken
Lieber verlier ich mein Geld durch die Banken
Als nochmal in den zukünftigen Tagen
Für so einen Katzensprung Danke zu sagen
A: So ist das also nun
Ich werd‘s auch nicht mehr tun
Und Sie nochmals nach Hause zu bringen
Und ich kann Ihnen noch etwas singen
Ich lasse Sie auch nicht aus dem Auto raus
B: Aber ich will endlich wieder nach Haus
A: Dann bedanken Sie sich endlich bei mir
B: Das tat ich doch noch vor Kurzem hier
A: Aber Sie haben ihn wieder zurückgenommen
B: Wenn Sie mich bekehren wie einen Frommen
Dass der Dank doch nicht nötig sei
A: Das ist doch jetzt einerlei
Ich will den Dank, ohne weiteres Klagen
B: Nein, ich werde ihn jetzt nichtmehr sagen
A: doch, das werden Sie wohl
B: Sind Sie jetzt ganz hohl
Lassen Sie mich endlich gehen
A: Nicht, ohne ein Danke zu sehen
B: Ich will doch nur mehr nach Haus
A: Mit einem Danke, lass ich sie raus
B: Gut. Danke, dass Sie mich heimbrachten
Solche Tugend sollte man hochachten
Denn es ist etwas, dass man zu selten ehrt
A: Ach, es ist doch nicht der Rede wert.
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