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Gedichte über Philosophie - Seite 20


Der Dieb ...

(The burglar at the thiefs home ...)

Als Meisterdieb gilt er fortan
Einer, der sehr gut rennen kann
Schnellen Erfolg hat er gemacht
Doch hat er etwas kurz gedacht ...

Die Gesellschaft hat er bereichert
Als neues Element ist er gespeichert
Seine Strukturen scheinen stets amorph
Ob er aus der Stadt oder aus dem Dorf ...

Den einzelnen hat er übersehen
Wollt ihn jedoch nicht verstehen
Wollte seinen Teil und noch viel mehr
Für sich allein, ganz ohne Gegenwehr!

Seine Träume lassen sich leicht ahnen
Bewegt auf egozentrisch runden Bahnen
Versucht er Nutzen zu ziehen wo es geht
Dazu muss er wissen worum 's sich dreht!

Seine Intelligenz, ganz unverholen
Scheint im wohl ...
Wenn man so mit ihm singt und summt
Wo der wilde Bär noch brummt

Kommt einem zu Bewusstsein, in den Sinn
Durch das Handeln, durch des Lebens Spin
Man ein gutes Stück des Selbst hier findet
Dem man sich selbst jedoch stets entwindet

Die Gefahr des universellen diebisch Seins
'Das ist mir und auch das ist Meins!...'
Besteht in uns'rer Kultur doch leicht
Wenn man sich auf einen Besitzer eicht

Gehört dem Mensch doch Wald und Fauna
Haus und Hof, wie des Kapitalisten Trauma
Man nimmt sich einfach, was man will
Mit Geld geht alles, die Welt hält still

Und hat der mehr, dann will ich auch
Und größer wird das Loch im Bauch
Das Gehirn geht ins exponentielle über
'Die Aussicht war schon mal viel trüber ...'

So ist dem Reichen lang schon legitim
Sein diebisch sein schon längst verziehn
Unter die Armen verteilt er Schweiß
Des Lebens Lohn, des Erbens Preis ...

Den Intellekt verteilt er um den Keim
Seine Schulen sind der Bildung Heim
Gelehrt wird hier und aufgeschrieben
Der Keim hin zum Kristall getrieben

Semipermeabel scheint das Häutchen
Das außen rum um diese Leut'chen
Doch nicht das Geld ist hier das Maß
Beziehung und Bildung machen das

Vorstellungskraft und Verblendung
Abgelenkt von einer neuen Wendung
Stört der Dieb das was Konzentration
Das Hier und Jetzt, der neue Lohn

***

Pädagogisch und mit viel Geschick
Guten Willens und das Glück im Blick
Bestehlen sich Mensch und Gesellschaft
Um die Wunde, die in unsrer Welt klafft

*****

Als Meisterdieb wird titulliert
Wer sympathisch illusioniert
Wer Ungelittenes entwendet
Und solches an den Teufel sendet ...

© Auris cAeli
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Paranoia

Diese Stimme in meinem Kopf!
Manchmal denke ich, ich bin paranoid,
wenn sie wieder mein Hirn verstopft,
mich mit unsinnigen Fragen überzieht.

Immerhin ist es nur diese eine Stimme,
nicht zwei oder ein Mehrkanalkanon,
sie unterhält sich mit mir über Dinge,
manchmal verstehe ich nichts davon.

Warum sind eigentlich Selbstgespräche
für viele sofort ein Grund zur Besorgnis?
In jedems Kopf laufen ständig Vorträge,
die Selbstwahrnehmung ist das Ergebnis.

Wenn ich meine Stimme wie andere höre,
ist sie mir erschreckend fremd und ungut,
in mir drin ist sie anders und ich schwöre,
meine Stimmbänder sind sicher kaputt.

Diese Stimme verfolgt mich, ist immer da,
sie ist allwissend, weiß, wo überall ich war.
Selbst in der dunkelsten Stille ist sie hörbar,
sitzt in mir tief drin, ihr Name ist Paranoia.

Parà heißt 'neben' und noûs ist der 'Verstand',
zur inneren Wiedergabe des Denkens gegeben,
ist sie Vermittlerin zwischen was ist bekannt
und all dem, was noch nicht ist zugegen.

Paranoia, du kennst mein wahres Gesicht,
vor dir muss ich mich nicht verstellen,
du hast in meine Seele diese tiefe Einsicht,
hilfst mir, meine inneren Kämpfe zu bestehen.

Du sorgst dafür, dass trotz Informationsflut
meine intellektuelle Struktur intakt bleibt.
In der Koexistenz von Wahrheit und Betrug
suchst du nach dem Sinn, wohin alles treibt.

Egal, in welche alberne Rolle ich auch schlüpfe,
unter welchem Pseudonym ich was schreibe,
du, Paranoia, bist Soufleuse meiner Ausflüchte,
erkennst den Grund, warum ich mich verkleide.

In einer Welt voller chaotischer Absurditäten,
ertrag ich vieles nur dank deiner Präsenz,
mein Verfolgungswahn spinnt Sinnfäden,
beschützt mich vor zunehmender Influenz.

© meteor 2025
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