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Gedichte über den Menschen - Seite 206


Meine Freiheit

Ich suche meine Freiheit
hinter verschlossenen Türen
hinter vergitterten Fenstern
hinter Mauern
hinter Totgesagtem
hinter Illusionen
ich suche sie unentwegt
und ich stelle mir vor
es gäbe die geöffneten Fenster
außerhalb und innerhalb
meines Wesens
Fenster, zum Hindurchfliegen
vielleicht so wie bei Tauben
die nach langer Regenzeit
aus den alten Gemäuern
endlich emporfliegen
die sich wieder in den Sonnenschein
wagen
Es gibt wilde Tauben in Freiheit
und gezüchtete in Gefangenschaft
Aber ich möchte frei sein
frei sein, freier als frei
nicht unbedingt so frei wie der Wind
aber wie die entschwebende Wolke am Himmel
die sich vom Wind geduldig treiben lässt
und zwischen Abhängigkeit
und Unabhängigkeit
lustvoll balanciert
zwischen Wolkenbruch und Auflösung
Eine Wolke müsste man sein
mit vielleicht direktem Blick
in das Leuchtfeuer der Sonne
in grenzenloser Sehnsucht nach deren Wärme
alsbald dann inmitten mit ihr zu verschmelzen
ihre heißen Sonnenstrahlen
am ganzen Körper spürend
lebendig sein für einen Moment
und gleichzeitig wissend,
daß dies den sicheren Tod bedeuten könnte
die totalitäre Auflösung, die Freiheit in sich
aus sich selbst heraus
Ich möchte frei sein
freier als frei
und wäre ich eine Taube,
würde ich immer von innen
nach außen
aus und ein
und immer wieder zurück,
im schier endlosen Kreislauf
zwischen Leben und Tod
hin und herfliegen
Sichtbar sein für die Welt
unsichtbar für mich selbst
Ich möchte frei sein
freier als frei

© Marcel Strömer
[Magdeburg, den 24.06.2024]
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Patin Natur

Alles was auf der Erde an Materie ist,
nichts davon existiert durchs Begaffen.
Alles Künstliche sich aus Natur bemisst,
nur aus ihren Zutaten wird was erschaffen.

Der Mensch kann nur Altes neu anordnen,
kann erforschen, denken, experimentieren,
kann Abläufen Gesetzmässigkeiten entlocken,
durch Beobachtung Fortschritt generieren.

Die Natur ist ihm dabei stets hilfreiche Patin,
dient ihm als Vorlage, Vorbild und Ideengeber,
sie hat die Antworten auf jede seiner Fragen,
für so gut wie alle Patente ist sie Urheber.

Der Mensch selbst ist mit ihr Meisterstück,
in ihm hat sie sich wohl selbst übertroffen.
Sein Bewusstsein verleiht ihm den Einblick,
wozu die Natur allem Leben hat verholfen.

Das Streben nach Wissen und dem Sinn,
viele Geheimnisse sind noch verborgen.
Die einzige Leere in einem innen drin,
ist die Lücke für das Wissen von morgen.

Das Potential unseres Nervenkomplexes,
es braucht keine übersinnliche Mächte,
die richtige Verknotung seines Netzes
ermöglicht die Nutzung enormer Kräfte.

Wir sind aus Natur, sind ein Teil von ihr,
künstlich ist nur, wie wir sie kombinieren.
dazu nutzen wir all unsere Sinne dafür,
um natürliche Erfindungen zu studieren.

Wenn wir wieder an Grenzen geraten,
Geduld und Umdenken ist der Schlüssel,
so wird uns erneut ein Zugang verraten,
langsam finden wir so Teile vom Puzzle.

Das Universum macht sich nicht die Mühe,
ganz ohne Grund einfach so zu existieren,
unser Dasein gleicht einem Pfad voller Türe,
eine nach der anderen wird weiter führen.

Es ist ratsam, Altbewährtes zu schätzen,
Ozeane, Wälder, Ursprünge des Lebens,
mit ihnen wir uns auch selbst verletzen,
wir brauchen sie bei all unseres Strebens.

© meteor 2025
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