Wenn mein Herz nicht versteht, dass es vorbei ist
Ein Gedicht von
Stay Strong
Es ist dieser Moment ganz am Anfang, der sich anfühlt, als hätte jemand mir den Boden unter den Füßen weggezogen und ich falle immer noch. Alles in mir weiß noch nicht, wie ich damit leben soll, dass diese eine Person plötzlich fehlt. Dass sie nicht mehr da ist, wo sie doch eben noch war. Dass etwas, das sich so richtig angefühlt hat, einfach nicht mehr existiert.
Der Schmerz ist nicht laut. Er ist leise und überall gleichzeitig. Er sitzt in meiner Brust, schwer wie ein Stein, zieht sich durch meinen Bauch, liegt in meinem Hals wie ein Kloß, den ich nicht runterschlucken kann. Und egal, was ich mache er geht nicht weg. Ich kann mich ablenken, reden, lachen, aber er ist immer da. Wie ein Schatten, der mich nicht loslässt.
Und dann sind da diese Gedanken. Immer wieder die gleichen.
„Warum?“
„Was wäre gewesen, wenn…?“
„Hätte ich etwas anders machen können?“
Ich gehe zurück an den Anfang. Zu diesem einen Moment, wo alles leicht war. Wo ein Blick gereicht hat. Wo sich alles neu und richtig angefühlt hat. Ich halte mich daran fest, als wäre es der einzige Ort, an dem ich noch atmen kann. Ich will genau dorthin zurück. Zu diesem Gefühl. Zu diesem Menschen, wie sie damals war.
Aber gleichzeitig weiß ich, tief irgendwo, dass ich nicht zurück kann. Und genau das zerreißt mich.
Es sind die kleinen Dinge, die am meisten wehtun.
Nachrichten, die nicht mehr kommen.
Ein Name auf meinem Handy, der plötzlich still ist.
Lieder, Orte, Erinnerungen alles ist auf einmal aufgeladen mit etwas, das ich nicht mehr greifen kann.
Und das Schlimmste ist dieses Vermissen.
Nicht nur die Person. Sondern das „Wir“.
Dieses Gefühl, angekommen zu sein.
Dieses Wissen, dass da jemand ist.
Jetzt ist da nur Leere.
Und ich sitze mittendrin und hoffe vielleicht ein bisschen verzweifelt dass es doch noch nicht vorbei ist. Dass sich alles irgendwie zurückdrehen lässt. Dass diese eine Nachricht kommt. Dass sich alles klärt. Dass es wieder wird, wie es war.
Aber im Moment ist da nur dieser Schmerz.
Roh, echt, ungefiltert.
Und so sehr er mich gerade zerreißt er zeigt auch, wie tief ich gefühlt habe. Wie echt das war. Wie sehr ich geliebt habe.
Und genau deshalb tut es so weh.
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