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Gedichte Über Denken - Seite 7


Manche Dinge ...

Manche Dinge haben wir nicht in der Hand...
und wenn wir sie auch noch so sehr wollen,
sie entgleiten uns, wie feiner Wüstensand...
werden zu dem, was sie nie werden sollten.

Manchen unserer Ziele sind wir nachgerannt...
waren wie mit Scheuklappen auf sie fokusiert,
hielten getane Fehler an uns für uns gebannt,
achteten darauf, dass uns das nicht passiert!

Doch wir sind letztlich auch nur Menschen,
unser Erlebtes prägt unsere Werte und Denken,
müssen uns oft durch unser Leben kämpfen,
werden oft gezwungen, uns einzuschränken.

Es gibt zuviele Faktoren, die auf uns einwirken,
höhere Gewalt, die Folgen der Taten Anderer,
ein Schmetterlingsflügelschlag, ein Aufzirpen,
und was wir geplant haben ist durcheinander.

Wir können uns noch so gut vorbereitet haben,
fühlen uns kompetent, erfahren, ausgebildet,
wissen nicht, welchen Plänen andere nachjagen,
Zielkonflikte sind der riesigen Masse geschuldet.

Obwohl wir uns in unserer kleinen Welt wähnen,
Milliarden von Menschen sind um uns herum.
Das Zusammenleben in ständigen Kriegsszenen
macht Furcht, verzweifelt, ratlos und stumm.

...

Eigentlich drehten sich meine Gedanken anfangs,
um das, was mich im Kleinen so beschäftigt...
Meine Kinder, mein Leben, was mir macht Angst,
doch das wird beeinflusst vom Großen tatkräftig!

Kein Wunder, dass wir uns nach Frieden sehnen,
nach Freiheit für alle Menschen auf der Welt.
Wenigstens wollen wir selber es so ausleben,
in einer Demokratie, in der jeder gleichviel zählt.

Wir schaffen so unsere Wünsche und Träume,
treten für unsere Ideale und Ziele auch ein,
alarmiert von Mitmenschen in Blasenräumen,
verteidigen wir uns, riskieren, einsam zu sein.

Als wenn Krankheiten und Unfälle nicht reichten,
schaffen wir uns zusätzlich unnötiges Leid.
Die Machtgier besessener gieriger Oberreichen,
zerstört selbst Freunde, Familien, Zweisamkeit.

Manche Dinge haben wir nicht in der Hand...
zu dieser Erkenntnis braucht es nicht viel,
wozu jeder ist fähig in diesem Friedensland,
setzt nicht eure Freiheit und Rechte aufs Spiel.

Haltet doch einfach einmal kurz die Luft an,
hört nicht nur die Parolen der Unruhestifter!
Begreift auch ihre Ziele, ihren perfiden Plan,
ihr seid nur ihr Echo, sie die Friedensvergifter.

Die wenigen Dinge, die wir in der Hand haben,
nur zusammen können wir sie uns bewahren.
Doch dazu ist mehr soziale Gerechtigkeit nötig,
noch mehr Egoismus und Gier wirkt tödlich ...

Manche Dinge glauben wir in unserer Hand,
bis wir uns daran haben die Finger verbrannt...



© meteor 2025
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Paranoia

Diese Stimme in meinem Kopf!
Manchmal denke ich, ich bin paranoid,
wenn sie wieder mein Hirn verstopft,
mich mit unsinnigen Fragen überzieht.

Immerhin ist es nur diese eine Stimme,
nicht zwei oder ein Mehrkanalkanon,
sie unterhält sich mit mir über Dinge,
manchmal verstehe ich nichts davon.

Warum sind eigentlich Selbstgespräche
für viele sofort ein Grund zur Besorgnis?
In jedems Kopf laufen ständig Vorträge,
die Selbstwahrnehmung ist das Ergebnis.

Wenn ich meine Stimme wie andere höre,
ist sie mir erschreckend fremd und ungut,
in mir drin ist sie anders und ich schwöre,
meine Stimmbänder sind sicher kaputt.

Diese Stimme verfolgt mich, ist immer da,
sie ist allwissend, weiß, wo überall ich war.
Selbst in der dunkelsten Stille ist sie hörbar,
sitzt in mir tief drin, ihr Name ist Paranoia.

Parà heißt 'neben' und noûs ist der 'Verstand',
zur inneren Wiedergabe des Denkens gegeben,
ist sie Vermittlerin zwischen was ist bekannt
und all dem, was noch nicht ist zugegen.

Paranoia, du kennst mein wahres Gesicht,
vor dir muss ich mich nicht verstellen,
du hast in meine Seele diese tiefe Einsicht,
hilfst mir, meine inneren Kämpfe zu bestehen.

Du sorgst dafür, dass trotz Informationsflut
meine intellektuelle Struktur intakt bleibt.
In der Koexistenz von Wahrheit und Betrug
suchst du nach dem Sinn, wohin alles treibt.

Egal, in welche alberne Rolle ich auch schlüpfe,
unter welchem Pseudonym ich was schreibe,
du, Paranoia, bist Soufleuse meiner Ausflüchte,
erkennst den Grund, warum ich mich verkleide.

In einer Welt voller chaotischer Absurditäten,
ertrag ich vieles nur dank deiner Präsenz,
mein Verfolgungswahn spinnt Sinnfäden,
beschützt mich vor zunehmender Influenz.

© meteor 2025
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