Sortieren nach:

Gedichte über Humor - Seite 1490


Der neue Platzhalter für Intelligenz (AI)

AI (Artifical intelligence)

Seit Jahrzehnten, seit fast einem Jahrhundert sitzen Naturwissenschaftler da, Mathematiker, und formulieren Sprache, die inzwischen mit Hilfe des sehr schnellen elektrischen Stroms logische Funktionen simulieren und deren vielgestaltige Produkte unserem Bewusstsein zugänglich machen kann. Mit den ersten Erfolgen am Anfang des letzten Jahrhunderts weitete sich das Tuen dieser Wissenschaftler aus, deren Berufsfeld wurde breiter und es bildeten sich im Lauf der Jahrzehnte eigene Berufsstände heraus. Die Informatiker. Programme sind deren Arbeitsprodukte.

Es gibt inzwischen viele Logiker, Programmierer, Informatiker. Informationstechniker.


Der Logiker

Sein Tätigkeitsfeld: Die Verarbeitung von Informationen. Er nutzt dabei in aller Regel Maschinen, Rechner, Computer, auf denen er seine Softwareentwicklungen einsetzt. Die Entwicklung der Software, der Programme, ist zeitaufwendig.
Die ersten Schritte unternahm man zunächst mit mechanischen Rechenmaschinen, dann entwickelte man elektrische Schaltungen am Reißbrett, sogenannte logische Gatter, die bestimmte mathematische Funktionen ausführen konnten. Es wurde ‚Hardware‘ konstruiert: erst Relais- und Röhrenschränke, später, nach Erfindung des Transistors, Elektronik auf Leiterplatten.


Programme

Dann, im nächsten Schritt, entwickelte man komplexere Schaltungen; die logischen Funktionseinheiten ließen sich dabei mittels alphanummerischer Befehle steuern. Man erdachte Programmroutinen: Befehlssequenzen aus speziellen, kurzen Maschinenbefehlen, Abfolgen von Nullen und Einsen, die in einen Speicher geladen und dann abgearbeitet wurden.

Zunächst waren dies einfache Assemblerprogramme: Das Jonglieren der schier unendlichen Abfolgen von Nullen und Einsen wurde beim Assembler durch Befehle in Gestalt von ‚Mnemonics‘ ersetzt, um beispielsweise zwei Zahlen zu addieren. Aber auch das war nicht gut handzuhaben. Sehr bald befasste man sich mit der Entwicklung von Compilern und Interpretern. Die beiden Varianten, Übersetzungsprogramme, gestatten den Programmierern die Verwendung von weitaus mächtigerer Sprache.
Da der Bedarf für Compiler früh erkannt wurde, ersann man erste brauchbare schon in den 1950er Jahren. Fortran ist so eine Programmiersprache. Hier werden sprachliche Fragmente in geordneter Form aneinandergesetzt, in einer festgelegten Syntax, um eine erdachte Aufgabenstellung an die Maschine zu übermitteln.
Heute, mehr als siebzig Jahre später, ist eine Maschine mit dem Auftrag „Backe ein Brot“ zumeist noch überfordert. (Man müsste das aber mal versuchen. Alexa kann das vielleicht schon. Wird sich schon mal wer verquatscht und gesagt haben, dass es beim Bäcker Brot gibt. Sie bestellt es dann …)

Die Sprachen veränderten sich stetig, wurden und werden komplexer. Es gibt nicht eine, es gibt inzwischen hunderte. Von etwa 350 spricht man als alltagstauglich, wobei sie aber teils sehr speziell ausfallen. Insgesamt existieren einschließlich der Fakes ca. 1500 verschiedene Ansätze, die aber nicht immer auf ernsthaftes Programmieren ausgerichtet sind.



Logiker …

Menschen, die sich mit der Programmierung befassen, sind die Logiker. Sie wenden viel Zeit auf um Probleme gedanklich zu analysieren und sich an deren Lösung zu machen. Sie stochern in allem herum. Finden sie ein Ende, dann ist das Problem nicht mehr zu gebrauchen. Jedoch gilt: So lange das Problem existiert, sind sie dort zu finden, wie die Motten ums Licht.

Ist diese Berufsgattung mit einem Problem fertig, dann ist es ‚desinfiziert‘, um das Problem herum alles Leben ausgelöscht.


Logiker… und das Problem

Die große Mortalität um ernste und weniger ernste Probleme begründet sich vermutlich darin, dass die Logik es uns Menschen erlaubt, die Oberfläche des Seins zu durchstechen. Wobei das Darunter danach dann aber sofort und unmittelbar eine neue Grenzschicht ausbildet und sich wieder verschließt, das allerdings in aller Regel auf unvorhersehbare Weise.

Man weiß hernach genau so viel als wie zuvor…
Des Rätsel Lösung in einem neuen Problem vergor …

Der Logiker trachtet bei seinem Stochern im Sein danach, bei der Problemidentifikation also, alle Vorgänge, unerwünschten Seinsverschiebungen, akribisch aufs Genauste zu beobachten um sie dann zu analysieren. Er bewegt sich dabei im Nahfeld seines Versuchs, fixiert, seziert nach Leibeskräften.

Im Fernfeld forscht er, entwickelt, kommuniziert als Kind seiner Zeit, hat viele Geschwister, die ihrerseits beobachten, forschen, entwickeln. Ein Netzwerk. Organisiert.

Er übt sich für Generationen in gemäßigtem Rausch, ein kleines Problem. Er ernüchtert, erkennt: "Da ist ein Problem."
In der nächsten Generation diagnostiziert er sich selbst als Ursache des Problems und verwächst damit; er identifiziert sich. Erst in der dritten Generation nach der Ernüchterung wird er zum Bestandteil der Lösung.
Nur sehr selten reicht auf Grund der vielgestaltigen, oft amorphen Umwelt und der manigfaltigen Ablenkungen eine einzelne Generation für eine Problemlösung. Meist wird die zur Aufgabe von Kindern und Kindeskindern... .


Ein Problem, ein Problem
Schwer zu sehn, zu verstehn
Arg bestraft ist, wer es findet
Wird dazu noch erblindet ...

Tatsächlich: Oft vergeht das Leben des Logikers darüber. Man munkelt gar, er stirbt irgendwann aus.



Alles Gut!

Trotzdem! Alles Gut. Der Wissenschaftler, der Logiker, der Problemlöser, hat seine Berufung empfangen, wird als begnadet empfunden und als Beglückter weiterempfohlen. Er geht in die Geschichte ein.


Der Programmierer im Speziellen

Gerade als Programmierer weiß er in unserer Zeit einen großen Teil seines Geistes rationalisiert, verdinglicht. Es kann also sein, als Programmierer trifft er sich irgendwann in seinem Leben einmal selbst wieder. Das kann zu gedanklichen Fragestellungen führen. In jedem Fall gilt:

Er allein macht die Lösung des Problems zum Bestandteil des Systems.

Ihn, den Logiker selbst, in Software umzusetzen um diese dann zu Übertakten, mit dem Hintergrund einer enormen Geschwindigkeitssteigerung, zur baldigen Übernahme der Alleinherrschaft über alle gewesenen und noch kommenden Logiker, ist das Ziel der Entwicklung verschiedener marktführender Konzerne.
Erste Gespräche zwischen dem Logiker, dem Programmierer, verschiedenen Werbeabteilungen, Werbeagenturen und dem lieben Gott sind bereits angestrebt und die bislang leider noch zögerliche Kontaktaufnahme wird über ChatGPT, Open AI, gegenwärtig dem Publikum offenbart.

© Auris cAeli
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen




Problem

(Probleme)

Ein Problem, ein Problem !!!
Schwer zu sehn, zu verstehn
Arg bestraft ist, wer es findet
Der dazu sogleich erblindet

Eine Lösung wird erstrebt
Direkter Weg ist hier verlegt
Der Verstand deucht beschäftigt
Die Logik sich des Kopfs bemächtigt

Der Lösungsweg ist vorgezeichnet
Die Mathematik wohl oft geeignet
Das Problem in Form, ja, formuliert
Ins Rechenzentrum programmiert ???

Das Quant zügig iteriert
Der Geist sich hier ein wenig ziert
Intervalle im Zyklus dann halbiert
Intensiv studiert und integriert

Abschließend gar geachtelt
Dazu dann noch geschachtelt
Man nähert sich eben an
So gut man es nur kann

***

Doch in großer weiter Ferne
In der Nähe heller Sterne
Gibt es auch Wen
Der wills andersrum verstehn

Dieses Superego scheint uns überlegen
Streift durchs Gelände auf neuen Wegen
Das schon seit beinah ewigen Zeiten
Endlos durch die enormen Welten-Weiten

Es weiß um horrende Kräfte
Um die dunklen Geschäfte
Die uns Menschen lenken
Unsre Seelen sogar verschenken!

Es weiß um den dicken Strick
Der Halt und der auch großer Trick
Unseren Verstand zu binden
Uns Menschen zu überwinden

Dieses Ego schweigt darüber
Wähnt sich ganz sicher klüger
Ob es wohl für uns Betrug
Es scheint uns Über, zudem Lug?

Des Menschen Auf und Ab es häufig gab
Des Menschen maßlos überschneller Trab
Das Ego weiß: Exponentielles Implodieren
Verfolgt sequenziell des Menschenhirns Studieren

Materielle Kunst ist des Menschen Gewinn
Wo doch Naturverständnis ihm der Sinn
Daher scheint des Menschen Erkenntnis
Vermutlich diesmal auch sein Verhängnis

***

Straff gerafft sowie gekürzt
Mit etwas Humor gewürzt
Ist das Problem äußerst mobil
Verfolgt Menschen bei Spaß, bei Sport und Spiel

Sobald sich etwas regt, bewegt
Verändert, lahmt, oder gar zerlegt
Ist das Problem sofort zur Stelle
Erlöst uns auf die Schnelle

Von Besinnung, Ruhe und von Frieden
Durchschlagender Erfolg ist stets gemieden
Fahler Geschmack und bittere Noten
Sind hier häufig auszuloten

Auf dass man was zu Grübeln hat
Kein Gedanke an Remise oder gar ein Patt
Nie Langweile und stets auf Zack
Das Problem, ein Schabernack …


© Auris cAeli
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen


Die geheimnisvolle Tür - Eine Geschichte mit Gedicht

Ich stieg über eine alte Holzleiter durch die dunkle Öffnung im Boden des Kellers
in den darunter liegenden kleinen Raum.
Ich sah mich vorsichtig um.
Meine Taschenlampe erleuchtete einen langen, niedrigen Gang,
dessen Ende im geheimnisvollen Dunkel verschwand.
Ich beschloss ihn zu erkunden und ging vorsichtig hinein.
Plötzlich erklang ein Raschen, Rauschen, Rummeln
Ein leises Gekicher ließ mich erschaudern.
Ich drehte mich um.
Der Lichtkegel meiner Taschenlampe wanderte nervös hin und her
Jedoch sah ich nur feuchte, kalte, alte Steine.
Es roch nach abgestandener Luft
„Warum nur habe ich mich darauf eingelassen ?
Warum nur habe ich den großen wackeligen Bodenstein im Keller des mittelalterlichen Gebäudes verschoben ?
Warum nur habe ich den geheimen Gang darunter betreten ?
Aus Neugier ?
Aus Wissensdurst ?
Aus Lust am Abenteuer ?“
fragte ich mich.
Doch bevor ich eine Antwort fand
wurde ich abgelenkt.
Am Ende des Ganges erreichte der Lichtstrahl die Umrisse einer Tür.
Schnell rannte ich darauf zu.
.. Nur noch wenige Meter ..
"Wer verfolgt mich ?" dachte ich.
Dann wieder ein Kichern und Rascheln.
"Wer versucht mich zu ängstigen ?" überlegte ich.
Das Rascheln kam immer näher.
Mein Mut überwand meine Angst vor dem Unbekannten.
Ich drehte mich erneut um und suchte die Wände, die Decke und den Boden ab.
„Hi Hi Hi“ ertönte es direkt vor meinen Füßen.
Ich schaute herunter und sah einen kleinen grünen Gnom mit großen Ohren direkt vor meinen Füßen.
Er schaute mich mit großen Augen freundlich an, lächelte und zupfte an meiner Hose.
„Du bist ja ein lustiger Kauz“ sprach der Gnom und zupfte weiter.
Er ging mir bis zum Knie, trug ein dunkelgrünes Hemdchen und eine kurze braune Hose.
Irritiert zog ich mein Bein zurück, so dass die Hose aus seinen Fingern glitt.
„Du kannst ja reden“ sagte ich.
„Du ja auch“ antwortete er.
„Wer bist Du ?“ fragte ich ihn.
„Ich bin Du, nur in hübsch !“ kam es zurück.
„Wie meinst Du das, Du bist ich ?“
„Da ich Du bin, kann ich Dir nicht erklären, warum Du ich bist, weil Du es ja selbst nicht kannst.
Dafür weiss ich zumindest dass Du ich bist, auch wenn Du dass nicht zu wissen scheinst!“
„Woher weisst Du denn, dass Du ich bist ?“
„Weil ich fühle, was ich weiss. Genau erklären kann ich es nicht !“
„Und was machst Du dann hier unten ?“
„Offensichtlich erforsche ich mich selbst !“
„Dann viel Spaß damit ! .. Ich will mir dort die Tür ansehen !“
sagte ich, drehte mich von ihm weg und ging weiter Richtung Tür.
"Ein ganz schön irres, verrücktes Wesen !" dachte ich noch und konzentrierte mich auf das Rätsel, das vor mir lag.
„Was erwartest Du denn, dahinter zu sehen ?“ fragte mich der kleine freche Gnom, der mir fröhlich hinterher hüpfte.
„Ein Geheimnis, etwas Unbekanntes, etwas seit langem Verschollenem“ entgegnete ich, während ich vor der Tür stehen blieb und sie untersuchte.
Sie war verschlossen.
Enttäuscht sah ich mich um.
Jedoch sah ich nur den feuchten Steinboden und die Steinwände.
Ich rüttelte, drückte und zog, doch die stabile Holztür rührte sich nicht.
Der Gnom schaute mir belustigt zu, wie ich mich abmühte.
Dann griff er an seinen Hals und zog an einer Kette einen Schlüssel unter seinem Hemdchen hervor.
„Suchst Du den hier ?“ fragte er mich.
Ich antwortet verblüfft: „Ist das der Schlüssel zur Tür ?“
„Ja !“ kam es kurz und knapp zurück.
Er reichte mir den Schlüssel und sagte:
„Da Du ich bist, solltest Du wissen, was hinter der Tür ist, denn ich fühle, dass ich es weiss !“
Ich legte die Taschenlampe auf den Boden um beide Hände frei zu haben,
steckte den Schlüssel in das Schloss und drehte ihn knarrend um.
Die Tür war entriegelt !
„Ich weiss es aber nicht !“ sagte ich genervt und zog sie langsam auf.
Hinter der Tür war ein kleiner Raum.
Jemand schien dort zu sein, denn ein Schatten huschte vor mir hin und her.
Ich nahm die Taschenlampe wieder auf und leuchtete in den Raum.
Doch nur eines befand sich darin:
Ein übergroßer Spiegel !
Am Fusse des Spiegels stand auf einem Schild ein kleines Gedicht.
Ich las es, drehte mich zu dem Gnom um und sagte:
"Du bist viel weiser als ich dachte !"
*
Im All bist Du als „Alleins“ allein
Trenntest Dich vielfältig im Schein
des individuellen Sein
So schaust Du
immerzu
mal harsch mal mild
in Dein eigenes Spiegelbild
und erkennst Dich selber nicht !
Verdrängst in Dir Dein Schöpferlicht
Denn Du hast absichtlich vergessen
um vielfältig das Universum zu durchmessen

© jogdragoon
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen