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Gedichte über Abenteuer - Seite 4


Und es war Sommer (II)

In der Bar herrschte bereits gute Stimmung, auch, weil ich mich erst eine knappe Stunde nach Beginn der Happy Hour dort einfand. Also war es so 22 Uhr und da ich eh weniger darauf aus war, billigen Fusel in mich zu kippen, und ich damit rechnete, falls du überhaupt aufkreuzt, es wohl auch erst später sein würde, machte ich mir keine Gedanken, irgendwas verpasst zu haben. Ausserdem warst du ja wohl immer noch mit Begleitung hier, womit alles andere als ein netter Abend mit mindestens zwei Unbekannten nicht zu erwarten war. So hielt ich jetzt Ausschau nach einem munteren Pärchen unter diesem angeheiterten Partyvolk, konnte dich erstmal aber nicht entdecken. Auch nicht diesen einen wahren Glückspilz, der dich in diesem mittsommerlichen Mittelmeerambiente an seiner Seite haben durfte.

Dafür bemerkte ich, dass viele der Blicke, die sich auf die relativ kleine Tanzfläche richteten, dort unschwer erkennbar auf eine atemberaubende Tänzerin fokusiert waren. Auch ich konnte meine spontane Aufmerksamkeit nicht von ihr abhalten und folgte instinktiv ihren optischen weiblichen Avancen, welche sie in dieser Bar bei dieser Musik wie keine andere verstand, so pheromonal an den Mann zu senden. Schon sehr spektakulär, wie sie die Klänge und Melodien in Echtzeit in ihre Körpersprache übersetzte. Unweigerlich zog es mich magisch näher in ihre Richtung, um noch mehr in den Genuss ihrer reizvollen Darbietung zu gelangen. Nur missmutig ließen mich die anderen 'Voyeure' zwischen sich hindurch, jeder war aber so gebannt, dass kein Schubser als Aggression missverstanden wurde. Jedem war nur verständlich, wohin es mich drang und warum! Endlich schaffte ich es bis unmittelbar an das Tanzfleckchen, wo mir die Attraktion der Nacht noch immer mit ihrer tänzelnden Rückseite meinen Sehsinn entzückte. Meine Augen versuchten ihren Hüftbewegungen zu folgen, was ihnen jedoch immer nur so zwei Seitamplituden lang gelang. Dann verlor sich ihre Konzentration wieder, abgelenkt durch einen der vielen weiteren Highlights an dieser Naturgewalt. Sei es ihre nackte Schulterpartie mit den Spaghettiträgerchen, die daran anschließende freie Rückenfläche, die ihre Wirbelsäule umsäumte, die unter ihrem tiefen Kleidchenausschnitt verschwand und ihr durch die Luft fliegendes Haar, das teils wild aber doch zur Gesamtbewegung passende Armfuchteln ... ein chaotisch harmonisches Kunstwerk ... und so irre lebendig!

Meine schiere Begeisterung sprengte jede Skala und natürlich wartete ich mehr als ungeduldig darauf, auch endlich das Gesicht dieser 'Frau' zu erblicken. Wann nur würde ihre spontane Choreographie sie halbwegs zu einer 180 Grad Wende führen? Dazu musste wohl erst ihr aktueller 'Animateur' sie aus seinen Fängen entlassen. Diese billige Travolta-Kopie, die ihr zutanzte... Es waren einige stolze Galane an ihr sichtlich interessiert und balzten als wahre Könner im Tanz um ihre Gunst, aber in erster Linie waren das reine stolze Machos, triebgesteuert, die auf ihre Beute lauerten. Und sie war die Beute des Abends in ihren Augen. Aber sie täuschten sich - in Wirklichkeit waren sie ihre Beute. Sie spielte mit ihnen, sie kannte sie genau, wusste, wie sie sie locken und verführen konnte. Und auch, wie sie sie mit klaren und eindeutigen Gesten ihr vom Leib zu halten schaffte. Es sah nicht so aus, als hätte sie wirklich einen Favoriten in dieser Bar bereits gefunden, zu flüchtig war dafür ihre Körpersprache und zu wenig direkt verfolgten ihre Augen irgendeinen der männlichen Kandidaten. Sie machte den Eindruck, als würde sie noch auf den richtigen warten, auf jemand ganz bestimmten, der leider noch immer nicht aufgetaucht war! Bis dahin war sie bereit, sich die Zeit nett mit diesen eitlen Gockeln zu vertreiben.

Und auf den einen da aktuell blickte ich jetzt
neidisch, aber auch bewusst provozierend.
Ich versuchte seinen Blick zu packen und ihn so auf meinen zu lenken ....geschafft! ...jetzt Blick halten! ... nur nicht nachgeben! .. uuh er reagierte wie gewünscht! Gesichtszüge wurden starr, der Blick dunkel ... jetzt nicht einknicken! ... Mit einem langsamen aber unmissverständlichen Augenbrauenheber machte ich ihm klar, wer hier der Sieger im Blickringkampf war! ... mit einem verräterischen Blinzeln und seinem folgenden Blickabwenden war es auch getan ... Irritiert und vielleicht etwas eingeschüchtert, drehte Travolta von ihr ab, womöglich in dem Glauben, ich sei ihr Begleiter. Das bemerkte natürlich auch sie sofort, dass ihr Tanzsparingspartner plötzlich die Lust an ihr verloren zu haben schien und suchte sichtlich empört nach der Ursache danach. Ja und so drehte sie sich ENDLICH auch in meine Richtung um ... und als würde sich das Schicksal schon wieder melden und nahtlos an die Balkonszene von Romeo & Julia anknüpfen, entpuppte sich diese vermeintlich unbekannte Tänzerin als die wahre und eine Julia.

Natürlich warst es du! Und zum zweiten Mal trafen sich unsere Blicke so dicht an dicht! Meine Kinnlade wollte gerade aufklappen, doch so weit, wie es meine Augen bereits getan hatten, konnte sie nicht übertreffen. Auch der frappierende Übergang in deiner Gesichtsmimik war sehenswert! Eben noch von sehr empört mit schmal-gespitzten Augen und ziemlich bedrohlich v-geformten Augenbrauen, einen "was fällt wem auch immer ein... ?" Ausbruch auf deinen Lippen, hin zu einem auf freudig getrimmten Gesamtausdruck mit süffisant angesetzten Grübchen hinter deinen Mundwinkeln:

"Na wenn das nicht mein Romeo ist!"

"Oh Julia, jetzt bin ich ja da!"

Kam das tatsächlich über meine Lippen? Was stellte diese Frau nur mit mir an?

"Jaha, das bist du! Das kostet dich jetzt aber auch was! Los! Auf zur Theke!"

Sagtest du, haktest dich bei mir unter und zogst mich geradewegs Richtung Theke. Hindurch durch das Spalier dieser neidisch dreinblickenden heißblütigen Zorro-Schnoffos, bei denen reihenweise Traumblasen zu zerplatzen schienen, als du mit mir im Arm an ihnen vorbei spaziertest. Was für ein unglaublich triumphierendes Gefühl das in mir auslöste, muss ich nicht so ausführlich beschreiben. Es war unsagbar 'egoshooting'!

Erst jetzt erkannte ich deine sexy Garderobe. Du hattest ein grünes, kurzes, unverschämt erotisches Kleidchen und passende Schuhe angezogen. Dagegen war ich mit meiner Montur aus beigen Stoffsommershorts, sockenlosen Sneakers und hellblauem kurzärmligen Knopfhemd eher langweilig unterwegs. Doch was mir noch viel mehr wundersam auffiel war, dass du tatsächlich alleine hier in dieser Bar zu sein scheintest! Umso schäbiger kam ich mir jetzt wegen meines verspäteten Erscheinens vor....

"Zwei Sex on the beach bitte!"

Gabst du dem Barkeeper zu verstehen und richtetest dann deinen Blick mit einem Ellbogen auf die Theke gestützt auf mich. Genauer, geradewegs Aug in Aug und Nasenspitze an Nasenspitze ...

"Romeo oh Romeo!"
...
"Was zur Hölle ... !"

© meteor 2024
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Turn me on!

Musik an und ich hab dich im Sinn
wie du dich bewegst, tänzelst, lachst
schon sehe ich dich als Hauptgewinn
weil du mich überglücklich machst

dein ganzes weibliches Wesen ist heiß
dein Sexapeal ist nicht von dieser Welt
um dich dreht sich alles, als der Beweis
du bist als Venusbotschafterin abgestellt

ich will dich einfangen
mich bei dir einhängen
in deinen Hüftschwung gelangen
mich dazwischen zwängen
dein Rhythmus macht befangen
will mich in dich drängeln

jede Richtungsänderung erleben
mich mit dir aufregend bewegen
bin deinem Blick längst erlegen
deine Erotik ist so verwegen
ich werd mich dir ergeben
nur deiner Künste wegen

will dich weiter Tanzen sehen
deinen Kurven nicht widerstehen
schon beim Zusehen dich lieben
deiner Schwingung am Erliegen
deine Ekstase will ich probieren
mit dir taktisch eng melodisieren

jeder Dreh eine Sensation
jeder Kick eine Kontraktion
ein Salve an Muskelzuckern
fließt herab an dir wie Butter

Wellen wilder Weiblichkeit
jede Woge mich voll erwischt
deine einzigartige Lüsternheit
überhitzt mich mit deiner Gischt

du lässt jetzt keine Gnade walten
kennst mit mir jetzt kein Pardon
ich soll dich ja ganz aushalten
bis zum letzten Takt und Ton

du bestimmst, wann es soweit ist
willst mich bis zum Finale haben
wenn du mit deinem Tanz fertig bist
erst dann, wirst du Stop sagen ...

mit noch eindeutigeren Posen
gestikulierenden Hinweisen
bist du jetzt innerlich am Tosen
dein Verstand will ausreißen

deine Sinne sind deaktiviert
dein Zentrum voll fokusiert
deine Bewegung angehalten
Anderes ist beim Entfalten

ursprüngliches Auskeuchen
Stromschläge erblitzen
allmähliches Ausleuchten
Tänzer, die ausschwitzen ...

turn me off!

© meteor 2025
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Naturerotik

Glitzernd der Abendtau auf dem grünen Gras,
deine schönen Haare vom Seebad noch nass,
die Sonne glänzt in deinen funkelnden Augen,
gern möcht' ich die Wassertropfen dir absaugen.

Niemand der uns beide hier sieht,
ein paar Vögel pfeiffen ihr Lied,
im Gras zirpen vereinzelt Grillen,
lass uns endlich unser Verlangen stillen!

Warmer Wind umhaucht uns zart,
Gefühle lüstern im Einklang gepaart,
unweit plätschert leise ein Bach,
unsere nackten Körper liegen brach...

Abendnebel steigt langsam auf vom See,
mit Küssen ich deinen Körper verseh',
wie eine Sinnflut überfalle ich dich,
mit deinem Aufstöhnen erregst du mich!

Im heller schillernden Mondenschein,
geben wir uns unserer Leidenschaft hin,
so aufregend kann ein Frühlingsabend sein,
wir nur noch uns beide jetzt im Sinn...

Meine Zunge mit deinen Brüsten sich vergnügt,
deine harten Knospen abwechselnd betrügt!
heißer Atem mit Zungenküssen ausgetauscht,
ungebremst von unserer Erregung berauscht...

Gegenseitig wir uns überall liebkosen,
alle erogene Zonen gierig stimuliert,
stürmische Lustwellen uns umtosen,
überall es in und auf uns vibriert...

Unsere Leiber längst zusammen in sich winden,
zielgenau den Weg ineinander schnell finden!
Verschmelzen gleitend zu einem Lustgebilde,
führen nur Natürliches nun im Schilde...

Nur von Verlangen noch angetrieben,
unsere Körper sich wie wild verbiegen...
soviel Hochgenuss endlich erleben,
gemeinsam innerlich wir gleich erbeben!

Zusammen wir explodieren und entzücken,
orgastisch sich gleichzeitig zu beglücken,
anzukommen im Reich der Sinne,
diese herrliche Zeit doch nie verrinne...

Manche Stunde wir so längst verbracht,
glückselig verschlafen wir die Restnacht...
irgendwann der Morgen dämmert indessen,
doch diese Nacht werden wir nie vergessen.

© meteor 2025
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Die Dracheninsel

Gemeinsam auf des Drachen Rücken
Flogen wir zu unserem Entzücken
Hinfort über die offene See hinweg
Zu unserem heimlichen Inselversteck

So golden die Sterne am Himmelszelt
Einen Gruß hinaus wir schon entsandt
Von hier oben so klein erscheint die Welt
Wie weit wohl noch bis an deren Rand?

Dein Herz dir längst im Leib entbrannt
Zwar immer schon heimlich gedacht
Ob wohl die Chance zum Mitflug bestand?
Niemals damit gerechnet in dieser Nacht!

Verwegen du aufgestiegen auf den Drachen
konntest keinen Rückzieher mehr machen
Wolltest endlich auch mal was wagen
Nicht länger mehr nur Träumen nachjagen

So hoben wir ab in die klare Dunkelheit
Erreichen nun dieses Eiland im Nebelkleid
Hinterm dichten Schleier sich uns offenbart
Ein wahres Paradies, die Sinne genarrt

Ein Berg mit schwindelnder Felsenschlucht
Eine Quelle entspringt aus seiner Mitte
Mündet weit unten in einer malerischen Bucht
Ein Wald von einer Lichtung zerschnitten

Vom Flugwind wir ganz berauscht zerzaust
Wieder festen Boden unter den Füßen
Wie ungläubig und froh du doch schaust
Von über uns die Sterne uns zurück grüßen

Wie der Drache sucht sich ein Ruheplätzchen
Auch wir lassen uns im warmen Grün nieder
Wohlig rollt sich das Reptil wie ein Kätzchen
Wie auch wir finden uns daliegend wieder

Aneinander geschmiegt zählen wir die Sterne
Ziehen Verbindungslinien zwischen ihnen
Erbauen neue Fantasiegebilde in der Ferne
Zu was auch immer sie uns noch dienen

Unweit vernehmen wir des Flusses Rauschen
Begleitet von Grillenzirpen und Nachtigalgesang
Leise wir beide ihrem Zusammenspiel lauschen
Finden Ruhe im Herzen bei solch Wohlklang

© meteor 2024
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