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Gedichte über Humor - Seite 1267


Was unsere Walküre von Männern hält

Ich bin ja eigentlich ein ganz normaler Mann,
aber eins, das wurmt mich, das find ich echt nicht nett.
Meine Kollegin, die Heike, sagt immer dann
zu mir, frech und völlig ungeniert: Bernadette!

Ich trage da hinten, an meinem Hinterkopf,
aus grauem Haar, so einen kleinen Pferdezopf.
Und diese Frau kann es einfach nicht sein lassen,
will immerzu an mein kleines Schwänzlein fassen.

Ich muss euch diese Frau wohl doch mal näher beschreiben,
an deren Art ja so viele arme Männer leiden.
Ja, sie ist frech und schnippisch in walkürenhafter Art,
hat pure Heimtücke mit holder Weiblichkeit gepaart.

Man könnte glauben „Walküre“ sei zu krass formuliert,
doch schaut sie einen böse an, einem das Blut gefriert.
Wenn sie schlechte Laune hat, schimpft und schreit, vor lauter Wut bellt,
dann ziehen dunkle Wolken auf in unserer heilen Welt.

Einer hat damals ungebührlich mit ihr gesprochen,
dem Kerl wurden kurzerhand ein paar Knochen gebrochen.
Sagt ein Mann mal, sie sei schön, macht ein nettes Kompliment,
sie ihm die Zunge rausreißt, ihn mit Worten niederbrennt.

Ach, ich muss noch so dies und das zu dieser Frau sagen.
Streit ist ihr völlig fremd, denn nie würd es einer wagen.
Und Männer, die ihr begegnen, in dunkler Straßenschlucht,
entscheiden sich für das Leben, für die spontane Flucht.

Verweist man sanft auf das Wohlverhalten der Geschlechter,
dann erntet man von ihr nur lautstarkes Hohngelächter.
Angstvoll hoppeln um sie herum die schüchternen Hasen,
die vorwitzig taten, holten sich blutige Nasen.

Trotzdem, was ich mir sehnlichst wünsch, um was ich flehend bitt,
viel würd ich geben für einen geilen Walküren-Ritt.
Auf ihren traumhaften Schwingen in den Himmel fliegen,
das ist etwas, dafür würde ich sie ewig lieben.

Und wenn es mit uns nur über Kreuz weitergehen kann,
machen wir Rollentausch, ich bin die Frau und Du der Mann.
Geschlechtermäßig kommen wir schon irgendwie über eins,
Du nennst mich weiterhin Bernadette und ich Dich dann: Karl-Heinz.


Belix Bahei
belixbahei@hotmail.com
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Klopft eines Nachts der Sensenmann, seid frohgemut und niemals bang

Einst stand der Tod vor meiner Tür,
ich denk mir bloß, was will der hier?
Bin lebhaft und noch voll im Saft,
in meinen Lenden prall die Kraft.

Der Tod die Sense schwungvoll hebt,
die Stimme donnert, der Boden bebt.
Ich bin gekommen Dich zu holen,
für Sünden Dir den Arsch versohlen.

Welch' Sünden sollen das denn sein?
Ich schmeiß' mir manchmal etwas ein.
Doch soll mich das nur glücklich machen,
drum' laber nicht solch' blöde Sachen.

Der Tod ganz ernst mit finst'rem Blick,
Dir fehlt gleich was vom besten Stück.
Hast Du die Sache ganz vergessen,
Du warst von Babsi sehr besessen.

Doch wollte sie nicht bei Dir sein,
Du hackst sie dreist, ganz klitze-klein.
Und lagerst sie im kühlen Schrank,
bis zu dem Tag, als es dann stank.

Die einz'ge Babsi, die ich hier kenne,
tritt näher, Tod, und kein Geflenne,
ist meine Tante vom Gewerbe,
und die liegt längst schon in der Erde.

Der Tod mit grüblerischer Miene,
nicht Babsi von der Werkskantine?
Nein, Babsi von der Werkskantine,
die kenn' ich nicht, die flotte Biene.

Der Tod verdutzt, er kratzt am Schädel,
Du kennst sie nicht, das hübsche Mädel?
Nein, wie gesagt, mein fahler Freund,
ich denk' das hast Du nur geträumt.

Ich drück' den Tod, ganz fest und sage,
es steht wohl fest, gar keine Frage.
Ich denk' mein Freund, Du brauchst 'ne Brille,
und oben drauf leg' ich 'ne Pille.

Der Tod ist dankbar und ganz brav,
erklärt er mir, er braucht wohl Schlaf.
Er zieht von dannen, ich schließ' die Tür,
und greif mir flugs 'ne Flasche Bier.

Der Blick ins Kühlfach, schon fast vergessen,
heut' gibt's ja köstlich Abendessen.
Der Reis der kocht, danach 'nen Schnapsi,
feinst portioniert, es ist die Babsi.
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Die Vielfalt macht uns erst zum Stern, nimm meine Hand, ich hab' Dich gern

Wenn Du nicht weißt, ob Mann, ob Frau,
doch Dich stets aufführst wie ein Pfau,
herumtobst, täglich mit Radau,
und andr'e ziehst durch den Kakao.

Dich stets beschwerst und aufbegehrst,
nach drittem Klositz Dich verzehrst,
auf and're eindrischst, seht mal her,
das arme Ich, hat's doch so schwer.

Erzählst uns mit ergrauter Miene,
Du seist verletzt, nichts übrig bliebe,
der Mob Dich zahlreich attackiert,
und lügst dabei, ganz ungeniert.

Ich täglich Menschen, jeder Farbe,
mal schön und manchmal auch mit Narbe,
sich freundlich grüßend laufen sehe,
stets auf der Such' nach echter Nähe.

Da frag ich, was ist Dein Problem,
hier lebt die Blume mit Kakteen,
wir Hand in Hand durchs Leben gehn',
doch es ist simpler wegzuseh'n.

Uns zu erklären wir sind Rassisten,
wir sind seit ewig die Faschisten.
Den noch so kleinen Freigedanken,
Du weißt in deine eign'en Schranken.

Du glaubst ein * der kann dich retten,
und legst die Sprach' in finstr'e Ketten,
zertrampelst alles mit Gezeter,
und machst Dich selbst zum Attentäter.

Anstatt das Leben froh zu hegen,
zerstörst Du nur, bist stets dagegen,
trittst andr'en gerne auf den Schlips,
war nur Satire, ein lust'ger Witz.

Du raubst uns unsr'e Heiterkeit,
Du darfst es, bist ja Minderheit.
Du suhlst Dich in gemeinen Zoten,
erfüllst damit die Medien-Quoten.

Wo bleibt denn da die Toleranz,
wo bleibt die hochgelobte Akzeptanz,
die selbst Du keine Stunde lebst,
hoch über Eitelkeit Du schwebst.

Sieh in Dich selbst, blick tief hinein,
was Du dort spürst, ist voller Pein.
Der Feind sich durch die Adern wühlt,
den eign'en Hass nach oben spült.

Doch kann kein Mensch etwas dafür,
schenk Dir mehr Liebe. Heute. Hier.
Dann wirst Du leuchten wie ein Stern,
ob Mann, ob Frau, ich hab' Dich gern.
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