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Gedichte über die Erkenntnis - Seite 614


Eins plus Eins

(Kein Ideal ist dem andern gleich...)

Da vermutet unser geschulter Geist
Der sich logisch zumeist beweist
Das sich Eins und Eins summieren lassen
Wenn wir gedanklich sie mit Hirn erfassen

Als gleich, als Masse, als Exemplar
Stimmen wir, das ist ganz klar
Dieser Theorie natürlich in Gänze zu
Doch passt er wirklich, dieser Schuh?

Abstrakt ist unser Zentimeter
Misst er genau zehn Millimeter
Beim Gramm ist es doch zumindest ähnlich
Das Kilo zeugt den Faktor tausend nämlich

Zeit gemessen in Minuten und Sekunden
Lässt sich zählen durch des Zeigers Runden
Doch deucht mir, dass da was nicht stimmt
Wenn man die Zeit so nacheinander sinnt

Gibt es doch gute Zeiten, schlechte Zeiten
Und um das begrifflich etwas aufzuweiten
Zeit lässt sich nur begrenzt verschieben
Ganz klar, Umkehr ist uns hintertrieben

Als Mensch ist man vom Maß gefangen
Von Sekunde, Kilo und Meter hintergangen
Addieren lässt sich so nur was gleich
Absolutes macht die Grenzen weich

So werden aus dem einen Apfel zwei
Etwas Witz ist natürlich auch dabei
Das Wurmloch ist perfekt getarnt
Der Wurm vom Hirn mit eingegarnt

Reicht Ähnlichkeit ... uns schon aus
Gleich gibts ... nicht in unsrem Haus
Genau Nichts ... gibts in unsrer Welt
Um das ... absolute Einigkeit bestellt

Wir hoffen auf diverse Konstruktionen
Mathematisch physikalische Illusionen
Darauf, dass schneller Fortschritt löst
Was Zurzeit verspannt, ja, was verdöst

Wir lauschen auf die innere Stimme
Auf dass die nach rechtem Wege sinne
Wir feilen an Technik, mehren Wissen
Wollen kaum mehr Wohlstand missen

Wir potenzieren, abstrahieren
Nähern uns an und iterieren
Geist, Verstand und Glaube
Das Zeichen eine weiße Taube

Trachten danach zu kommunizieren
Wollen den Gleichstand wohl zitieren
Doch die Röhren scheinen verschlossen
Durch Potentialunterschied verdrossen

Gemeinsam sind wir ... nicht allein
Es muss jeder ... für sich selber sein
Nicht zwei sind ... einander gleich
Licht nicht ... Dunkel unser Reich

Sacht, mit viel Gefühl verloren
Dichterisch noch unvergoren
Zur Theorie des Eins und Eins ein Nein!
Ein Quellgebiet der unseren Pein

© Auris cAeli
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Eine makabere Wette mit tötlichem Ausgang

Eine makabre Wette mit tödlichem Ausgang!
Mala sunt vicina bonis!
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Was ist Wahrheit was ist erfunden?
Die Grenzen dazu - sind oft fließend.
www.leitheim-gedichte.de
Gedicht- Nr. 1463
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Ein Frauenmörder ruht im Sarg
durch Strang zum Tode er gebracht?
Im Wirtshaukeller er aufgebahrt
wer wagt mit ihm zusammen eine Nacht?
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Man wettet nun im Gasthaus drin
das Niemand haben wird den Mut,
fast keinem steht danach der Sinn
rasch mancher Gast nimmt seinen Hut.
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Frau Wirtin reichlich - Schulden hat
sie ist bereit für solche Nacht,
ich tue es für reichlich Geld
damit mein Gasthaus sich erhält.
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Man beide schließt im Keller ein
bei reichlich Wein und Kerzenlicht,
mach Stunde langsam zieht vorbei
bis dann die Mitternacht anbricht.
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Um zwölf Uhr ein Gewitter tobt
mit Blitz und heftig Donnerschlag,
als sich der Sargdeckel verschob
ein Blitz erhellt die Nacht zum Tag.
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Nachdem der Donner laut gekracht
der Mörder „scheintot“ aufgewacht,
den Sargdeckel hebt hoch mit Macht
Frau Wirtin Panik - nun erfasst.
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Der Mörder steigt aus dem Sarg heraus
dabei Frau Wirtin er erblickt,
ihr Angstschrei hallt, laut durch das Haus
dann Frauenmörder - sie erwürgt.
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Als morgens Keller, man betrat
da liegt „Frau Wirtin“ tot im Sarg!
Der Frauenmörder ist entschwunden
durchs Kellerfenster - Flucht gelungen.
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Der Henker hat was falsch gemacht
der Strick so nicht den Tod gebracht.
Denn der Gehängte war nicht tot
Frau Wirtin brachte dies den Tod.
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In London ist dies einst geschehen
im Jahre – Achtzehn-Hundertzehn,
recht rasch den Mörder man gefasst
bereits schon in der dritten Nacht.
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Herr Poe schrieb nieder - Spukgeschichten
in ähnlich Form – in seiner Art,
ich aber schreibe in Gedichten
Geschehenes - wird so bewahrt.
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Recht lange schon auf Friedhof-Ort
erblüht ein duftend` Rosenstock,
er steht auf schlichtem Frauengrab
auf Grabstein steht – die böse Tat.
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Im Gasthaus lange noch zur Mitternacht
wenn Lärm der Stille - Platz gemacht,
Frau Wirtin – Geist durch Räume schwebt
ein Schluchzen, Klagen sich erhebt.
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Die Gaststätte die gibt´s nicht mehr
das Haus ist weg, der Platz dort leer,
das schlichte Grab längst plattgemacht
für neue Gräber, Platz geschafft.
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Leitheim-Gedichte
Gruselgeschichten, Märchen, Fabeln, Historie.
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