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Gedichte über Gewalt - Seite 7


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vier worte

titten, pissen, arschloch, ficken,
Vier Worte hallen durch den Raum,
Urschreie meiner Seele,
Urgewalt meiner Geschichte,
sie gesellen sich zu paaren,
scheinbar willkürlich
und dann doch voller Sinn:
titten-pissen und arschloch-ficken,
Zwei bedeutungsvolle Wortpaare,
nicht für jede Frau gedacht,
nicht für Jedermann gemacht,
das titten-pissen und das arschloch-ficken,
und ich will das auch gar nicht,
das titten-pissen und das arschloch-ficken,
weder will ich titten bepissen,
noch will ich arschlöcher ficken,
eher im Gegenteil:
ich möchte sanfte, zärtliche
und liebevolle sexualität,
streicheln und gestreichelt werden,
sehne mich nach Zartheit und Behutsamkeit

eher beschreiben diese vier Worte,
was mir selbst widerfahren ist:
mein Körper ist bepisst, benutzt,
verachtet und misshandelt,
mein Arschloch gefickt worden,
sexueller Missbrauch in Reinform -
und mit verheerenden Folgen für
mich und meine zarte Kinderseele,
mich und meinen zarten Kinderpopo

wofür ich früher keine Worte hatte,
das fasse ich heute in vier Worten zusammen:
titten, pissen, arschloch, ficken,
vier Worte, die scheinbar sinnlos
aneinander gewürfelt sind,
reihen sich insgeheim zu Horror und Grauen -
bis heute, zu Sinn und macht,
und ich bin froh, dass es so ist,
bis heute teile ich auf diese Art und Weise mit,
was mir passiert ist,
wenn auch nicht ganz freiwillig,
teile mit, was geschah,
als ich noch so klein und wehrlos war,
ich nehme kein Blatt mehr vor den Mund,
bin ein offenes Buch und sage, was war,
und das ist gut so!
ich lobpreise meine vier Worte,
singe, summe, spreche und brülle sie,
meine vier Worte:
titten, pissen, arschloch und ficken,
ein Glück, dass es sie gibt,
diese vier Worte


ls27082011
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