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Gedichte über Angst - Seite 103




Passagier

Ich bin der Passagier
Und ich fahre und ich fahre
Ich fahre durch die hässliche Seite der Stadt
Ich sehe, wie die Sterne aus dem Himmel kommen
Ja, aus dem klaren und hohlen Himmel
Weißt du, das sieht heute so gut aus

Ich bin der Passagier
Ich bleibe unter Glas
Ich schaue durch mein ach so klares Fenster
Ich sehe, wie die Sterne heute Nacht herauskommen
Ich sehe den klaren und hohlen Himmel
Über den zerschlissenen Rückseiten der Stadt
Ünd alles sieht gut aus heute Nacht.
Lass uns singen
La la la la la la la la
La la la la la la la la
La la la la la la la la la la


Steig ins Auto, wir werden die Passagiere sein
Wir werden heute Nacht durch die Stadt fahren,
Wir werden die zerschlissenen Rückseiten der Stadt ansehen
Wir werden den klaren und hohlen Himmel sehen
Wir werden die Sterne sehen, die so hell leuchten,
Sterne, die für uns gemacht sind, heute Nacht.

Oh, der Passagier
Oh, wie er fährt
Oh, der Passagier
Er fährt und er fährt
Er schaut durch sein Fenster
Was sieht er?
Er sieht den klaren und hohlen Himmel
Er sieht, wie die Sterne heute Nacht herauskommen
Er sieht die zerschlissenen Rückseiten der Stadt
Er sieht die kurvige Küstenstraße
Und alles wurde für dich und mich gemacht
Das Ganze wurde für dich und mich gemacht
Weil es einfach zu dir und mir gehört
Also lass uns fahren
Und schauen, was mir gehört

Und singen
La la la la la la la la
La la la la la la la la
La la la la la la la la la la


Der Passagier
Er fährt und fährt
Er sieht Dinge von unter Glas
Er schaut durch sein Seitenfenster
Er sieht die Sachen, von denen er weiß, dass sie ihm gehören
Er sieht den klaren und hohlen Himmel
Er sieht die Stadt im nächtlichen Schlaf
Er sieht, die Sterne sind heute Nacht aufgegangen
Und alles davon gehört dir und mir
Und alles davon gehört dir und mir
Also lass uns fahren und fahren und fahren...

Sing
La la la la la la la la
La la la la la la la la
La la la la la la la la

Sing
La la la la la la la la
La la la la la la la la
La la la la la la la la
Writer(s): Ricky Gardiner, James Newell Osterberg
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Zwischen meinem Nein und deinem Weitermachen

Ich habe Nein gesagt.
Nicht einmal.
Nicht leise.
Nicht unsicher.

Ich habe es mit meinem Mund gesagt,
mit meinem Körper,
mit meinen Händen,
die dich weggeschoben haben,
weil etwas in mir schon wusste,
dass es sonst nicht sicher ist.

Du hast es gehört.
Du hast es gespürt.
Und du hast es ignoriert.

Du hast weitergemacht,
als wäre mein Nein nur ein Hindernis,
etwas, das man überspielen kann,
wenn man nett genug lächelt
und lange genug dranbleibt.

Du hast mich angefasst.
Nicht aus Liebe.
Nicht aus Nähe.
Sondern aus deinem eigenen Willen heraus.
Und meiner war dir egal.

Ich habe Zeit gebraucht.
Nicht, weil ich prüde bin.
Nicht, weil ich mich ziere.
Sondern weil mein Herz
nicht so funktioniert wie dein Hunger.
Weil Nähe für mich
Sicherheit braucht
und keinen Druck.

Ein paar Monate Kennenlernen
und du kanntest doch nur meine Haut.
Du hast gestreichelt,
was du sehen wolltest,
aber nie gefragt,
ob ich mich darin eigentlich wohlfühle.
Nie gefragt,
ob ich noch bei mir bin.

Ich habe „noch nicht“ gesagt.
Du hast „bald“ gehört.
Ich habe „ich brauche Zeit“ gesagt.
Und du hast entschieden,
dass mein Nein nicht endgültig ist.

Und irgendwann habe ich nachgegeben.
Nicht, weil ich wollte.
Sondern weil ich dachte,
Nähe sei ein Beweis.
Weil ich dachte,
Liebe zeigt sich in dem, was man gibt,
auch wenn man innerlich still wird
und sich selbst ein Stück verlässt.

Du sagst, ich würde übertreiben.
Ich hätte etwas verdreht.
Als wäre ich die Dramatische.
Dabei erinnere ich mich,
und du willst dich nicht erinnern.

Aber das war kein Film in meinem Kopf.
Das war mein Körper,
der eingefroren ist,
während du so getan hast,
als hättest du ein Recht auf ihn.
Als wäre mein Zögern
nur ein Teil des Spiels.

Du hast dir genommen,
was ich nicht freiwillig gegeben habe.
Nicht immer mit Gewalt.
Nicht immer mit offenem Zwang.
Aber jedes Mal in diesem Moment,
in dem mein Nein
keinen Raum mehr hatte
und Nachgeben sich sicherer anfühlte
als Widerstand.

Ich spreche heute darüber.
Nicht für dich.
Sondern für jede,
die glaubt,
sie hätte deutlicher sein müssen.
Oder weniger nett.

Zwischen meinem Nein
und deinem Weitermachen
liegt die Grenze.
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