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Gedichte über Liebe - Seite 59




Eine Nacht zum Schreiben

Was für eine Nacht...
eine zu aufgewühlte Nacht für Sterne
eine zu kalte Nacht nur zum Starren.

Gern hätt' ich sie mit dir verbracht
du liegst jedoch in weiter Ferne
ich bin alleine hier am Ausharren.

Es ist eine Nacht zum Träumen
von sehnsüchtigen Lippen, die mehr wollen
von Beinen und Hüften, die unruhig treiben.

Es ist eine wunderschöne Nacht
um mich zusammenzurollen
und ganz allein in meinem Bett zu schreiben.

In Schatten gehüllt stehst du Rose
durchtränkt von der Nacht Dunkelheit
wie eine dunkle Verführerin mit bittersüßen Zauber.

Dein dornenbewehrter Duft süßer Dextrose
unwiderstehlich mein Herz anschreit
die düstere Tintenfarbe deiner Blüte undurchschaubar.

Das Verlangen in deinen Blütenblättern ist schattig
wilde Leidenschaft es in mir hervorbringt
Sanftheit umhüllt mein aufgewallenes Haupt.

Ein heimlich kleines Lächeln auf Lippen samtig
was lüsternen Katzenaugen gelingt
Lippenstift verschmierte Bisse auf meiner Haut.

Adrenalin vernebelt mir meinen Blick
bin des Schreibens nicht weiter mächtig
heiße Atemzüge gekeucht in sengenden Blitzen.

Ein Appetit, der alle meine Grenzen erstickt
mein Körper nach deinen Berührungen trächtig
im Puls meiner immer lauter werdenden Bitten.

Setze das Schreiben in Trance auf mir fort
wirre Träume mit dir zerschneiden meine Phantasie
ich operiere am offenen Herzen,

Sehe uns beide tanzen am brennenden Ort
in der Hitze der Flammen verglühen wir in Agonie
bereiten uns die verzehrensten Schmerzen.

Um mich herum alles wild flackert
unsere Finger ineinander verschränkt
blühen unsere Blütenblätter prächtig auf.

Meine Flur ist verwüstet beackert
alles um mich in Schweiss getränkt
ein Schlusspunkt beendet diesen Ablauf.

© meteor 2024
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Sehnsuchtsausschau

SIE:
Und wieder weicht die Nacht dem Tag
Eine Nacht, in der erneut ich wach lag
Ohne dich bin ich einsam und allein
Mein Herz weint, möcht bei deinem sein

ER:
Eine weitere Nacht bin ich weit von dir entfernt
Viel zu weit, mein Innerstes wie entkernt!
Meine Seele findet erst wieder Ruh'
Wenn sie ganz nah bei deiner immerzu!

SIE:
Das Morgengrau wird schon langsam heller
Der nächste graue Wintertag beginnt...
Wo bleibst du nur, bitte reite schneller!
Merkst du nicht wie die Lebenszeit uns entrinnt?

ER:
Tage und Nächte hab ich schon im Dunkeln verbracht
Was ist, wenn ich dein Licht nie mehr sehen kann?
Du bist mein Lebenselexier in jeder Schlacht!
Nicht mehr lange und ich verfalle dem Wahn...

SIE:
Jeder weitere Tag wie ein Körnlein Sand
Mir unwiederbringlich rieselt durch die Hand
Bitte Liebster, mach! Komm heut heim!
Lass dich meine Sonne dieses Tages sein...

ER:
Nicht mehr weit, doch immer noch zu weit!
So sehr groß die Sehnsucht, die mich antreibt...
So lang das Tageslicht mir noch wohlgesonnen
Die Hoffnung dich heut zu sehen nicht verronnen!

SIE:
Gib mir einen Lebensgrund, mach mich wieder ganz!
Träume von dir nur sorgen für eine süße Flucht
Lassen mich nicht vergessen unseren letzten Liebestanz
Wo bleibst du nur? Stille endlich meine Sehnsucht!

ER:
Nur noch dieses Tal und diese Anhöhe dort!
Und doch fühle ich mich so weit vom Himmel fort...
Alles ich gebe, um bei dir noch heut Nacht zu sein
Der Mond noch unsichtbar, mein Ziel du allein!

SIE:
Nun wachte ich auch diesen Tag bis an den Rand
Es bricht mir wieder das Herz fast entzwei!
Mein Blick starrt erneut in die Leere, dich nicht fand...
Dich nie mehr gebraucht als jetzt zur Stell herbei!

ER:
Ist jemand in der Ausschau da? Hast du uns aufgegeben?
Weil wir beide zu lange im Dunkeln haben verbracht?
Wo bist du? Will dein Licht, dein Leuchten wiederbeleben!
Kannst du mir verzeihen all deine Sehnsucht Tag und Nacht?!

SIE:
Bist du es wirklich, Liebster mein?! Soll die Qual heut enden?
Ja, du bist es! Mein Herz spürt nicht mehr fern dein Herz so nah!
Alle Sorgen fort, unser Seelenheil zum Guten sich wird wenden...
Ich fühlte mich eben so weit fern und nun im Himmel wunderbar!

ER:
Nie gab ich die Hoffnung auf, dich noch heute zu umarmen!
Zu mir! Lass mich dich endlich festhalten, dich süß umgarnen!
Wie hell du mir so nah wieder dein süßes Licht doch spendest!
Das Dunkle in mir vertreibst, nur noch Liebe in mich sendest!

SIE&ER:
Oh wie Balsam sind wir doch für unser Herz und Seelen!
Zu lange getrennt und zu lange Zeit im Dunkeln verbracht
Keine Angst und Bang ist nun uns mehr vor dieser Nacht
Weil endlich wieder zu zweit wir uns für sie empfehlen ...

© meteor 2024
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Freundliche Kontaktaufnahme

du lieblingsmensch, komm in mein versteck
leg dich doch zu mir, hier unter meine deck'

schau mir in die augen, sag mir, was du siehst
siehst du, wie meine vorfreude zu dir überfließt?

dich so nah bei mir, direkt neben mir zu spüren
gleich werden meine finger deine haut berühren

jeder kontakt zwischen uns ist eine sensation
dein sinnliches tastorgan vermeldet vibration

eine sanfte erschütterung lässt dich erzittern
ein wohliger schauer wellt über deine zarte haut

weiche härchen erheben sich, weil sie wittern
hier wird gleich unglaubliches sehr vertraut

fingerspitzen überfahren erste härchenenden
die sofort ihre exakte ortsangabe versenden

freundliche kontaktaufnahme erreicht regionen
ist unmittelbar am rande erogener zonen

per zutrittsparole zugriff ins sperrgebiet erteilt
tiefer irisscan zweier augenpaare gibt bescheid

positive signale aus der gefühlsschaltzentrale
wohlwollende mimik wölbender wangenareale

nach oben gezogene mundwinkel gespiegelt
jedewede schutzvorkehrung wird entriegelt

noch bevor das eindringen findet statt
die glückshormonausschüttung begonnen hat

zähne kauen auf deiner feuchten Unterlippe
weil fingerspitzen berühren haut deiner rippen

ein wohliger sinnesalarm folgt dem andern
als meine haut beginnt auf deiner zu wandern

warmer atem enthaucht durch dein lippenoval
deutlich hörbar dieses einmalige sechste vokal

sehnlichst erwünschter ganzkörperkontakt
findet zuerst im kopf reflexhaft koordiniert statt

unterstützt durch drüsige pheromonextraktion
robben sich zwei leiber zu innigster eskalation

wie zwei lippen ihre kusspartner blind finden
arme und beine sich gelenkig in sich winden

vier hände mit empfindlichsten tastsensoren
kontaktieren alle möglichen erogene hautporen

zungenspiele verdrehen zirkusreife kapriolen
bringen die synapsen völlig zum aufjolen

unglaublich dahinschmelzende laufende ekstase
schweisstreibende vereinte glücksphase

zeitlos unbegrenzter minimaler raumverbrauch
mehrfach reanimierter sauerstoffhauch

schnurrendes gurren geht über in hyperventilation
endlos hinauszögerndes finale die eskalation

frenetischer jubel bricht sich endlich bahn
über uns fällt mit uns der vorhang

© meteor 2024
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