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Gedichte über Gefühle - Seite 2560


Wenn mein Herz nicht versteht, dass es vorbei ist

Es ist dieser Moment ganz am Anfang, der sich anfühlt, als hätte jemand mir den Boden unter den Füßen weggezogen und ich falle immer noch. Alles in mir weiß noch nicht, wie ich damit leben soll, dass diese eine Person plötzlich fehlt. Dass sie nicht mehr da ist, wo sie doch eben noch war. Dass etwas, das sich so richtig angefühlt hat, einfach nicht mehr existiert.

Der Schmerz ist nicht laut. Er ist leise und überall gleichzeitig. Er sitzt in meiner Brust, schwer wie ein Stein, zieht sich durch meinen Bauch, liegt in meinem Hals wie ein Kloß, den ich nicht runterschlucken kann. Und egal, was ich mache er geht nicht weg. Ich kann mich ablenken, reden, lachen, aber er ist immer da. Wie ein Schatten, der mich nicht loslässt.

Und dann sind da diese Gedanken. Immer wieder die gleichen.
„Warum?“
„Was wäre gewesen, wenn…?“
„Hätte ich etwas anders machen können?“

Ich gehe zurück an den Anfang. Zu diesem einen Moment, wo alles leicht war. Wo ein Blick gereicht hat. Wo sich alles neu und richtig angefühlt hat. Ich halte mich daran fest, als wäre es der einzige Ort, an dem ich noch atmen kann. Ich will genau dorthin zurück. Zu diesem Gefühl. Zu diesem Menschen, wie sie damals war.

Aber gleichzeitig weiß ich, tief irgendwo, dass ich nicht zurück kann. Und genau das zerreißt mich.

Es sind die kleinen Dinge, die am meisten wehtun.
Nachrichten, die nicht mehr kommen.
Ein Name auf meinem Handy, der plötzlich still ist.
Lieder, Orte, Erinnerungen alles ist auf einmal aufgeladen mit etwas, das ich nicht mehr greifen kann.

Und das Schlimmste ist dieses Vermissen.
Nicht nur die Person. Sondern das „Wir“.
Dieses Gefühl, angekommen zu sein.
Dieses Wissen, dass da jemand ist.

Jetzt ist da nur Leere.

Und ich sitze mittendrin und hoffe vielleicht ein bisschen verzweifelt dass es doch noch nicht vorbei ist. Das sich alles irgendwie zurückdrehen lässt. Das diese eine Nachricht kommt. Das sich alles klärt. Das es wieder wird, wie es war.

Aber im Moment ist da nur dieser Schmerz.
Roh, echt, ungefiltert.

Und so sehr er mich gerade zerreißt er zeigt auch, wie tief ich gefühlt habe. Wie echt das war. Wie sehr ich geliebt habe.

Und genau deshalb tut es so weh.
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Egal wie sehr ich dich noch liebe…

Egal wie sehr ich dich noch liebe und das tue ich, mehr als ich mir manchmal selbst eingestehen will ich kann nicht so tun, als wäre nichts passiert. Ich kann nicht einfach die Augen schließen und hoffen, dass all das, was zwischen uns zerbrochen ist, sich von selbst wieder zusammensetzt. Dafür ist zu viel passiert. Dafür sitzt der Schmerz zu tief.

Du hast Spuren in mir hinterlassen, die man nicht sieht, aber die ich jeden Tag spüre. In Momenten, in denen ich plötzlich still werde. In denen mein Herz schwer wird, obwohl gerade eigentlich alles ruhig ist. In denen ich mich frage, wann genau ich angefangen habe, mich selbst in all dem zu verlieren.

Ich habe so lange versucht, stark zu sein. Habe Dinge heruntergeschluckt, die mich innerlich zerrissen haben. Habe mir eingeredet, dass Liebe bedeutet, zu bleiben, egal wie weh es tut. Dass es normal ist, immer wieder zu verzeihen, immer wieder zu hoffen, immer wieder einen neuen Anfang zu suchen auch wenn der alte noch nicht einmal richtig verarbeitet war.

Ich habe dich verteidigt, sogar dann, wenn ich innerlich schon längst wusste, dass es mir nicht gut tut. Habe Ausreden für dich gefunden, wo ich eigentlich Grenzen hätte setzen müssen. Habe mich selbst leiser gemacht, damit es zwischen uns nicht noch mehr eskaliert. Und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich selbst kaum noch höre.

Weißt du, wie es sich anfühlt, jemanden so sehr zu lieben und gleichzeitig immer wieder an ihm zu zerbrechen? Es ist, als würde man ständig zwischen Hoffnung und Schmerz hin und hergerissen werden. Als würde man sich an die schönen Momente klammern, während die schlechten langsam alles überlagern. Und trotzdem bleibt da dieses Gefühl, dass man nicht loslassen kann weil da immer noch Liebe ist.

Aber Liebe sollte sich nicht so anfühlen. Sie sollte nicht ständig wehtun. Sie sollte nicht bedeuten, sich selbst zu verlieren, nur um jemanden zu halten, der einen immer wieder fallen lässt.

Ich habe versucht, darüber hinwegzusehen. Wirklich. Ich habe mir gesagt, dass wir das schaffen können. Das wir stärker sind als all das. Aber jedes Mal, wenn ich dachte, es wird besser, kam der nächste Moment, der alles wieder kaputt gemacht hat. Und irgendwann bleibt nicht mehr viel übrig außer Erschöpfung.

Ich bin müde. Müde davon, stark sein zu müssen. Müde davon, meine eigenen Gefühle hintenanzustellen. Müde davon, mich immer wieder zu fragen, warum ich nicht genug bin, damit du anders handelst.

Und das tut vielleicht am meisten weh: Das ich angefangen habe, an mir selbst zu zweifeln. Das ich mich gefragt habe, ob ich zu empfindlich bin, ob ich zu viel verlange, ob ich einfach lernen muss, damit zu leben. Aber tief in mir weiß ich, dass das nicht stimmt. Das meine Gefühle berechtigt sind. Das ich mehr verdient habe als das.

Ich liebe dich. Und genau das macht es so schwer. Denn ein Teil von mir will immer noch bleiben, will immer noch kämpfen, will immer noch daran glauben, dass wir das schaffen können. Aber ein anderer Teil von mir der leise geworden ist über die Zeit fängt endlich an, für mich einzustehen.

Und vielleicht ist das der schwerste Moment von allen: Zu erkennen, dass Liebe allein nicht reicht. Das man jemanden lieben kann und trotzdem gehen muss. Nicht, weil die Liebe weg ist sondern weil man sich selbst sonst komplett verliert.

Manchmal reicht Liebe nicht, wenn der Schmerz alles überschattet hat.
Und manchmal ist Gehen kein Aufgeben… sondern der einzige Weg, sich selbst wiederzufinden.
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