Die Truhe auf dem Dachboden
Ich bin auf dem Dachboden am Wühlen,
in Omas alter Truhe,
ich suche nach den alten Gefühlen,
der Kindheit und der Ruhe.
So entfliehe ich der kaputten Welt,
die da draußen jetzt passiert,
die mir zunehmend gar nicht mehr gefällt,
die mich nur noch irritiert.
Da find' ich Omas Heft, handgeschrieben,
"Gedichtesammlung" steht drauf,
die Zeilen sind gut lesbar geblieben
und so schlage ich es auf.
Oma ist 'ne tolle Frau gewesen,
ihre Zeilen dicht vor mir.
Sentimental beginn' ich zu lesen
– fühl' die Umarmung von ihr.
Dort steht: "Ist die Welt auch voller Narben,
voll Bosheit und Meuchelei,
so strahlt sie auch in den schönsten Farben,
zeigt auch Wunder - allerlei.
Es kommt darauf an, in welche Richtung
wir unseren Blick lenken,
er zeigt uns Trauer, Krieg und Vernichtung,
er kann auch Freude schenken.
So war es schon immer ein guter Rat,
Augen nicht zu verschließen,
doch ein Blickwechsel lässt uns in der Tat,
nicht am Leben verdrießen!"
Meine liebe Oma, ich danke dir,
du mein rettender Engel,
fühle ich mich nicht wohl, dann hilfst du mir
raus aus meinem Gequengel.
Thomas
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