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Gedichte über den Abschied - Seite 138


Das verlorene Lamm

Ich habe dir Freiheit gegeben
Freiheit genug dein Leben zu leben
So habe ich dir vertraut
Doch mit deiner Sturheit hast du dir alles verbaut

Ich bin dein Vater, dein Beschützer und Berater
Bei mir hast du es gut mein Kind
Bleibe mir wie Jesus treu gesind
Das meine guten Weisungen stets annimmt

Ich habe alles für dich getan und gehe dir stets voran
Ja ich selbst gehe vorne an
habe dich teuer erkauft
mit dem Blut meines Sohnes getauft

Du gehörst zu meiner Familie einfach weil ich dich liebe
Doch wenn ich dich rufe hörst du es nicht und rennst
in dein eigenes Gericht
Das dir so viele falschen Dinge verspricht

Vor so vielem wollte ich dich bewahren
Doch du lehnst dich auf, stürzt dich in Gefahren
Ich muss in den Schlamm hinunter
Denn sonst gehst du unter

Und damit das nicht geschieht, bin ich es der dich heraufzieht
Ja, ich habe dir Freiheit geschenkt
Doch ich bin es der die Freiheit lenkt
Und dir meine Gnade stets neu schenkt

Du würdest ohne mich nicht überleben
Denn ich habe dir alles gegeben
Und Böses will ich dir nicht
Ich will dich bewahren vor dem falschen Gesicht

Dem falschen Gesicht der Freiheit
Die nicht hört, wenn nach dir meine Seele schreit
Denn sonst kommt die Schlange und es dauert nicht lange
Dann hat sie dich gefangen in den Verstrickungen ihrer Zangen

So falsch wie sie ist merkst du es nicht
Doch wenn du dann aufwachst, dann ist es zu spät
Deshalb mein Vaterherz sich so quält
Damit du erkennst in welches Verderben du rennst

Dies Verderben ist der Tod
Doch ich dein Vater bin immer noch Gott
Und weil ich dich liebe, so rufe ich dich
Rufe noch heute, hörst du es nicht?

Ich meine es gut, wo bist du mein Kind?
Komm doch nach Hause, beeil dich geschwind
Ich gehe dir nach, ich warte auf dich
Aber zwingen werde ich dich nicht!

Höre auf die Besonnenheit
Ich schenke dir Geborgenheit
Wahre Freiheit ist in Jesus bereit
Seine Liebe dein Herz heilt.
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in Auflösung

inmitten ihrer Hinter-
lassenschaft steht er und
betrachtet mit melancholischer
Andacht das chaotische Innenleben
ihrer barocken Vitrine, diese einst
nicht zu berührenden heiligen
Schätze hinter stets ver-
schlossener Glastüre,
die Daguerreotypie des
Urahnen, sorgsam vor Licht
geschützt, die Vasensammlung
aus drei Jahrhunderten, die zierlichen
Tässchen und Löffelchen des Biedermeier,
den alten Puppenherd mit Geschirr, die drei
wertvollen Babypuppen mit zarten Porzellange-
sichtern und Stempeln am Hinterkopf, das rote Woll-
knäuel, Nadeln durch gesteckt, so, als wäre es eben aus
der Hand gelegt, ihre Sammlung von Nägeln und Schrau-
ben, geordnet, als wären sie ein Wert für sich, der klei-
ne Hammer, gelb umwickelt, viereckige helle Flec-
ken an nikotinbraunen Tapeten, da hingen sie,
ihre angeblich einzigartigen Bilder der Rom-
antik, zwei halbvolle Honiggläser in der
Speisekammer, der Vogelkäfig leer,
verstimmt verstummt das Klavier
im Salon, fünf Kaffeekannen sind zu
verschenken, deckellos, mit dem gekreuzten
Schwert gezeichnet, an wen, er will sie nicht, er kann
nicht, so unvorstellbar zerbrechlich sind sie, passen nicht in
sein vom Zeitgeist bestimmtes hastiges Leben, zu seinen Designer-
möbeln vom Feinsten und Teuersten, eine respektlose Staubschicht hat
sich über die Preziosen seiner Kindheit gelegt, er ist gerührt und hält
die Tränen nicht zurück, und alles liegt da so bloß gestellt und ver-
letzbar, so verloren und einsam ohne ihre erklärenden sanften
Worte, die Aura eines geliebten Menschen, die sich grade
auflöst, einfach so, und das eindringliche Bewusstsein,
dass nichts Bestand hat, auch er nicht, und es ist,
als höre er ein leises Summen, kommt ein
Vogel geflogen; nicht denken, nicht füh-
len, nicht jetzt; ausblenden; der
Sperrmüll kommt morgen:
die Zeit steht nicht still;
vielleicht aber heilt sie
meine Trauer, so hofft er







© M.M.
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Der grüne Teich eine Satire

Timi ist ein kleiner verträumter Junge.
Und ganz doll liebt er seine Familie.
Doch am meisten hat er seine Omi gern, die erzählt ihm immer so schöne Geschichten.
Sein Opa ist schon tot, doch er weiss, der ist jetzt im Himmel und dann ist Timi gleich nicht mehr so traurig.
So hat die Oma ihm auch die Geschichte vom "grünen Teich "erzählt.
Dort werden die Menschen alle reich.
Die Geschichte geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Was könnte er sich da nicht alles leisten, wovon er sonst nur immer bloß so träumt.
Eines Tages macht er sich doch auf den Weg dorthin, etwa 3 Meilen von zu Hause entfernt.
Er kommt vorbei am roten, am gelben Teich.
Dann aber hat es Tim endlich geschafft.
Eine alte Dame, die ein bisschen sogar seiner geliebten Omi ähnelt, kommt ihm lächelnd entgegen.
Sie fragt ihn, was er denn wolle."
Aufgeregt stottert der Kleine"
Meine Omi hat erzählt,
"Hier am Grünen Teich kann man reich werden."
Und die alte Dame sagt zu ihm"
"Nur wer schon ganz viel gearbeitet hat, den beschenke ich reich."
Aber " Du bist doch noch so klein".
Doch, weil du den langen Weg hier her gemacht hast, will ich dich auch belohnen.
An Silvester lade ich dich mit deiner Omi zu mir ein und dann werde ich euch zwei reich beschenken.
Und schon ist die Frau wieder verschwunden.
Der kleine ist glücklich.
Was hat er doch zu Hause den Eltern und vor allem seiner geliebten Omi zu erzählen
Was wird die sich erst freuen.
Hoffentlich ist bald Neujahr!"
Und Tim läuft immer schneller.
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