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Gedichte über Egoismus - Seite 20


Schuldlose Schuldige

In all meinen Lügengespinsten und demütigster Reue
In all meinen Zeiten der Enttäuschung und der Wut
In all meiner Güte, Loyalität und Treue
War ich noch nie so schlecht und noch nie so gut.

Mit jedem sich vortastenden Sonnenstrahl
Der meine müden Lider zum Flackern bringt
Reckend voll endloser Dankbarkeit das eine mal,
das andere die Undankbarkeit durch jede Gliedmaße dringt

Himmelhochjauchzend bei bester Gesundheit
Breitet sich das Gefühl der Wärme aus
Und blind vor allumfassender Ungerechtigkeit
Das Ende suchend, einen Weg hinaus.

Wer ist dieser Mensch in dem Spiegel vor mir
Das lachende Gesicht mit den funkelnden Augen
Und was machen all diese Tränen hier
Die diesem Menschen kurzweilig den Atem rauben?

Ich sehe diesen Menschen wie durch tausende Glaswände
Unter Menschen, als Freund, als Partner, als Kind
Seufzend und zweifelnd ringe ich die Hände
Denn was sind all diese Fäden, die dieser Mensch spinnt?

Ich sehe dass du lügst, ich sehe dass du lügst,
warum sagst du ihnen nicht was du wirklich tust
wie kannst du ein Mensch sein, der Menschen betrügt
wie kann es sein, dass du mit diesem Gewissen ruhst?

Wie kannst du nur Klagen und Jammern und Stöhnen
Und all diese Netze um dich spinnen
In dem du die anderen zwingst dich zu verwöhnen
Von aller Güte verlassen, verlassen von allen Sinnen

Und wie kannst du eigentlich selbst dich so schmerzen
Wie kannst du so viel Gewalt aufwänden
Als schlügen in deiner Brust zwei Herzen
Das eine will dich lieben, das andere dich schänden.

Denn ich sehe deine Güte, ja, ich seh das Leben, das du führst
Sehe den Versuch, all die Liebe zu verbreiten
Die Liebe, die du manchmal in dir spürst
Und die du verlierst, bei Zeit, bei Zeiten.

Wie schaffst du es, so vielen dein Ohr zu leihen
Dein Geld und deine Zeit zu geben,
Jedem Menschen sein Grauen zu verzeihen
Und jedem ein Leben zu wünschen, ein lebenswertes Leben

Wie schaffst du es deine Hoffnung zu erhalten
Obwohl du weißt, zu was die Menschen fähig sind
Wie kannst du in diesen Nächten schlafen, diesen kalten
In denen dir die Zeit den Fingern entrinnt?


Ich glaube, ich beginne, dich zu verstehen,
zu verstehen, dass du eine Schuld mit dir trägst
eine Schuld, die nur du vermagst zu sehen
eine Schuld, die du hegst, eine Schuld, die du pflegst.

Du siehst wer du bist, Mensch, du weißt was du hast
Und du weißt was dir fehlt, was du niemals erlangst
Und du trägst diese Freude und du trägst diese Last
Mit Würde und würdelos, mit Hoffnung und mit Angst.
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