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Gedichte über Humor - Seite 1033




Der Angeber

Von manchen Leuten kann man lesen,
sie wär`n schon überall gewesen,
hätten die ganze Welt bereist,
oder behaupten das ganz dreist.

Du lobst Juist, den Strand, die Wellen,
er erzählt von den Seychellen,
wie warm und klar das Wasser sei,
sechs Wochen war`n im Flug vorbei.

Du sprichst von Bayerns hohen Gipfeln,
von schönen Tälern, grünen Wipfeln.
"Weißt du denn, wo ich schon war?
Ein halbes Jahr Himalaya."

So kam es mitleidig herüber,
vom vielgereisten Gegenüber.
"Den Everest hab ich gemacht,
das hättest du wohl nicht gedacht."

Langsam wird es dir zu bunt
und haust raus ein richt`ges Pfund.
Du erzählst leicht irritiert,
den "Jacobsweg" wärst du marschiert.

Du glaubst, das wäre nicht zu toppen,
der Angeber ist nicht zu stoppen.
"Vor Jahren lief ich, du darfst raten,
von Ost nach West, quer durch die Staaten".

Nun fängst du mit Segeln an,
weil du meinst, dass er`s nicht kann.
"Ich segelte zu den Lofoten,
heil blieb der Mast und auch die Schoten."

"So was macht mir auch viel Spaß,
der Pazifik war mein Maß.
Allein hab ich ihn überquert
und blieb gänzlich unversehrt."

Du kochst vor Wut, willst es nicht zeigen,
jetzt willst du mal übertreiben.
"Eine Kreuzfahrt, die war schön,
die ganze Welt hab ich gesehn."

Für `nen Augenblick war er perplex,
doch dann kam er, der Reflex.
"Auch ich war drauf auf diesem Kahn,
kann es sein, dass wir uns sahn?"

Der Ärger war noch nicht verflogen,
mit Sicherheit hat er gelogen.
Du triffst `nen Freund, der plaudert aus,
der Mensch war aus der Stadt nie raus.
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Eine Kaffeefahrt ist "lustig"

Firmen gehen an den Start,
mit Preisausschreiben jeder Art.
Die Fragen sind so lächerlich,
die Lösung wüsste sogar ich.

Ein Wäschetrockner gehört dir,
so steht es im Prospektpapier.
Es gibt Kaffee, es gibt Kuchen
und Billigurlaub kann man buchen.

Als Rentner hat man Lust und Zeit
und man fährt mit, egal wie weit,
schlägt jede Warnung in den Wind,
hält sich für clever und nicht blind.

Als ich saß im vollen Bus,
kam so langsam der Verdruss.
Der Bus war alt, die Luft, sie stand,
so fuhr`n wir Stunden durch das Land.

In einem "Nest", von Gott verlassen,
sollten alle Essen fassen.
Statt dem Menü gab`s eine Wurst
und ein Glas Wasser gegen Durst.

Der Saal war muffig, feucht und kalt,
Tische, Stühle war`n uralt,
die Polster waren durchgesessen
und die Stühle angefressen.

Dann laberte ein Mann uns voll,
das Unterbett wär ja so toll.
Es schirmt ab die bösen Strahlen,
man muss nur tausend Euro zahlen.

Dazu gäb`s ein Massagekissen,
er selber möcht es nie mehr missen.
Kochtöpfe gab es für achthundert,
so billig, hab ich mich gewundert.

Pillen gegen älter werden,
Salbe gegen Kniebeschwerden,
etwas gegen Haarausfall
und wenn`s nicht klappt beim zweiten mal.

Nach drei Stunden war`s vorbei
und man ließ uns wieder frei.
Fast jeder, der nach draußen kam,
hatte etwas unterm Arm.

Den Wäschetrockner, dachte ich,
den schenkst du den Ganoven nicht.
Von den Geräten sah ich keine,
ich bekam `ne Wäscheleine.

Aus Kunststoff, gelb, fünf Meter lang,
frag mich nicht, wie ich das fand.
Betrug ist das auf solchen Fahrten,
bleibt zu Haus, kann ich nur raten.
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