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Gedichte über Gefühle - Seite 803


Vom Kommunizieren

Was haben wir uns noch bis vor wenigen Wochen
Aber so was von wie verrückt darauf gefreut
Was haben wir uns nicht alles davon versprochen
So herrlich naiv davon überzeugt
Dass es nur eine Frage der Zeit wäre
Bis es endlich soweit wäre
Dass wir uns wahrscheinlich auf Jahre gesehen
Vor Liebe und Lust wie blind verstehen
-
Dann haben wir uns doch in den ersten Tagen
Mit dem blinden Verständnis eher schwer getan
Und uns einige Nächte um die Ohren geschlagen
Bis wir endlich am Ziel unsrer Träume warn
Als dein „Ich“ und mein „Ich“ zusammenfanden
Und sich zu unserem „Wir“ verbanden
Um von da an mit nahezu blindem Vertrauen
In eine gemeinsame Zukunft zu schauen
-
Jetzt kam diese Zeit unvergesslicher Stunden
In der wir uns ganz ohne Worte verstehn
In Liebe und Lust so erregend verbunden
Unsre Körper und Geiste als eins zu sehn
Uns in endlos aneinander gereihten Momenten
Mit allem was wir haben füreinander verschwenden
Momente, in denen wir jedes Geben
Im selben Moment auch als Nehmen erleben
-
Wir liegen uns auch heute noch oft in den Armen
Es ist ja auch immer noch toll mit dir
Dein Liebesspiel sprengt jeden üblichen Rahmen
Mit allem was du dabei anstellst mit mir
Und doch verändern sich allmählich die Dinge
Wenn ich heute erschöpft nach Atem ringe
Ist es noch genau wie und doch anders als vorher
Denn ich atme dabei deinen Rhythmus nicht mehr
-
Wie konnte es nur überhaupt so weit kommen?
Ist vermutlich ganz harmlos und bedeutet nicht viel
Unser „Wir“ hat sich wohl eine Auszeit genommen
Oder steht allen Ernstes doch mehr auf dem Spiel?
Denn wie`s aussieht, denkt jeder grad nur noch an sich
Kommt und geht wie`s ihm passt, lässt den andern im Stich
Lässt ihn rücksichtslos auf halber Strecke zurück
Und riskiert damit sogar das eigene Glück
-
Es kommt nicht so weit, weil wir grade noch merken
Wie schwer wir uns tun, wie sehr es uns quält
Weil auch längst schon zu unseren größten Stärken
Die Schwäche für jeweils den anderen zählt
Das Schicksal hat sich schließlich dabei was gedacht
Als es ausgerechnet uns zusammengebracht
Hat `ne klare Entscheidung für die Zukunft getroffen
Und die letzte Nacht lässt uns auch schon wieder hoffen
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Musenschelte

Du bist und warst halt immer schon
Der sprudelnde Quell meiner Inspiration
-
Mit einer wahren Fülle an Ideen
Sorgst du dafür
Dass sie auch mir
Etwa beim Schreiben
Erhalten bleiben
Beziehungsweise neu daraus entstehen

Ich hab von dir nur Bestes zu erwarten
Weil alles passt
Was du verfasst
Doch was mitunter
Zuletzt darunter
Ist dir schon nicht mehr ganz so gut geraten

Was dir bisher fast spielerisch gelungen
Kommt längst nicht mehr
So leicht daher
Du scheinst seit Tagen
Wie angeschlagen
Du tust dich schwer, dein Stil wirkt nun gezwungen

Wenn überhaupt, erklärt sich mir dein Schwächeln
Mit deinem Hang
Schon beinah zwang-
-haft zu gefallen
So geht`s wohl allen
Die irgendwann zu sehr nach Beifall hecheln

Dass die da unten dir zu Füßen liegen
Bringt dich nicht raus
Das hältst du aus
Doch die da oben
Seit sie dich loben
Ist der Applaus dir erst zu Kopf gestiegen

Was du um ihrem Anspruch zu genügen
So alles treibst
Zusammenschreibst
Ist so bescheiden
Das mit uns beiden
Ich sag mal so: Es war mir ein Vergnügen

Als sich noch tintenfederleicht ergossen
Der Worte Flut
Mit frischem Mut
Als du dich trautest
Auf Neues bautest
Hab ich fast jedes Wort von dir genossen

Nur leider ist nicht viel davon geblieben
Die reiche Brut
Tut dir nicht gut
Den als Eliten
Getarnten Nieten
Genügt schon, wenn das Alte einfach umgeschrieben

Entsprechend überschwänglich preist die Hautevolee
Dein Werk und passt damit zu gut in das Klischee
Der Kultur- und Kunstversteher
Opern- und Theatergeher
Den zur Vernissage und zu Festen
Meist im kleinen Kreis gelad`nen Gästen
Wo zur Begrüßung ein Glas Sekt
Die eher schlichten Geister weckt
Die sich tummeln auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten
Ihre Kleinen begeistern sich ehr für das Reiten
Als den öden, blöden Klavierunterricht
Sie empfinden das Üben als lästige Pflicht
Doch will das nichts heißen in diesen Kreisen
Wo sie früh schon lernen sich durchzubeißen
Für ein gutes Leben und schlechte Kritik
Übersehen sie müdem, gelangweiltem Blick
Und wenn mir auch all das egal ist an sich
Schau ich doch voll Sorge auf dich und auf mich
Denn sie haben ganz dreist und unverhohlen
Erst dir und dann mir die Ideen gestohlen

Warum du auf der Stelle trittst
Trotz dem Talent, das du besitzt
Und ausgerechnet hier und jetzt
Vermehrt auf Altbewährtes setzt
Nicht kreativ bist wie gewohnt
Du hast erkannt, dass es sich lohnt
Solang die Pseudo-Intellektuellen
Dir fürstlich Honorar in Aussicht stellen
Und du lässt dich von diesem Haufen
Wie eine Edelhure kaufen

Das hätt ich nie von dir gedacht
Schließlich hast du`s bei mir noch umsonst gemacht
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