Profil von Annelie Kelch

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Registriert seit dem: 06.10.2016

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Hallo, liebe LyrikfreundInnen, ich lese am liebsten Lyrik; sie macht mich oft nachdenklicher als Romane; das schafft sie mit wenigen, prägnanten Sätzen! Allerdings lese ich auch gern Romane, einige zumindest; aber Lyrik ist meistens fantasievoller, die Sprache ist oft wunderschön und bringt es auf den Punkt. Am liebsten lese ich die Lyrik von Ingeborg Bachmann, Johannes Bobrowsky, Doris Runge, Sarah Kirsch, Günter Eich und Jan Wagner.

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Anzahl Gedichte: 156
Anzahl Kommentare: 17
Gedichte gelesen: 41.226 mal
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Titel
16 Stummer Frühling 19.10.16
Vorschautext:
Stummer Frühling

Kennst du noch Wiesen, darauf Kühe grasen oder Hühner gackern,
wo Kornblumen und Klatschmohn wachsen und Kamillen blühn?
Wo Bienenvölker brummelnd hummeln und Insekten summen,
wo noch Kaninchen mümmeln im gesunden Grün?
Wo Lerchen ihre Nester baun und Hasen Haken schlagen,
wohin sich noch die Ricken mit den Kitzen wagen?

Ein schöner ferner Traum, der nimmer wiederkehrt,
hör ich dich bald schon klagen.
Was kommt nach Breitbandherbiziden, Stickstoff, Glyphosat?
...
15 Sommergefühl Ende Oktober 19.10.16
Vorschautext:
Sommergefühl Ende Oktober

Aus gebrochener Erde
Grau
wagt sich noch Ende Oktober
rot:
zarter Mohn -

bringt mir den Sommer zurück,
den ich verträumte mit dir.
14 Hamburg 18.10.16
Vorschautext:
Hamburg


Mit Schiffen mannigfach und unter breiten Brücken
fließt größtenteils beruhigt der graue Strom.
Viel Regen macht viel Dächer nass
und der Verkehr rauscht ohne Unterlass
zum Hafen und zum Dom.

Das hält kein Schirm aus, keine lackversiegelte Frisur,
wenn von der Nordsee her der Blanke Hans das Pflaster kehrt.
Die sturmerprobte Möwe nur
...
13 Kennst du ein Meer ...? 17.10.16
Vorschautext:
Kennst du ein Meer …?

Kennst du ein Meer, worin noch Fische leben,
wo sie noch unbehelligt schwärmen dürfen ohne Plastikmüll?
Wo keine aufgeblähten Netze herrenlos vorüberschweben
und Algen von Korallen träumen statt von Algenpest?
Wo man den Meerestieren ihren Frieden lässt?

Du kennst es nicht und wirst es nimmer kennen lernen:

Da stupst die kühle Hand des Windes klare Wellen an,
da kannst du ohne Schuh' am weißen Strand entlangspaziern;
...
12 Sang- und klanglos 16.10.16
Vorschautext:
Nun ist er abgetaucht -
das Gras, der Bäume Laub,
die Blumen trauern.

"Herbst, alter Knabe,
mach zu Staub,
was einst begonnen hat
ein leiser Frühlingshauch,
und was ich meisterhaft vollendet habe."

So steht es schwarz auf weiß
in seinem Abschiedsbrief.
11 Zwei Herbsthaiku 16.10.16
Vorschautext:
Herbst -
die Wehmut, mit der
ein Blatt zu Boden schwebt


Herbst -
der Sturm pfeift seine Lieder
braucht kein Notenblatt
10 Drei Herbsthaiku 15.10.16
Vorschautext:
Leise fällt das Laub
Mein Herz begräbt den Sommer
der im Nebel starb

Die Blätter fallen
namenlos wie der Sommer
welkt das Gras im Sturm

Ihr Kastanien –
glatt und rund in meiner Hand:
Mahagoniherbst
9 Roter Mohn 15.10.16
Vorschautext:
Akrostichon

R ot ist die Farbe der Liebe
O ft wird aus Liebe Hass
T räume platzen
E in Mann sieht Rot
R atlos stehen wir vor den Trümmern einer Liebe
M it dir gehe ich bis ans Ende der Welt
O hne dich bin ich verloren
H ab Vertrauen zu mir
N eben dir stehen, gehen, begraben sein
8 Nachtstück doloroso 14.10.16
Vorschautext:
Nachtstück doloroso

Dann waren sie fort, rüber zu Tante Falkenberg, acht Häuser weiter.
Morgen früh sind wir wieder daheim, hieß es zum Abschied.
... wenn Gott will, dachte er; das sang sie sonst immer, bevor er einschlief.

Er stand auf, tappte ans Fenster, sah hinab ins trübe Laternenlicht:
Unten lag die mausgraue Straße: ein ausgestorbener Saurier.

Abendwind strich durch die Linde vorm Haus. Er stieß das Fenster auf, sog den
Blütenduft ein, jauchzte über die schwankenden Schatten, die auf dem Sims
kamen und gingen. So tanzte sie nachts mit ihm von Zimmer zu Zimmer,
...
7 Im Prater blühn wieder die Bäume ... 13.10.16
Vorschautext:
Im Prater blühn wieder die Bäume ...

War ‘s Schicksal, Glück oder
am End’ doch nur ein Zufall,
dass sich der ritterliche „Alpenapollo“
in den Prater verirrte und
im Riesenrad das „Wiener
Nachtpfauenauge“ traf?

Jedenfalls gondelten beide
die halbe Nacht: kopfüber,
kopfunter, den Wolken
...
6 magic moment 12.10.16
Vorschautext:
magic moment

kehr zurück, schöner Augen-Blick
kehr zurück wie
Kummer & Glück
Ebbe & Flut
Antonius zu Cleopatra
Odysseus in die Heimat
Damon zum Tyrannen
lass dich bannen
Bumerang
kehrt wieder
...
5 Am Wakenitzufer I 11.10.16
Vorschautext:
Nicht etwa abgetrieben und neu
angedockt: mitnichten!

„Greif“ war nicht treu,
Liason mit Wiebe: aus und vorbei.

Jetzt kuschelt er mit „Hansine“ am Kai
passt weder 'ne Mandarine

noch das Ei,
das ich mir drauf pell,
zwischen Backbord und Backbord.
...
4 Denn der Wind kann nicht lesen ... 10.10.16
Vorschautext:
Denn der Wind kann nicht lesen ...

Was ist schon dabei, dass der Wind nicht lesen kann,
singt oder pfeift er doch, sobald er erwacht:
sanfte Lieder im Sommer, den er liebt wie einen Bruder,
und zärtlich wie ein Sonnenstrahl kühlt er unsere Haut
und das Gefieder der Vögel.

Im Herbst pfeift der Meister behänder Schatten Arien in Moll,
bläst seine Backen auf, brüllt, dass ein Löwe im Schlaf
von seinesgleichen träumt, zischt gleich Schwärmen von Mauerseglern ums Häusereck und durch die Schluchten der Straßen, rüttelt der Bäume
erschöpftes Geäst und was da fällt, ist verloren und kehrt niemals wieder.
...
3 Am Wakenitzufer 09.10.16
Vorschautext:
Am Wakenitzufer

Nah beieinander
verträumt
gut aufgeräumt
kuscheln am Kai
auf den Wellen der Liebe:
„Greif“ und „Wiebe“
fürsorglich vertäut,
damit sie nicht twisten und rocken
müssen, wenn Herbst dräut,
der seine großen Stürme
...
2 Ballade von Spuki Huch 07.10.16
Vorschautext:
Ballade von Spuki Huch

Wer spukt im Schloss bei Pirmasens?
Spuki Huch, das Nachtgespenst!

Und was geschieht, wenn' s keinen kümmert?
Dann heult es, schimpft und wimmert

und zittert wie ein junger Hase
beim Biss in Ritter Kunos Nase.

Der Herr schreckt auf mit einem Fluch -
...
1 Waldspaziergang 06.10.16
Vorschautext:
Waldspaziergang

Hab Acht, denn es könnte sein,
dass unter morschen Zweigen
ein gebrochenes Herz im
erschütterten Moos verwest.

Noch bist du leicht, verspielt,
eine Wolkenfeder über den Wipfeln
der Bäume, ahnst nicht, dass der stille
Nachtwind wahrhaftiger ist als das
Sommergeschwätz der Schwalben -
...
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