Wenn eine Muse geht
Wenn eine Muse geht
Wenn eine Muse geht,
Dann leidet der Dichter schwer,
Weil er abhängig ist von ihr.
Wenn sie ihm nicht mehr nahesteht,
Kommt wenig Aufbauendes daher,
So gibt es für ihn kein Wir.
Stirbt er nicht tausend Tode,
Verliert reimend seinen Frühling
Aus den Augen, wenn er weint?
Keine noch so elegante Mode
Rettet ihn, diesen Sonderling,
Überall wittert er den Feind.
Sie hat so viele Ausfälle ausgeglichen,
Sein Gemüt ins Gleichgewicht gebracht
Und Sehnsüchte mit Schönheit befriedet.
Jetzt sind ihm Nachteulen nicht mehr gewichen,
Haben seinen Genius zum Erliegen gebracht,
Weil Leere ihm das Reimen verbietet.
©Hans Hartmut Karg
2026
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