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Gedichte über das Leben - Seite 2269


Grau

Sie alle trugen grau: "Graue Hemden! Graue Hosen!
Graue Jacken! Graue Schuhe! Graue Strümpfe!
Graue Hüte! Graue Krawatten! Und dachten alle
das selbe! Und wollten alle das selbe!" Und alle
sahen gleich aus: "Müde und leer! Zerstört und
besiegt! Gleichgültig und traurig! Ohne Freunde!
Ohne Denken! Ohne Wissen! Und jeder kannte
nur diese Farbe! Nur die Farbe grau!"

Und dann, ging ich zu Ihnen: "Mit rotem Hemd! Und
grünen Hosen! Und blauen Schuhen! Und gelber
Jacke! Und rosa Socken! Und weissem Hut! Und
brauner Krawatte!" Und umarmte Sie. Und redete
mit Ihnen: "Über Frauen! Und das Glück! Und alle
sahen mich an! So wie: "Bin ich von einem anderen
Erdteil? Oder einem anderem Stern? Oder einem
unbekannten Volk?"

Und dann, sprach ich mit Ihnen: "Über vergessene
Farben! Über das Leben das verschwindet! Wenn
alle gleich aussehen! Und alle das Gleiche tragen!
Und die Menschen nur grau sind! Und, die ganze
Welt nur grau erscheint! Und warum Farben
wichtig sind? Und warum die Welt voller Farben
ist? Und was schön ist? Und was Freude gibt? Und
die Liebe weckt?"

Und wir haben so geredet: "Warum gibt es nur grau?
Und wer hat die Farben verboten? Und wann sind
Menschen auch glücklich? Und voller Wissen? Und
voller Pläne? Und was läßt lächeln? Und gibt den
Menschen auch Kraft? Und nun, haben wir das
Wissen! Es sind Farben. Und jeder, der eine graue
Welt will. Der will nur Herrscher sein. Und zerstören.

Und, wir haben es heraus gefunden: "Wenn alles grau
ist! Dann stirbt das Interesse am Leben! Und die
Kraft des Menschen! Und das, ist das Geheimnis
der Farben! Und deswegen sind sie verboten! Denn
die Farben geben Kraft! Und zeigen die Liebe!"
Und darum ist es wichtig. Die Welt der Farben zu
verteidigen. Und sich, die Farben, nicht
verbieten zu lassen.

(C)Klaus Lutz




Ps. Am 30.3.2016 um 21:37 Uhr zuerst
auf: www.die-gedichteschreiber.de
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Mein Held

Eine Amtsstube - luftig - vom Licht durchflutet
Ein sehr höflicher Mensch im geblümten Hemd
Fragen und Antworten - rasch, rasch! Die Zeit rennt!
In fünf Minuten muss ich bearbeitet sein


Woll - hurtig geht's zu in einer Amtsstube
"Früher einmal zählt ich mich zu den Glücklichen",
er sagt. "Wieso das?, ich frag, Erstaunen entwich'n
"Bis ich ward krank - besser als tot in der Grube"


Ein Blick streift mich - kehrt von irgendwo zurück
"Kinderlos war ich froh Zeit zu finden mich hier
auch in meiner frei'n Zeit zu schinden.Was für'n Glück!


So erbarmungslos der Druck der Arbeitslast
Und ich dacht: Was machen nur die, die keine Zeit
finden sich hier in ihrer frei'n Zeit zu schinden?


Wie halten die das aus? Die Antwort lautete: gar nicht
Zwei von uns sind ganz tot - zwei andere fast
Auf die Verblieb'nen wird verteilt der Arbeit Last
Man fragt: Ist die Rente nicht bald in Sicht?


Traurig und wahr: Viele von uns erreichen sie nicht
oder überleben sie nicht lang. Viel zu schwer,
viel zu viele Aufgab'n von des Diensttuenden Herrn
Und wir? Dienstbeflissen tun wir unsere Pficht


Auch wenn sie uns kostet des Lebens Leichtigkeit
Unsere Gesundheit an Seele und Körper ..."
Er lächelt ganz sacht:"Ich wurd durch Krankheit befreit


Wird die Seele krank, holt's uns von den Füßen
Das Selbst vergessen, das Ich negier'n im Streben
zu funktionieren . wir müssen's teuer büßen"


"Wahnsinn!", ich sag. "Ein solches Gebaren vom Staat?!
Ich kenn's aus der freien Wirtschaft,doch auch hier
wird versucht sich reich zu sparen aus reiner Gier
trotz Sorgfaltspflicht wird verlass'n der Menschlichkeit Pfad"


Es ist so traurig, wohin man auch schaut
Überall verliert der Mensch im Rennen um's Geld
Der Preis des Profits: Die Menschlichkeit in der Welt
Wärme, Respekt, Achtung - so viel ist schon verlor'n


Gibt's denn einen Weg raus? Ja, den gibt es
Doch er erfordert Mut - Mut nicht zu funktionier'n
Mut, dem Leben, nicht dem Hab'n Priorität zu geb'n


"Karriere mach ich keine mehr", sagt er leise,
lächelt wieder sacht. Sein Blick zum Fenster wandert
"Das Gezwitscher, das sind Girlitze und Meisen"
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