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Gedichte über Humor - Seite 1192


Märchenland 5: Tschapuh und die entführte Prinzessin Gretel

Einst lebte in einem ganz hohen Turm
Prinzessin Gretel - die holde Frau,
es tobte grad ein gewaltiger Sturm.
Ich weiß es noch wie heut - haargenau.

Selbst die Hexen im dunklen Wald
ließ dieses Unwetter nicht kalt.
Nur Tschapuh, der böse Drache
sagte: „Das ich nicht laut lache,
hol mir die süße Gretel-Biene,
dass sie für mich kocht und mir diene.“
Durch die Höhlengänge schallt sein fieses Lachen,
er wird das wohl mit der Entführung so machen.

Zur gleichen Zeit im Gras
lag verträumt ein armer Ritter
und wurd vom Regen nass.
Er lächelte - gar nicht bitter -
träumt von der Holden in ihrem hohem Turm,
über seiner Nase tobt der irre Sturm.

Er ahnte nichts von der Gefahr,
er nahm nicht mal die Nässe wahr.
Verschläft in seinem süßen Traum
die Entführung der Prinzessin
aus ihrem behaglichen Raum.
Bis ein Frosch stupst ihn an sein Kinn:
„Du Schlafmütz, wach endlich auf,
die Gretel ist entführt, gestohlen.
Nun hilf ihr - komm schon hoch - lauf.“
Der Ritter tat wie ihm befohlen.

Vor der Drachenhöhle steht
der Ritter mit zitterndem Knie.
Hierhin führt sein Schicksalsweg,
fürs Lebensende viel zu früh.
Drinnen die Gretel leise weint.
Draußen der Ritter weise scheint:
„Höre Drache, du musst nun rasch heiraten.
In einer Höhle mit einem Frauenzimmer,
wilde Ehen gibt es bei uns nie und nimmer.“
Zu dieser List hatte der Frosch geraten.

In der Höhle - ein lautes Gebrüll:
„Nein, nimmer, nie - ich das niemals will.“
Mit einem Koffer in der Hand,
schreiend Tschapuh im Wald verschwand.
Dank dieser zauberhaften List
die Gretel nun in Freiheit ist.

Und zu diesem ach so glücklichen Schluss
bekam der Ritter einen süßen Kuss.
Allerdings - ER sie nun heiraten muss.
Der kluge Ritter – welch armer Tor -
ihm sein glückliches Lächeln gefror.


Belix Bahei 26.05.2017
belixbahei@hotmail.com
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Märchenland 3: Ein Wolf will Gerechtigkeit

Auf zwei Beinen, im aufrechten Gang
schlich der Wolf an der Lichtung entlang.
Ganz nackt! Bloß, unbekleidet in grauer Haut,
denn die Gretel hatte ja sein Fell geklaut.
Ein nackter Wolf im Wald,
das Gelächter der Tiere gemein und laut
zwischen den Bäumen hallt.

Seit Gretel ihm sein Fell stahl
ist Nacktheit ihm Pein und Qual:
„Ich hol mir zurück
mein Fell und mein Glück,
reiß sie im Schlaf,
dies dumme Schaf.“

Tags darauf brach er bei ihr ein,
Gretel war zum Glück nicht daheim.
Und der Wolf fand recht schnell
ein vermisstes Stück Fell.

Aber beim Blick in den Spiegel wurde ihm klar,
dass dies nicht sein ursprünglich Ziel gewesen war:
Die Jacke pink, die Hose fehlt.
Sein Siegeslächeln wirkt gequält:
„Die Jacke färb ich mir ins Graue um
und trag ein Bärenfell für untenrum.“

Zurück er den kürzeren Weg nahm,
so er beim Hexenhaus vorbei kam.
Die fiese Hexe grad aus dem Fenster sieht,
als der Wolf in pinker Jacke vorbei zieht.

„Oh, der alte Wolf – in Pink – ach wie schick.
Der ist doch ein recht leckerer Anblick
und was baumelt da für ein schönes Stück,
da wird ja jede einsame Hexe verrückt.
Den schnapp ich mir – leg mich auf die Lauer.
Einen schnellen Ritt nur – nichts von Dauer.
Bin eben eine ledige Frau, ganz allein,
jedoch ab und zu muss ein Abenteuer sein.“


Die Moral von der Geschicht:
Kommst du der Hexe zu dicht,
bist modisch recht schick
und trägst ein männlich Stück,
dann lauf und hoff auf dein Glück.


Belix Bahei
belixbahei@hotmail.com
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