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Gedichte zur Beziehung - Seite 4


Das Mädchen aus Mönchengladbach oder die Physiotherapeutin von Aquamed Köln

Sie hat einen Job bei der Physiotherapie,
das sorgt bei mir für viel Sympathie.
Aber sie wirkt immer so ernst,
kein Lachen weit und breit.
Wo versteckt sie nur ihre Heiterkeit?

Ihre Gesichtszüge können sich
mit der Strenge eines Grabstein’s messen.
Ist sie von Dämonen besessen?

Lachen sieht man sie so gut wie nie.
Ist sie wirklich so kalt
oder ist es Teil der Kältetherapie?

Ach Mädchen vom Niederrhein,
bist du wirklich kühler wie der Winter?
Wie kann ich dich nur amüsieren,
ohne dir gleich zehn Alt zu spendieren?

Fehlt dir der richtige Mann zum Spielen?
Vielleicht einer aus dem Land der Eskimo,
oder ist es dir egal von wo?

Beim Lesen meiner Zeilen
kommst du ins Grübeln,
oder kannst dir ein Grinsen nicht verkneifen?

Ach Mädchen vom Niederrhein,
bist du wirklich kühler wie der Winter?
Wie ist grad dein Stimmungspegel, sinkt er?
Dann lies bloss nicht weiter,
denn es bleibt heiter.

Gibt es eine magische Formel, einen Trick,
deine düsteren, myteriösen Male zu eliminieren?
Mal einen Zauberspruch probieren?

Du bist sehr hübsch, in der Tat,
hast schönes, langes Haar,
und könntest in der Champions-League spielen,
würden nur Lachfalten deine Visage zieren.

Ach Mädchen vom Niederrhein,
bist du wirklich kühler wie der Winter?
Bejubelst du kein Tor von Ginter?
Dann wäre es ungelogen:
du hast nichts am Hut mit den Fohlen.

Sind diese Strophen für dich wie Plagen
oder bist du beim Lesen heimlich am kichern?
Ich weiß es nicht,
könnt ich doch ’nen Videoschiedsrichter befragen.

Ach Mädchen vom Niederrhein,
bist du wirklich kühler wie der Winter?
Wie kann ich dich nur amüsieren,
muss man dir zum rückwärts Einparken gratulieren?

Hör zu,
Volk um Viersen, Dülken, Rheydt!
Ich weiß, dass ihr was Besonderes seid!
Was habe ich einst verzweifelt gesucht,
auf der Hindenburgstraße
am Rosenmontag den Karnevalszug!

Volk,
ich weiß nun diesbezüglich Bescheid.
Aber das eure Stuten Kaltblüter sind,
ist mir neu. Oder weiß das jedes Kind?

Ach Mädchen vom Niederrhein,
was muss mir gelingen,
um dich zu einem reizenden Schmunzeln zu bringen?

Ein Lachen von Herzen
ist die beste Therapie für die Seele.
Dabei Kringeln, Biegen und Kugeln tut gut
und wirkt Wunder bei der Muskulatur.

Ach Mädchen vom Niederrhein,
trennen uns nicht Welten?
Sollten wir nicht dieses Dilemma beenden?
Schließ mich rasch in deine Arme,
ich nehm es auch in Kauf, mich zu erkälten.

Nun gut, Mädchen vom Niederrhein,
Männer neigen im Allgemeinen,
gerne zum Übertreiben.
Bei mir trifft das ebenfalls zu,
in den letzten Strophen aber
lass ich die Spitzen ruh’n.

Liebes Mädchen vom Niederrhein,
vertreib mich nicht aus deinem Herz,
ich mach doch nur einen Scherz,
und flachse mal wieder voll.
Hab’s doch immer gewusst,
du machst deinen Job toll,
nimmst ihn ernst, bist kompetent und pflichtbewusst.

Hoffentlich,
bleibe ich bei dir in ewiger Erinnerung,
als der Dichter,
der es geschafft hat,
dass das Mädchen aus Mönchengladbach
mal so richtig gelacht hat.

Hat sie?
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Der Tod und das Mädchen

Jeden Abend sprach der Tod vom Leben,
als würd´s für ihn nichts anderes geben.
Er redete vom Herzschlag und dem Atem,
den er zerstörte, mit seinen Taten.

Frustriert sühnte er das Leben nehmen
und schnitt sich selbst tief in die Venen.
Es tropfte erst, verfärbte rot,
doch half es nicht in seiner Not.

Denn morgens öffnete er wieder die Augen,
um weiter als Tod das Leben zu rauben.
So verbrachte der Kapuzenmann Tag um Tag
und wünschte sich selbst in seinen Sarg.

Ihm anfangs gesagt, hatte keiner so recht,
dass er weniger war, als jeder Knecht.
Nicht tot und doch weit weg vom Leben,
was konnt‘ es denn grausameres geben.

Abschlachten und Auslöschen, das musste er sie,
lange Zeit waren für ihn die Menschen wie Vieh.
Doch die letzten Jahre hatten ihn gewandelt,
früher hatte er aus Überzeugung gehandelt.

Dann kam dieses Mädchen, nur sieben Jahre,
täglich dachte er an ihre blonden Haare.
Sie war gesund, fröhlich, sang gut und gerne,
und dennoch schickte er sie in die Sterne.

Eine Kleinigkeit legte er in ihren Weg,
damals beim Weiher, auf dem Steg.
Sie stolperte, schrie und fiel ins Nass.
Als man sie fand, war sie blau und blass.

Seine Hinterhältigkeit konnte er nicht mehr verstehen,
als er das Mädchen beobachtete, beim Untergehen.
Verschwinden wollte er, verschollen bleiben,
und wie der Körper im Wasser treiben.

Ab diesem Tag hatte der Tod ein neues Spiel.
Bis abends durchhalten war das einzige Ziel.
Er kämpfte innerlich, um seine Arbeit zu tun.
Manche Seelen mussten schließlich ruh’n.

Denn bei manchen war seine Arbeit von Nöten,
einer musste die Kranken und Schwachen töten.
Doch dieses Kind, es blieb ihm im Kopf,
die blauen Augen, der blonde Zopf.

Wenn er schlief, dann träumte er über sie,
war er wach, war sie in seiner Fantasie.
Wie sich kein Mensch ihm entziehen vermochte,
war es das Mädchen, das ihm den Geist zerkochte.

Ihr Tod war freiwillig, das wusste er.
Es war sein Willen, das machte es schwer.
Sie starb, um nie gelebt zu haben,
das brachte den Tod zum Verzagen.

Er allein hätte sie verschonen können,
doch wollt‘ er ihr das Leben nicht gönnen.
Zu groß waren sein Hass und der Neid,
auf ihr Lachen und die Unbeschwertheit.

Gesehen und beschlossen, binnen Sekunden.
In ihr hatte er ein neues Opfer gefunden.
Was diese Tat jedoch mit ihm gemacht,
darüber hätte er sich früher totgelacht.

Er hatte Heere vollständig vernichtet,
den Nachwuchs ganzer Generationen gelichtet.
Mehr Tote als ein Lebender zählen kann.
Dann kam dieser verwunschene Gesang.

Gelegentlich summte er die Melodie,
der das Mädchen seine Stimme lieh.
Er hatte unzählige Schreie in seinen Gedanken,
aber ein dummes Lied brachte ihn ins Wanken.

Abends hatte er es wieder satt mit sich zu Hadern
und trieb abermals die Klinge in seine Adern.
Es tropfte und spritzte, mit jeder weiteren Wunde,
er stöhnte und hoffte auf seine letzte Stunde.

Doch nach der Nacht setzte seine Atmung wieder ein
und es brach ein neuer Tag voller Gewalt herein.
Vernichten, Ersticken, Massakrieren und Morden,
es bereitete ihm schon in den Morgenstunden Sorgen.

Doch was er auch tat, es war zum Schreien.
Er konnte sich nicht aus seiner Lage befreien.
Über die Jahre hatte er vieles versucht,
doch war sein eigenes Ableben wie verflucht.

Erhängt, verblutet, von der Klippe gesprungen,
sich einmal selbst erschossen, notgedrungen.
Doch nichts davon schien Wirkung zu haben,
nach nur einer Nacht blieben nicht einmal Narben.

Nur wegen eines Kindes fühlte er sich schlecht.
Dabei waren seine anderen Taten alle gerecht.
Doch dieses eine Mädchen, er wollte sie sehen,
um vor ihr zu knien und um Vergebung zu flehen.

Tagaus und tagein dachte er an die Kleine,
besonders wenn er in die Sterne starrte, alleine.
Dort suchte er nach einer Möglichkeit,
die ihn vielleicht von seiner Schuld befreit.

Doch unfähig sich selbst seine Tat zu verzeihen,
wollte in ihm ausschließlich Kummer gedeihen.
Er wähnte und grübelte eine lange Zeit…
…und irgendwann wurde dies seine Ewigkeit.
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