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Gedichte über Emotionen - Seite 157


Das Chaosgedicht

Obwohl ich in den Daunen liege,
ich dank PC ein Schriftbild kriege.
Um in der Dichterwelt bekannt zu bleiben,
muss ich doch wieder einmal schreiben.
Die Finger zittern dabei gar sehr,
mir fällt nichts ein, der Kopf ist leer.

Bevor ich heute nun Poesie dichte,
erfinde ich erst die Geschichte.
Deshalb ließ ich die Kalenderseiten
den heutigen Anlass vorbereiten.
Und siehe da, ich war ganz platt,
dort steht, dass jemand Geburtstag hat.

Namen sind doch Schall und Rauch,
drum verschweige ich ihn auch.
Sie ist eine von den bekannten Damen
mit einem der sehr häufigen Namen.
Und heute ist, ganz ohne Frage,
einer ihrer bedeutendsten Tage.

Damit es den Datenschutz schont,
wollte ich genau wissen wo sie wohnt.
Und so drehte sich im Internet
die Google Kugel schnell und nett.
Rasch die Adresse eingeschoben
und schon sah ich das Haus von oben.

Im Garten fühlte sich sichtlich wohl
die Katze zwischen dem Wirsingkohl.
Sie haschte nach den Weißkohl Faltern,
durch die die Köpfe nicht mehr altern.
Wenn nämlich deren Raupen schleichen,
die Blätter nur noch Löcher erreichen.

Doch der Rasen war taufrisch gemäht,
als Schafweide wär es nun zu spät.
Am liebsten hätte ich, von oben gerufen,
„Fegt die Straße, putzt die Stufen,
reißt die Haustür sperrangelweit
und öffnet den Gästen das Tor sehr weit.“

Ich sah die Gäste doch schon kommen,
nur ihre Gesichter waren verschwommen.
Die jeweilige Autofarbe ließ mich erkennen,
wer da kam, ohne Namen zu nennen.
Sie kamen nicht aus Paris und Rom,
aber vielleicht vom Magdeburger Dom.

Manche Autos versanken bald in der Senke,
so schwer waren die verpackten Geschenke.
Manche schleppten für die kleine Süße
auch noch säckeweise liebe Grüße.
Ich fehle zwar mit Bild und Ton,
doch ich melde mich später am Telefon.

20.05.2018 © W.R.Guthmann
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Singleleben

Keine Nachricht bei Whatsapp.
Kein Wunder bei all den Online Chats.
Und ich frag mich, während ich mich durch die Datingportale schlepp':
"Hat mein Herz ein Handicap?"

Scheinbar ist das nicht meine Blütezeit.
Ich bin nicht bereit für eine virtuelle Personenfreizügigkeit,
Die keinerlei Zweisamkeit prophezeit, dem ganzen eher mehr Einsamkeit verleiht.

Der Massenmarkt gibt nicht viel für mich her,
Jedenfalls nichts, das ich begehr', denn ich steh nicht so auf einmaligen Verkehr.
Hab sichtlich mehr Chancen am Nordpolarmeer.

Während sich das Internet mit Singles füllt,
Die Liste der Likes, Matches und Crushes überquillt,
Keiner da ist, der den Bedarf an Nähe stillt,
fühle ich mich nicht nur ausgebrannt, sondern emotional gegrillt.

Was ist das für ein Trend?
Es ähnelt eher einem Laborexperiment,
Bei dem sich die Ratte im Labyrinth verrennt,
bis sie den Weg hinaus nicht mehr kennt.
So werd ich nie ein Aszendent eines fremden Firmaments.

Ich schmiede einen Ausbruchplan,
Sag "Ciao, Absurdistan"
denn die Singlebörse wirkt auf mich polytoxikoman.
Und so entflieh' ich diesem Massenwahn.

Es lebt sich ganz gut auf kaltem Entzug bezogen auf den Online Profilbetrug.
Und so begeb ich mich nun im Reallife auf den Beutezug.
Ich erhoffe mir einen realen Funkenflug.

Wie lernt man nochmal Menschen kennen?
Man braucht wohl doch die richtigen Antennen,
Feingefühl und den 6. Sinn sollte man an dieser Stelle nennen,
Um sich nicht wieder zu verrennen.

Nach langer Zeit der Nüchternheit,
Befinde ich mich erneut auf einer Odyssee der Einfachheit,
Die sich widerspiegelt in alter Abhängigkeit
und ich bin wieder bereit für die virtuelle Bequemlichkeit.

Das war definitiv ein Flashback,
Bedingt durch den Effekt von Mäusespeck,
Verkleidet als Zahnpastalächeln mit einem Sixpack.
Kennt da jemand einen guten Lifestylehack?
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