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Gedichte Über Gedanken - Seite 11


Kunst der Kommunikation

Der Mensch heißt Mensch, weil er nicht alleine leben mag.
Als soziales Wesen das Alleinsein ihm bereitet Unbehag'.
Um sich zu verständigen mit seinen Artgenossen,
mehrere Wege der Kommunikation sind erschlossen.

Stehen sich zwei dieser Wesen Aug' in Aug' gegenüber,
so stehen Mimik und Gestik parat, Blicke wechseln hin und her.
Optische Signale sind die Art für den visuellen Datenverkehr,
unmittelbar und in Sekundenschnelle blickt man her- und hinüber.

Bei dem Verständigungsweg "Verbal" die Sprache ist elementar wichtig!
Zwei Mitteilungsformen dafür sind in Wort und Schrift vorhanden,
mal mündlich sich zu unterhalten oder es textuell wird verstanden,
seinem Mitmenschen sich hör- oder lesbar zu machen, vielschichtig.

Eine recht moderne Form der Kommunikation sei auch genannt,
vorallem in Social Media sie wird überwiegend angewandt.
Mal fremde, mal eigene Audio- oder Videoaufnahmen werden ausgetauscht,
Kombinationen der bereits genannten Wege wird so zugesehen und gelauscht!

Betrachtet man nun eine andere längst beliebte Verständigungsform, den 'Chat',
so ist festzustellen, Mitteilungsort ist das Internet, Tippen die Weise,
worüber Menschen über weite Ferne sich unterhalten, mal in Gruppen, mal im Duett,
meist aber nur auf schriftliche Art, senden Buchstaben auf die Reise.

Nun fehlt dieser eingeschränkten Form der Kommunikation
unübersehbar und logischerweise die non-verbale Interaktion,
die Vieles ohne Worte verständlich macht,
was nur Geschriebenes allein auch zuoft hat nicht vollbracht!

Ohne ausführliche Umschreibung wieso diese Wortwahl ist benutzt,
abhängig vom Gefühlszustand des/der Lesenden der Worte Wirkung stellt sich ein!
Und selbst die non-verbale Reaktion beim Lesen verbleibt beim Leser allein.
Der Schreiber weiß nicht ob der Text wie gewollt wurde verstanden .. oder ob es wurd' gestutzt!?

Missverständnissen ist so Tor und Tür geöffnet, haben oft schon verärgert, betrübt!
Ungewollt werden Gefühle verletzt, der Mensch unnötigt gekränkt.
Und das nur, weil die Wortwahl ungenügend getroffen, wirklich ungelenk!
Sich im Ton vergriffen, verschmitztes Grinsen, besänftigendes Lächeln nicht ausgeübt.

Die Kunst dieser non-verbalen Kommunikation, in der Lyrik sie hat schon ewig Tradition...
Nur mit Worten wohlgewählt, ist es allen Alphabetkünstlern erst ermöglicht,
mitzuteilen nicht nur bloßen Text, nein auch die Stimmung aus ihrer Sicht,
miteinzuweben Gefühle als Zwischenzeileninformation, zu erzielen so den richtig'n Ton!

Mal gelingt es, mal auch nicht!
Wie auch im Chat, auch im Alltagsleben.
Missverständnisse wird es leider immer wieder geben ...
Es ist an den Beteiligten, diese schnell wieder zu beheben.
Für ein harmonisches Zusammenleben ist das einfach Pflicht!

Der Mensch heißt Mensch, weil er nicht perfekt ist!
Und bei der Kommunikation macht er zuoft den größten Mist...
hinterher ungläubig das Angerichtete ratlos zu betrachten.
Vieles wäre zu verhindern gewesen, galt es nur zu beachten,
gegenüber ein anderer Mensch sitzt am anderen Verständigungsende!
Mit wohl anderer Gefühlslage als man selber offenbart.
Erneute Überprüfung, was man hat geschrieben, vor der Absende,
Und vielleicht viele Missverständnisse bleiben erspart.

© meteor 2023
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Woher?

Wo kommen plötzlich diese Menschen her?
Diese mitfühlenden, so sozialen Wohltäter.
Zur Weihnachtszeit geben sie den Samariter,
barmherzig gegenüber bedürftige Mitglieder
dieser teils immer asozialeren Gesellschaft.
Immer weniger schaffen es aus eigener Kraft.

Die Reichsten der Reichen werden reicher,
die Ärmsten der Armen bleiben arm,
die einseitige Schere spreitzt sich weiter,
die Politik will, dass die Oberen Steuern sparn.

Alle Jahre wieder die selbe Scheinheilgkeit,
Leute, macht euch zum Spenden bereit!
Mit nur 5 € bist du namentlich dabei!
Fürs restlich Jahr bleibst du Spender frei!

Frei von jeglicher Mitverantwortung im Land.
Frei von allem Asozialen, was so auch stattfand.
Frei vom Hinsehen, was lebt im Straßenrand.
Frei von Schuld an diesem Staatszustand.
Freigespendet von Gewissensbissen...
Befreit von Anteilnahme, trotz Mitwissen.

Einmal im Jahr menschlich sein!
Mehr braucht es nicht, um ganzjährlich
als barmherziger Samariter zu gelten.
Danach bildet man sich ein,
zwischen sich und den wirklich Reichen
liegen gravierende Welten.

Empört über so dreist vorgehaltenem Spiegel,
zeigt man auf mich, was mach ich besser?
Reflexhaft zeigt man Stacheln wie ein Igel,
schiebt mich vor als sozialen Gradmesser.

Doch wer nur nach einer Ausrede sucht,
ist mit seinen eigenen Werten uneins.
Er hofft, ein offizieller Vorwand sei genug,
ein schlechtes Gewissen braucht es keins.

Weihnachten muss erst das ganze Jahr sein,
dann wäre Barmherzigkeit jederzeit "möglich".
Stell dir vor, Menschen laden Menschen ein,
diese Zeilen hier wären auch für mich unnötig...

Frohe Weihnachten!

© meteor 2024
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Woge der Lust

Ich hatte nicht vor,
dich so derart zu begehren...
auch nicht das,
dass es das heraufbeschwor,
mich nach dir so zu verzehren ...

Ich habe mich nicht hingesetzt
und erwartet,
dass mein Körper mich verrät,
dass nur durch
deine Worte
mein Denken aussetzt ...
und so ausartet,
dass alles völlig
in Erregung gerät.

Trotz deiner Abwesenheit
verweilst du in mir ständig ..
es schmerzt von Zeit zu Zeit,
meine Lust ist so unbändig ...
die Abstände eine Geringfügigkeit,
mein inwendiges Verlangen steigt
nun auch auswendig...

Es tropft ... und der Stoff weiß es,
dieser Zeuge der langsamen,
verheerenden Woge der Lust ...
dieses Anschwellen, bis zu heiß alles,
dieses hinaufkriechende Anbahnen,
dieser begehrliche feuchte Durst...

Ich wälze mich hin und her,
und der Stoff seufzt an mir ..
nass befleckt von der Wahrheit,
die ich nie laut auszusprechen wage...
Nicht nur Erregung, nein, viel mehr...
diese Art von Hunger nach dir ..
diese geballte, gepresste Klarheit,
wonach im Dunkeln niemand fragte ...

Du hast mich nicht einmal berührt,
du hast nur ein Wort geschrieben
als wüsstest du es wie sooft ...
Von deinen Gedanken geführt,
von deiner Telepathie getrieben -
deine Tasten gleiten
unter meinen Stoff...

Dein Name erzittert in meinem Mund,
bevor du meinen ausgesprochen hast,
inmitten meiner Hüften tobt ein Sturm...
Der Drang, der Druck ist ungesund,
bleibt er weiter so eng eingefasst,
ein Reflex streckt
den Wurm zum Turm ...

Ich ließ den Stoff es aushalten,
du weißt ganz genau,
wie wir uns begehren,
wie es um mich steht...
lässt diesen Moment gewähren,
in dem auch du verstehst,
zergehst,
flehst ...
berührt zu werden...

Ich warte...
ich poche...
ich ruiniere den Stoff...
und wenn du endlich nah
zu mir kommst,
was ich mir so sehr erhoff'...
nah genug, um zu erkennen,
wie ich nach dir ausharre
nach dir horche...
nach dir giere...
nach dir brenne ...

Du wirst schnell erraten,
wirkst angefasst,
bis du es tief in dir spürst,
dass du einen Ort betreten hast,
den du nie wieder
sauber verlassen wirst...
nicht deine Lippen...
nicht dein Atem ...

© meteor 2025
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