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Gedichte über das Gedicht - Seite 370


Richtung Süden

(Straßen…)

Verflochten, gerastert und geteert
Führen die Straßen mal gerad‘, mal auf und ab, über Berg und Tal
Ohne sie ist unsere Bewegung sehr erschwert
Für manchen sind sie gar der heil´ge Gral

Aus der Stadt schnell raus auf‘s Land
Wie geht das ohne Qual?
Über ein geradgebogenes dunkelgraues Band
Hin zur Autobahn der Wahl…

Die Fahrt führt Richtung Süden
Der Himmel blau und tief
Dazu sich Sonne und kleine Schäfchenwolken fügen
Wer hier ans Gestern denkt, liegt sicher schief…

Bald schon fällt die Reise aus gewohntem Rahmen:
Luxemburg, Paris, San Sebastian!
Die Länder und Städte wechseln ihre klangvollen Namen
Sind zu finden auf jeweils neuem Meridian

Abseits der Bahn, die Straßen kurvig über weite Strecken
Braucht das Fahren ziemlich Zeit
Der Fahrer muss das Haupt oft seitwärts recken
Trotzdem scheint die Welt ihm groß und weit


Die Landschaft draußen wirkt grandios!
Als Nachbar der Atlantik. Ist das nicht famos?
Am Hang duftet ein ganzer Wald von Eukalyptusbäumen!
Kork-Eichen auf Wiesen die schmalen Straßen säumen

Die Sonne scheint den lieben langen Tag
Das ist, was der Reisende am Süden so sehr mag
Eine warme Brise weht vom Meer
Streichelt uns, da fällt Träumen nicht mehr schwer

Kapellen, blau-weiße Häuserwände, verziert mit Muschelschalen
Große Araukarien in den Gärten lassen den Betrachter staunen
Über die Vielfalt und Schönheit der Natur lässt sich ganz zwanglos prahlen
Hört man dazu des Atlantiks leises Raunen

Man will Dörfer und Städtchen am Wege malen
Sie laden zum Verweilen ein
Reisende auf verschlungenen Pfädchen aus den Augen strahlen
Abends fröhlich sinnend unter der Pergola bei schwerem Wein

Die Tage, einfach wunderbar, ziehen zunehmend schnell daher
Die Nächte der Reisenden sind alldieweil nur kurz
Am nachtschwarzen Himmelszelt ein gleißend helles Sternenmeer
Ist das Morgen heut´ den Menschen gewissermaßen „Schnurz“

Am letzten Tag gehts nochmal bis zum Strand
Rauschende Wellen schieben dort den weißen Sand umher
Das Panorama von Azur und Türkis bis Meeresblau erscheint brillant
Der Abschied am Abend betrübt die Reisenden wohl sehr …

Nicht viel später sind sie zurück im heimischen Gefilde
Die farbige Erinnerung bleibt noch für ein Weilchen wach
Freunde und Bekannte sind baldigst über den Urlaub ganz korrekt im Bilde
Doch allzu schnell verblassen die Eindrücke, werden stumpf und schwach …

© Auris cAeli
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Der Monolog

Kommunikation zwischen Dir und mir
Deshalb schrieb ich diese Verse hier
Suchte Worte, Reime, Zeilen
Um darin die Regungen meines Gemütes mitzuteilen

Gar manchmal schienen mir dieser Tage die Worte zu entgleiten
Sie wollten den Weg zu falschen Schlüssen vorbereiten
Ich, der Kommunikator, als Eigenbrötler nicht Vorbild und nicht gut, oft stichig wie ein Dorn
Brachte Dich, den Rezipienten, so manches Mal in Wut, zumindest aber doch in Zorn

Mit zunehmender Reife, mit viel Übung, wurden meine Texte dann zwar besser
Aber ich, der Schreiber, reizte Dich, den Leser, bis auf´s Messer
Und zuletzt bemerkte ich, als Dichter, stumm
Allzu viele der gedroschenen Phrasen erwiesen sich als dumm

Zu viel der Worte, viel zu monoton
Alles auf den Sinn beschränkt, nichts für des Vaters Sohn
Im Text statt Kapitälchen und Kapriolen
Oft Zahlenwerk und Konstrukte aus mathematischen Symbolen

Bei all den dichterischen Wendungen, die ich vormals als schön empfunden
Schien es mir damals, als seien himmlisch helle Glöckchen aufgeklungen
Die untermalten, sphärisch wahrgenommen
Das was mir, dem Techniker, als höchstes Glück herbeigesonnen

***

Woran es lag, dass sie nicht mehr klangen
Warum die Elfen bei meinen Texten nicht mehr sangen
Blieb mir fast ein Rätsel, wie so manches mehr
Die Lösung fiel mir, als solches wirklich schwer

Niemand außer mir selbst hat sie je gelesen
Die Buchstabenkolonen, die als fremde Wesen
Geisterten auf manch ´nem weißen Blatt Papier
Im leeren Raum zwischen dort und hier

Mathematik und Zahlen sind nun wieder leis´ geworden
Derweil bereiten sie mir nur wenig Sorgen
Nun formen Buchstaben und Striche sich zu einem Bild
welches es nur noch zu colorieren gilt

Die Grenze des Monologs ist schnell gefunden
Hat ein zweiter Mensch sich zur Wahl von Worten überwunden
Erwächst aus der konservierten Rede, die möglicherweise gar noch trog
Im Zwiegespräch mit einem Gegenüber der produktive Dialog


© Caeli
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