Sortieren nach:

Gedichte über den Charakter - Seite 7


Was fehlt ...?

Wenn einem wer zufällig begegnet,
dessen Gesicht von Sorgen ist gequält,
was ihm wohl die Laune so verregnet,
fragt sich, was diesem Menschen fehlt?

Ist ihm gerade was Schlimmes passiert?
Das Entsetzen darüber unverkennbar ...
Fehlt ihm Hilfe, weil er ohnmächtig wirkt?
Ihm fehlt Beistand, das ist doch klar!

Tut ihm was weh, was ist sein Leid,
was verursacht diesen argen Schmerz,
was bedroht nur so seine Gesundheit?
Ein so kranker Körper ist kein Scherz.

Oder ist er arm und ihm fehlt Geld allzeit,
oder ist er reich, weiß damit nicht wohin?
Armen fehlt der Glaube an Gerechtigkeit,
Reichen steht nach mehr Luxus der Sinn.

Fehlt ihm auch nur der gesunde Verstand,
weshalb er freudlos die Umwelt bedroht?
Mit Sorgenfalten ist er bestens unerkannt,
immer mehr im Land fehlt es nicht an Not.

Es fehlt immer das, was man nicht hat!
Wenn man es dann hat, fehlt was anderes.
Wem nie was fehlte, der stumpft früh ab,
hält das Fehlen gar für was Spannendes...

Wem schon immer wieder was fehlte,
der erfragt selten erst bei wem die Ursache,
er erkennt intuitiv, was die Person quälte,
versucht zu helfen, "jetzt besser?" die Frage.

"Ja, klar! So wird's sein!", hämisches Grinsen,
so reagiert, wem nur Wegsehen fällt ein,
statt mitfühlendes, helfendes Hinsehen...
"Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!" ist seins.

Was fehlt denn jetzt wirklich auf dieser Welt?
Womit die Zukunft aller besser ausschaute?
Eine andere Menschheit, die zusammenhält?
Allein daran fehlt mir der Glaube ...

© meteor 2025
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen




MIT DEM RÜCKEN ZUEINANDER (Erzählung der Gegenwart)

MIT DEM RÜCKEN ZU EINANDER, WEIT ENTFERNT VON EINANDER.
UND ICH HÖRE SCHON WIEDER, WIE DER WIND WEHT.

Was könnte sich noch zwischen uns ergeben, was es nicht gab?
Die Trägheit hat sich schon längst wie eine Spinne eingenistet
und die Oberhand gewonnen.
Und die Emotionen?
Sie sind verworren in einem Netz aus Negationen.
Du bist nicht mehr so wie damals, vor Jahren,
als wir noch so eng wie zwei Gotteskinder - zusammen waren.
In Isolierung und Schwermut waren gehüllt meine Tage.
Ich saß auf dem kürzeren Hebel des Schicksals,
mich befindend in einer ungünstigen Lage.
Du kamst und gingst, wenn es dir danach war,
Ohne Rücksicht auf meine Gefühle
und meine kleinen Erwartungen zu nehmen,
Ohne, dass ich mich in Not und Angst dürfte, an dich zu lehnen.

MIT DEM RÜCKEN ZU EINANDER, WEIT ENTFERNT VON EINANDER.
UND ICH HÖRE SCHON WIEDER, WIE DER WIND WEHT.
UND ICH SEHE SCHON WIEDER,
WIE DIE KOSMISCHE ZEIT-MÜHLE DIE EINZELNEN MINUTEN,
STUNDEN, TAGE, MONATE UND JAHRE MÄHT.

Es gibt vermutlich keinen Reiz mehr.
Unsere Beziehung ist nicht neu und frisch,
die fließenden Tränen haben das Makeup meiner Augen verwischt.
Es gab nichts, was zwischen uns nicht geschah.
Ich bin dir kein Rätsel mehr, doch du hast mich nicht durchschaut.
Die Glücksgefühle dauerten viel zu kurz.
Bald nach einer körperlichen Annäherung,
war dir unser Beisein, als wäre es immer noch auf Bewährung.
Dabei brauchte ich viel mehr Geborgenheit!
Doch du warst dann wieder fort,
und dies tat mir bloß in meiner Seele leid.
Dabei brauchte ich deinen Schutz - als zerbrechliche, fragile Frau,
denn ohne dich kam mir alles um mich herum – so grob, fremd und rau.
Den Willen mich wieder zu sehen, hattest du erst dann,
wenn du mich zuvor nicht sahst, hinaus über längere Zeit.
Du warst so lange unterwegs - in deiner Welt,
entfernt warst du von mir – zur Zweisamkeit nicht breit.
Bis jetzt ist mir nicht klar, ob ich dir war – das Geringste wert.

MIT DEM RÜCKEN ZU EINANDER, WEIT ENTFERNT VON EINANDER.
UND ICH HÖRE SCHON WIEDER, WIE DER WIND WEHT.
UND ICH SEHE SCHON WIEDER,
WIE DIE ZEIT-MÜHLE DIE EINZELNEN MINUTEN,
STUNDEN, TAGE, MONATE UND JAHRE MÄHT.
UND ICH SEHE WIE DIE UNIVERSELLE WAAGE DER VERGELTUNG
UNTER BEWEIS ZU STELLEN VERMAG - IHRE GELTUNG.
DIE WAAGSCHALEN DER VERGELTUNG MESSEN AB
DAS GEWICHT DES MENSCHLICHEN LEBENS.
AUS SICH ERGÄNZENDEN GEGENSÄTZEN
WIRD DIE ZEIT DAS MENSCHLICHE GESCHEHEN WEBEN.
UND DIE WAAGSCHALEN WIEGEN AB
DIE GUTEN UND DIE SCHLECHTEN ZEITEN UND TATEN,
SIE ERKENNEN WO DAS LICHT WEILT
UND WO SICH BIRGT UND BIEGT DER SCHATTEN.

Kaum haben wir wieder paar Tage miteinander verbracht,
kaum glaubte ich aufs Neue an dein Gefühl,
Schon bald darauf wurde ich wieder von Missgunst ausgelacht,
und dein Gesicht wurde ungeduldig, fremd und kühl...
Und deine Seele derart unzufrieden!
Und du selbst - abweisend mir gegenüber.
Und du gingst fort, ohne sich einmal umzudrehen,
ohne Rücksicht auf meine Gefühle
und die kleinsten Erwartungen zu nehmen,
So wie zuletzt, sowie auch jetzt...

Was könnte sonst noch Überraschendes geben?
Von der Liebe ist kaum etwas übrig geblieben –
so wie von dem gestrigen Schnee, so wie von dem Wind,
der die Blätter aus den Straßen und Wegen fegt.
Glaubst du überhaupt an ein dauerhaftes Miteinander,
ohne, dass man sich räumlich und zeitlich trennen muss – voneinander?
Nichts ist wichtiger als Herzenswärme, Mitgefühl, Zuverlässigkeit,
Vertrauenswürdigkeit, Loyalität und gegenseitiger Respekt!
Von all den guten Dingen wird jede Seele, jedes Herz bewegt.
Durch profundes Nachdenken, Mit - Fühlen und Spüren,
Zeigen wir, dass wir zueinander gehören.
Das Verlangen nacheinander wird geweckt.
Ich sehe wieder dein Gesicht:
Nicht mehr ungeduldig, fremd und kühl...
Und deine Seele ist nicht mehr unzufrieden!
Und du selbst -nicht mehr abweisend mir gegenüber.
Habe ich wirklich dieses Mal etwas in dir bewegt?

MIT DEM RÜCKEN ZU EINANDER, WEIT ENTFERNT VON EINANDER.
UND ICH HÖRE SCHON WIEDER, WIE DER WIND WEHT.
UND ICH SEHE SCHON WIEDER,
WIE DIE ZEIT-MÜHLE DIE EINZELNEN MINUTEN,
STUNDEN UND TAGE, WOCHEN, MONATE UND JAHRE MÄHT.
UND ICH SEHE WIE DIE UNIVERSELLE WAAGE DER VERGELTUNG
UNTER BEWEIS ZU STELLEN VERMAG - IHRE GELTUNG.
DIE WAAGSCHALEN DER VERGELTUNG MESSEN AB
DAS GEWICHT DES MENSCHLICHEN LEBENS.
AUS SICH ERGÄNZENDEN GEGENSÄTZEN
WIRD DIE ZEIT DAS MENSCHLICHE GESCHEHEN WEBEN.
UND DIE WAAGSCHALEN WIEGEN AB
DIE GUTEN UND DIE SCHLECHTEN ZEITEN UND TATEN,
SIE ERKENNEN WO DAS LICHT DER TUGEND WEILT
UND WO SICH BIRGT UND BIEGT DER SÜNDE - SCHATTEN.
UND ICH SEHE WIE ZUEINANDER GEHÖREN UND SICH ERGÄNZEN,
DAS KOSMISCHE UND IRDISCHE KREUZ
MIT HORIZONTALEN UND VERTIKALEN WEGEN,
UND DER HEILIGE KREIS ALLER EXISTIERENDEN ZYKLEN,
WELCHE BILDEN DAS GANZE LEBEN.
UND ICH SPÜRE,
WIE SIE DURCH IHRE UNUMSTRITTENE EINTRACHT GLÄNZEN.

...UND BALD SIND WIR WIEDER MITEINANDER,
MIT DEM ANTLITZ ZUEINANDER,
DAMIT UNSER SELTSAME BEZIEHUNGSZYKLUS BESTEHT,
ODER IN EINEN SERIÖSEN DAUERZUSTAND ÜBERGEHT.
MIT DEM RÜCKEN VON EINANDER UND DEM ANTLITZ ZU EINANDER
PLANEN WIR UNSEREN KLEINEN ALLTAG,
UNSERE WOCHE, UNSEREN MONAT, DAS JAHR UND JAHRE.
WIR BLEIBEN FÜR IMMER MIT EINANDER,
BIS WEISS WERDEN UNSERE HAARE...
ICH WILL DIE GEDANKEN AN DICH
IMMER IN MEINEM HERZEN BEWAHREN…


© AGNES VON ANGELIS



Info: Das Gedicht wurde vor ca. 23 Jahren geschrieben und im Jahr 2024 neu bearbeitet.
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen