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Titel
282 Im Unnormalen normal reagieren
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Im Unnormalen normal reagieren

Krisenzeiten sind immer unnormal,
Zumindest empfinden es viele so.
Die Lüge ist groß, die Wahrheit wird schal,
Da wäre man über Normalität wieder froh.

Viele Kontakte pflegen in einem Raum,
Der gegen jede Systemüberhastung.
Wir brauchen Ruhe im Begegnungstraum,
Der wegführt von jeglicher Überlastung.

...
281 Wohnblöcke
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Wohnblöcke

Wohnblöcke erinnern mich an meine Kindheit,
Als ich zu Kunden Bierkästen gefahren habe
Mit dem Handwagen, in vollkommener Freiheit.
Gelegentlich gab es dann eine kleine Gabe.

Dort lebten immer Menschen eng beisammen,
Hatten mit Gartenarbeit meist wenig am Hut.
Da sie als Flüchtende zu uns herkamen,
Schufen sie Heimat, es ging ihnen gut.

...
280 Es gibt Menschen
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Es gibt Menschen

Es gibt Menschen im Leben,
Die diskutieren nicht lange herum,
Müssen auch nicht ständig angeben
Und stellen sich auch nicht dumm.

Das sind jene Macher, die ich so liebe,
Weil sie die Probleme tatsächlich lösen,
Ohne Diskussion, ohne Jammergeschiebe
Notwendiges nicht durch Gerede verdösen.

...
279 Es wäre mir
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Es wäre mir

Es wäre mir ein wenig Lust,
Laguna venezianisch doch zu riechen
Und mit von Adria frischender Luft
Herauszukommen aus Agonie und Siechen.

Dort kann ich sitzen, chillen, schauen,
Hinsehen, mit dem Retemptore,
Mit Pasta kleine Träumchen bauen,
Mich einfinden gern zu Amore.

...
278 Das Schöne
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Das Schöne

Meine Augen suchen immer das Schöne,
Um die Jugendlichkeit einzufangen,
Womit ich mein Alter versöhne,
Mein Dasein dann ohne Bangen.

Der Blick zu leicht geöffneten Lippen
Wirft mich in die erste Zeit der Liebe zurück,
Als noch wenig Rundung auf den Rippen
Und Liebe mein erstmaliges Glücksgeschick.

...
277 Leise Musik im Hintergrund
Vorschautext:
Leise Musik im Hintergrund

Die Musik entspannt den Abend,
Liebende, die sich umfangen,
Wissen, was doch herzlabend,
Wenn der Tag stille gegangen.

Nur noch wir ZWEI, sonst nichts,
Leise Melodien im Hintergrund
Und angesichts des Dämmerlichts
Wird aus Ecken ein vertrautes Rund.

...
276 Und es gibt sie doch
Vorschautext:
Und es gibt sie doch

Und es gibt sie doch,
Jene Tage mit Sonnenschein,
An denen sich die Seele nach oben beugt,
Weil Wärme wieder dorthin kroch,
Zunächst vielleicht ganz klein,
Gleichwohl himmelsgeneigt.

Nicht eben sofort und ohne Holpern,
Auch nicht ohne Stolpersteine
Wächst langsam Glückseligkeit.
...
275 Oft reicht der Stempel
Vorschautext:
Oft reicht der Stempel

Wenn wir uns nichts mehr zutrauen,
Dann werden wir das Handeln verlernen,
Auch keine Häuser mehr bauen,
Uns von Möglichkeiten entfernen.

Wer alles in einen Kochautomaten wirft,
Der ist natürlich schnell fertig.
Da er nicht mehr experimentierend schürft,
Ist nur das Internet gegenwärtig.

...
274 Warum sollte ich sie verlassen?
Vorschautext:
Warum sollte ich sie verlassen?

All die Jahre war sie mir vornehme Begleiterin,
Hat auch meine vielen Schwächen ertragen,
Fuhr mich sogar zu Untersuchungen hin
Und hatte mir immer Wichtiges zu sagen.

Mit mir hat sie den gemeinsamen Weg gewählt,
Uns wunderbare Kinder in schönen Zeiten geboren,
Blieb zwar kritisch, dennoch hat sie auf mich gezählt,
Ohne sie wäre ich immer noch lebensverloren.

...
273 Das Erhoffte
Vorschautext:
Das Erhoffte

Mit dem aufsteigenden Licht
Zeigt die Sehnsucht ihr Gesicht,
Weil dieses das Erhoffte bringt,
Wenn wieder die Lerche singt.

Die Nachtigall schweige,
Wenn der Morgen uns zeige,
Was die Hoffnung erklimmt,
Wenn Sonnenlicht bestimmt.

...
272 Wenn ich chatte
Vorschautext:
Wenn ich chatte

Wenn ich chatte
Fühle ich mich wie ein Jüngling,
Frei und alterslos.
Im Netz sehe ich manche Schöne, Nette,
Manche sogar mit Ring,
Die Präsentationen sind riesengroß.

Manches muss man auch übersehen,
Nicht jedes Video ist sattelfest,
Wenn um Orthographie es geht.
...
271 Du liebst
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Du liebst

Du liebst Distanz und weniger Nähe,
Bleibst verborgen in den Weiten des Internets,
Mir doch sehr fern und gar nicht sehr nah,
Während ich heimlich nach Dir spähe,
Stets ignorierend das Internetgehetz,
Weil als Stern ich nur Dich immer sah.

Schon lange bist Du Teil meiner Träume
Und aus meinen Nächten nicht wegzudenken,
Auch nicht aus meinen flutenden Gedanken.
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270 Glaube ja nicht
Vorschautext:
Glaube ja nicht

Glaube ja nicht,
Dass virtuell Dich alles beglücken kann,
Was mit schönem Gesicht
Anlockt Dich, suchender Mann!

Auch Bilder lassen sich trainieren,
Sich werbend Attraktionen aneignen,
Die mit feiner Sprache Dich dahin führen,
Wo sich vielleicht Höhepunkte ereignen.

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269 Man kann Liebe
Vorschautext:
Man kann Liebe

Man kann Liebe ignorieren,
Gar ein asketisches Leben führen,
Sich in irgendwelche Dienste stellen
Oder überzeugt Ersatzwege wählen.

Man kann Liebe gern ständig verdrängen,
Sich mit vielen Ablenkungen behängen
Und muss am Ende des Lebens ermessen:
Fast alles ist doch ohne Minne gewesen.

...
268 Sich gegen
Vorschautext:
Sich gegen

Sich gegen die Urkraft der Liebe wehren
Kommt einer Herkulesarbeit gleich.
Jedoch ihre Möglichkeiten beehren,
Das macht Geist, Gemüt und Seele reich.

Nicht selten haben wir übersehen,
Wenn Ablenkungen als Liebe verkannt,
Dass wir nur zum Klamauk hingehen,
Wo Virtuelles als Möglichkeit benannt.

...
267 Liebende haben schon
Vorschautext:
Liebende haben schon

Liebende haben schon immer verstanden,
Dass Glücksbestände den Wohlwollenden hold.
Liebe kommt dagegen jenen abhanden,
Die immer nur streben nach Silber und Gold.

Es bleibt das Geheimnis tiefer Minne,
Mit Leib, Seele und Geist aufzutrumpfen,
Wenn sie erfasst des Menschen Sinne,
Verhindert so des Lebens Abstumpfen.

...
266 Es gibt sie
Vorschautext:
Es gibt sie

Es gibt sie:
Die Destruktiven und die Konstruktiven.

Destruktive sehen immer nur sich,
Oft in Minderwertigkeit und Egomanie gefangen,
Übergehen und/oder nerven Dich,
Weil alles nur untertan ihrem eigenen Verlangen.

Konstruktive sehen immer das Gesamtsystem
Und wie sie dieses nachbessern können,
...
265 Mündige Bürger
Vorschautext:
Mündige Bürger

Mündige Bürger fragen nach,
Sind gegen ausufernde Administratoren
Und lassen sich Anwendungen im Netz erklären.
Das enthebt sie nicht kontrollierendem Ungemach,
Wenn sie beobachten, dass in irgendwelchen Foren
Sich wissentlich die Verblendungen weiterhin mehren.

Weil man ihnen dort mit Geheimniskrämerei kommt,
Erklärt, dass nur Fachleute richtig informieren können,
Geben sie mit Zustimmung gar viel Verantwortung auf.
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264 Wie Sie mir
Vorschautext:
Wie Sie mir

Wie Sie mir doch den Tag versüßt,
Die wunderschöne Frau im Netz!
Als Mann, der dafür gerne büßt,
Wenn ihn kein Schmuddel verletz‘,
Wird sich oft am Display einfinden
Um triste Tage zu überwinden.

Es ist ja herrlich anzuschauen,
Was mir die Sozialen Schönes bieten,
Wo sich ein Konterfei darf aufbauen,
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263 Dankbar bleibt
Vorschautext:
Dankbar bleibt

Wo das Gewohnte selten als Glück begriffen,
Da wird es mitunter zur Selbstverständlichkeit:
Das Dankbare hat sich dort abgeschliffen,
Wird empfunden als pure Alltäglichkeit.

Dabei stecken in ritualisierter Wiederholung
Eben oft auch werthaltig-aufbauende Kräfte,
Bringen der Beziehung und Seele Erholung,
Stärken den Kreislauf, mobilisieren Lebenssäfte.

...