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Gedichte Über Gier - Seite 3


Hausbesuch (Teamwork)

Wir wollten nur spazieren gehen,
raus, aus unserer beengten Welt.
Nun steht es da im Frühlingswehen,
wie für uns beide hingestellt...

Man ist ja nett und fragt erstmal:
> Was soll die Klitsche kosten? <
Da nennt der Geier eine Zahl,
daß uns fast die Ohren rosten.

Der Kerl muß weg, beschließen wir
und sperr'n ihn ein im Keller.
Dann: Großputz, in dem Saustall, hier.
Gemütlich wird es bald - und heller.

Der Mann im Keller meldet sich
so etwa jede halbe Stunde.
Den Preis verhandeln will er nicht
und hat doch schließlich frohe Kunde.

> Drei Wochen Ferien hier, im Haus.
Für nix. Und jedes Jahr! <
Brüllt er vom dunklen Keller aus
und rauft sich wohl den Rest vom Haar.

> Vier!, < ruf ich lauthals, ziemlich frech.
Vier sollten es schon sein.
Wenn nicht, dann hast du eben Pech -
bleibst, was du bist: ein armes Schwein.
Schlürfst deine Suppe aus dem Blech
und bleibst dein Leben lang allein. <

Kein Mucks von unten. Alles still.
Ist denn der Vogel ausgeflogen?
Die Klingel an der Tür tönt schrill -
Scheinwerferlicht erstrahlt im Bogen.

Polente strömt zu uns ins Zimmer;
der Kellermann – dahinter – lacht.
Uns schwindet jeder Hoffnungsschimmer
und angesagt ist: Schicht im Schacht!

Die grüne Minna fährt uns weiter.
Wir sitzen dicht an dicht mit Schellen.
Nur unser Fahrer strahlt, lacht heiter -
erzählt vom Knast und seinen Zellen.

*

Vom Frauentrakt aus winkst du mir
zur Nacht, von gegenüber.
Ich denk' noch: träumen klappt auch hier
und husche zu dir rüber.


(c) Ingrid Bezold & Ralph Bruse
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Unser Kirschbaum (Wahre Geschichte)

Unser Kirschbaum......(Wahre Geschichte)

Entzückt schau´ ich den Baum hinauf
Und dann , dann nimmt das Schicksal seinen Lauf
Wie im Schlaraffenland
Dort oben hängen Kirschen reif
und von der Sonne schwarz gebrannt
Ich strecke schmachtend nach ihnen meine weiße Hand
Nein....ohne Leiter geht es nicht
Hinauf und immer höher, komm ich den Kirschen immer näher
Sie glänzen sind ganz groß und prall vom Saft
Die Sonne ließ sie alle reifen
Ist das nicht fabelhaft
So jetzt bin ich ihnen ganz nah
Ein kurzer Ruck, rein in den Mund
Mein Gott sind die gesund
Den Stein spuck` ich ins Grüne
Ganz hoch steh´ ich ganz ohne Furcht
Schau´ runter wie von einer Freilichtbühne
Ach es ist ein Genuss
Viel süßer und viel saftiger
als je von dir ein zarter Kuss
Ich schwelge und zerbeiße jede Kirsche ohne Gnade
Doch plötzlich stell´ ich mir die Frage
Schau` ich vielleicht mal lieber nach
ob sie ist gänzlich ohne Made....
Mein Blick wird starr vor Schreck....
Dort ist ja Eine sie rekelt sich gerade
Fast akrobatisch bewegt sie sich in ihrer weißen Schale
Nun schaue ich in jede Kirsche rein
Mein Gott.... nein
Im Magen wird mir fade
denn Jede ist gefüllt mit einer dicken Made
Vorbei....
Zerknirscht steig ich hinab
Was mach ich nur ....Enttäuschung pur....
Noch einmal einen Blick hinauf
Auf diese Leiter geh´ ich nicht mehr rauf
Die schwarzen Kirschen
bleiben für die schwarzen Stare
Jede natürlich mit einer Made
Schade ..... schade....
© Käte Micka



Käti Micka
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Der Dieb.

Ein kleines Häuschen, zentral gelegen,
für die dort Wohnenden ist das Haus ein Segen.
Die U-Bahn fährt zum „Tor der Welt“;
man kann schon sagen: es gefällt.
Wir sind ein Teil dieser alten und neuen Generation,
wir wohnen da über 4o Jahre schon.
Jung waren wir, von Freunden umworben.
Inzwischen sind wir alt geworden.
Lange Wege werden weit,
und alles mündet in Bescheidenheit.
Frau managt den Tag, der Mann kann nicht mehr,
das Auto aber fährt noch ER.
Auch in der alten Ehe fällt irgendwann die Note:
Frauenquote:
Geändert hat sich`s wesentlich,
denn das, was Männersache war, das bin jetzt ICH.
Zum Beispiel: Frauenpower Rasenmähen.
Gestern, als der Strom im Haus das Kabel belebte,
den Rasenmäher zum Schneiden anregte,
die Haustüre halb offen stand, der Steckdose wegen,
schlich ein Dieb in das kleine Häuschen,
das so zentral gelegen,
an der U-Bahn, zum „Tor der Welt“
die sich gut bewährt, und auch Gauner mit Diebesgut fährt.
Mit Geld und den Inhalten, was schwer zu bekommen,
alles aus der Handtasche, hat er mitgenommen.
Das Angebot war leichtsinnig am Stuhl platziert, klar,
die „Gelegenheit macht Diebe“ ist deshalb schnell passiert.
Da plagt mich das Gewissen,
I h n nicht, denn er war sehr geschwind, geübt und gerissen.
Die Fortsetzung dieser üblen Gaunere
war die Schadensbegrenzung bei Bank und Polizei.
Nervenaufregend das Sperren der Kontokarte;
die Nummer gewählt: ich warte und warte.
Die Computerstimme bellt Befehle, doch es mag nicht gehen!
Sie wiederholt: “ Ich kann Sie nicht verstehn, ich kann Sie nicht verstehn.“
Am nächsten Tag stehe ich morgens am Rathausportal
möchte ins Ortsamt, als Bürger sozial,
doch zwei Wachen stehen davor: „Haben Sie einen Termin?
“ Den hab ich nicht, aber es ist dringend, ich bin alt und schließlich Steuerzahlerin.
Meine Worte an der Macht abprallen:
Alte Frau, du bist aus der Zeit gefallen.
Später, der Bankbeamte meint, ich sollte warten,
mein Portemonnaie liegt sicher irgendwo in einem Garten… aufgeweicht, ausgeraubt und träge,
es sicher bald im Briefkasten läge.
Wozu Ausweiskarte, Führerschein ?
Der Angestellte dachte, ich lebe im Altenheim.
Zurück wieder in unserem Häuschen, so zentral gelegen,
kriminell entweiht, so gemein und verwegen,
an der U-Bahn zum „Tor der Welt“!
Wer weiß wo er hin ist, der Halunke mit meinem Geld.
„Du sollst nicht stehlen“ hat leider nicht gewirkt,
in seinem Kopf Kriminelles sich verbirgt.
Gut, das Geld ist weg, die Karten auch,
was einmal war, stieg auf in Rauch.
Beklaut, diskriminiert frage ich des Alters wegen:
„Bin ich noch geschützt im Häuschen, das so zentral gelegen?
Besser, ich fang noch mal von vorne an
mit Glaube, Liebe, Hoffnung und meinem lieben Ehemann.
Will der modernen Welt zaghaft Vertrauen schenken,
doch vorher möchte ich mein Selbstmitleid noch in Tränen ertränken.
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