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Gedichte Über Bereicherung - Seite 48


Meteorschauer

ich raste einst durch den Raum
sah Sterne um mich herum tanzen
eins mit ihnen zu sein mein Traum
mein Wunsch war eine Romanze

eine Meteorin hatte sich in mich verliebt
ich war das Feuer, das ihn ihr loderte
unbemerkt bis es dann geschieht
als ihr inneres Feuer mich eroberte

ohne das wir es fassen konnten
verpassten wir uns so viele Male
vorbei an unzähligen Monden
außen eiskalt, innen unsere Signale

weil unsere Melodie im All erklingt
Gravitation uns zu sich heranzieht
unsere Laufbahn ist vorher bestimmt
die Einsamkeit endlich verfliegt

zwei Meteorschauer kreuzten sich
eine Explosion in der Atmosphär'
inmitten ihnen du und ich
wir kollidierten, stürzten zum Meer

Wind ließ unsere Liebe erdröhnen
streichelte das Verlangen zur Glut
ließ uns zu einem Feuer aufstöhnen
was sich wie Lava in uns entlud

zerbrochen in Millionen Teilchen
sind wir ewige Energien im Tanz
Liebe & Sehnsucht in uns gleichen
als Erdmenschen sind wir ganz

erleben gemeinsame Meteorschauer
mit voller Wucht mitten im Herz
wäre dieses Gefühl doch von Dauer
unser Heimweh zieht uns himmelwärts

im grellen Funkenflug unsere Trennung
wieder entzwei ging unser glühend Kern
was jetzt folgt, ist wie eine Verbrennung
für eine lange Weile sind wir wieder fern

zum Abschied blicke ich zurück
bedanke mich für all das große Glück
auch von allen anderen Lebewesen
die mir hier so kostbar sind gewesen

Tränen verdampfen auf dem Weg
weil mich die Atmosphäre nun hochhebt
seid gewiss ich trage euch bei mir mit
denkt an mich, wer nach oben sieht

unsere Laufbahnen sind vorherbestimmt
so auch, wann wir wieder zusammen sind
warten wir ab, bis unsere Melodie erklingt
unsere Energie gleichen Raum einnimmt

© meteor 2025
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Sekundenkleber

Wie zwei gegenpolige Magneten
ziehen wir uns gegenseitig an.
Dem Augenanblick sind wir erlegen,
durch und durch Erregungsalarm.

Hormonausschüttung ist die Folge,
befangenes Lächeln lockt heran.
Umnebelt von stimulierender Wolke,
gestarteter Sofortausziehvorgang.

Zwei passende Komponenten
berühren reagierende Hautflächen.
Fingerspitzen beider Handenden
in Sekundenschnelle sich verflechten.

Jeder Kontakt eine Gefühlsexplosion,
jedes Weitergleiten erigierter Schauer.
Gespürte gewollte Kettenreaktion,
willig einstürzende Feuerschutzmauer.

Unablöslich streifen klebrige Hände
im Schweißfilm über Hügel und Täler.
Ertasten alles im unebenen Gelände,
weich und hart, Atem wird schneller.

Zwei anhaftende Körper sind soweit,
die Temperatur ist längst Taktgeber,
vollends aufgeheitzt, ist Einsatzzeit
für den heißersehnten Zungenkleber.

Benetzt wird damit was sich bewegt,
was den Speichelfluss anstachelt,
was den Leckmuskel weiter anregt,
wo er garantiert extra lange fackelt.

Gefährlich wird dieser Heißkleber
trifft er auf das gegenübere Pendant.
Inhärent und immanent zwei Streber,
verknoten sich im Separeekonkon.

Was sie darin innigst vollziehen,
überträgt sich unbewusst nach außen.
Arme und Beine vielseitig sich begieren,
chaotisch sie sich austauschen.

Das Gemenge der Klebsubstanzen,
durchtränkt vom Hormoncocktailmix,
zündet erogene Synapsextravaganzen,
entzückt vielerorts zu Emotionsticks.

Das ausglühende Schmelzklebeprodukt
verbleibt gelöst in ihrer Glücksschmiere.
Abklingend es sporadisch leise nachzuckt,
Nachstreicheln verzögert ein Frieren.

© meteor 2025
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